Braunschweig. Timo Keller über das Familienleben im Klimawandel. In dieser Folge von „Familienklima“ geht‘s um Sperrmüll und Upcycling.

Die Älteren werden sich erinnern: In der allerersten Familienklima-Folge ging es um Mülltrennung und dass es manchmal gar nicht so einfach sei, den Abfall korrekt zu trennen. Daraufhin gab es auch „Fan-Post“, O-Ton: Weiß doch mittlerweile jeder, dass Plastikmüll in den gelben Sack oder die gelbe Tonne gehört, Papier in die blaue Tonne und so weiter; das sei doch gar kein Thema mehr und ob ich denn die Leser für doof halte.

Tue ich natürlich nicht. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass das mit der Mülltrennung nicht immer und überall so funktioniert, wie es sein sollte. Dazu reicht ein Gang durch die Nachbarschaft, insbesondere zur Sperrmüll-Zeit. Während in Braunschweig der sperrige Haushaltsmüll auf Bestellung vom Abfalldienstleister abgeholt wird, gibt es anderswo, zum Beispiel im Landkreis Gifhorn, feste Termine – und wenn wieder eine Flotte an Kleintransportern durch die Wohngebiete kurvt, ist es bald wieder so weit.

Swimmingpools als Hinterlassenschaft der Corona-Pandemie?

Dann kommt ans Licht, was sonst hinter Hecken, Gartenzäunen und Hauswänden verborgen bleibt – und manch einer scheint auch gerne auszutesten, was die Experten der Müllabfuhr tatsächlich mitnehmen und was nicht. Ob Zäune, Heizkörper, ein riesiger Berg Laminat, Elektrogeräte oder ganze Reifensätze: Vieles landet im besten Fall noch auf dem Gehweg, im schlechten Fall auf der Straße. Und da bleibt es dann auch oft. Denn Abfälle wie diese nimmt der Entsorger gar nicht mit.

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Immerhin erfährt man zu Sperrmüll-Zeiten etwas über seine Nachbarn, was man möglicherweise vorher nicht wusste – und vielleicht auch nie vermutet hätte. Doch meistens finden ja die Klassiker den Weg an den Straßenrand: das mittlerweile leicht ranzige Sofa, das Regal mit den abgeplatzten Ecken oder die Stühle, die nicht mehr zum Rest der Innendeko passen. Einer aktuellen, aber sehr subjektiven Erhebung folgend, werden gerade viele Swimmingpools über den Sperrmüll entsorgt. Zu Beginn der Corona-Pandemie besorgt, haben nun offenbar viele ihr Haltbarkeitsdatum überschritten.

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Selten, aber hin und wieder gibt es beim Sperrmüll auch echte Schätze zu entdecken. Was für den einen Müll ist, kann für den anderen durchaus noch einen Wert haben. Profi-Tipp: Wer altes Spielzeug auf diesem Weg entsorgen möchte, sollte dieses erst am Abend vor der Abholung, wenn das Kind schon schläft, an die Straße stellen. Sonst kann es zu tumultartigen Szenen kommen, wenn das Kind das Spielzeug wiedererkennt, das es zuvor monatelang ignoriert hatte.

Haben Sie Ideen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir: timo.keller@funkemedien.de.

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