Braunschweig. Timo Keller über das Familienleben im Klimawandel. In dieser Folge geht es um das Anlegen eines Komposts und die positiven Folgen für die Umwelt.

Wir sind Nachzügler. Bislang haben wir unseren Biomüll über eine braune Tonne entsorgt. Der abgemähte Rasen, der Grünschnitt von der Hecke, pflanzliche Essenreste – alles kam in den Abfallbehälter und wurde alle zwei Wochen abgeholt. Unsere Nachbarn indes setzen von jeher auf einen eigenen Kompost im Garten. Irgendwann reifte dann auch bei uns in der Familie die Erkenntnis: Das könnte doch wieder eine kleine Schraube sein, an der wir in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltschutz drehen können.

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Denn ein eigener Kompost bietet gleich mehrere Vorteile. Zum einen stellt man so seinen eigenen Dünger her, ersetzt somit entweder chemischen Dünger, dessen Herstellung, Anwendung und Entsorgung nicht gerade umweltfreundlich ist, oder Torf, dessen Abbau zur Zerstörung der Co2-speichernden Moore beiträgt. Zum anderen schont der Kompost im Garten auch den eigenen Geldbeutel. Schließlich kostet auch die Abholung der braunen Tonne Geld, und auch der Gang in den Baumarkt zum Düngerkauf entfällt – eine niederschwellige Maßnahme, die bis auf die Düngemittel-Industrie nur Gewinner kennt.

So wirbeln Mikroorganismen im Kompost

Also frisch ans Werk. Ein Komposter ist besorgt, unsere vierjährige Tochter ist sogleich Feuer und Flamme für das neue Gartenprojekt. Aber wie geht das eigentlich, dieses Kompostieren? Wie wird aus Abfällen wertvoller Humus? Es ist eine kleine Wissenschaft. Wertvolle Tipps spuckt die Internetseite des Nabu aus. Die mikroskopisch kleinen Tierchen, die in der ersten Phase für die Umwandlung zuständig sind, brauchen Sauerstoff, Wasser und eine angenehme Temperatur. Nach ganz unten kommen laut dieser Anleitung Äste und Reisig, darüber Laub, Rasenschnitt und kleine Äste, ganz oben dann Gartenreste und Küchenabfälle.

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„Und daraus wird neue Erde?“, will die Vierjährige wissen. Sie traut dem Braten nicht so recht, will genau wissen, wie das funktioniert. Diese kindliche Neugier auf die Welt macht doch Hoffnung, dass die Generation nach uns besser mit dem Planeten umgeht – wenn wir ihr die Zusammenhänge denn richtig erklären.

Bis zu 70 Grad wird es im Kompost heiß

Der Kompost arbeitet nun im Garten vor sich hin. Äußerlich ist erstmal wenig zu sehen, aber es gibt etwas zu fühlen: Denn der Haufen strahlt Wärme ab. Bis zu 70 Grad warm kann es in einem frischen Kompost werden, schreibt der Nabu. Nach den Mikroorganismen sollen dann Kleinstlebewesen übernehmen, es beginnt die sogenannte „Kaltrotte“, an deren Ende in einigen Monaten frischer Humus auf uns warten soll. Wir sind gespannt. Falls Sie noch Tipps für das richtige Kompostieren haben, immer her damit.

Haben Sie Ideen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir: timo.keller@funkemedien.de.