Braunschweig. Timo Keller über das Familienleben im Klimawandel. In dieser Folge von „Familienklima“ geht es um Reaktionen und ein Zitat, das alles sagt.

Wer über Themen wie den Klimawandel, Umweltschutz oder Nachhaltigkeit schreibt, der hat nicht nur Fans. Der hat auch Leserinnen oder Leser, die das Geschriebene kritisch begleiten, die das eine oder andere anders sehen, die aber noch für Argumente offen sind. Aber natürlich gibt es auch diejenigen, die schon der Grundannahme eines von Menschen gemachten Klimawandels widersprechen; die nicht einsehen, dass sich für sie etwas ändern sollte, obwohl sich doch die Welt um sie herum verändert.

Das Vorgehen ist häufig dasselbe: Als „Beweis“ werden per Mail Texte verschickt, in denen angebliche „Experten“ zu Wort kommen, die dann von einer „Klimahysterie“ sprechen. Oder es wird gleich zu einer Internetseite verlinkt, auf der dann „die Wahrheit“ zu lesen sei. Diese Organisationen oder Vereine haben dann oft auch hochtrabende Namen wie etwa „Europäisches Institut für Klima und Energie“. Garniert wird der Auftritt dann mit Sprüchen wie „Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit!“. So weit, so schmissig.

Was ein sprechendes Känguru mit dem Klimawandel zu tun hat

Nun will man sich ja nichts vorwerfen lassen, also liest man einige Texte durch oder zumindest an. Und dann ein Blick ins Impressum, um zu erfahren, wer hinter diesem Verein steht. Dann googelt man einige Namen – und stößt recht bald auf Artikel wie den des renommierten „Guardian“ aus England, der über eine finanzielle Verbindung zu einer anderen, von der fossilen Energieindustrie finanzierten Klimawandelleugner-Organisation berichtet. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing?

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Kurze Zwischenfrage an dieser Stelle: Kennen Sie das sprechende Känguru? Dabei handelt es sich um den Protagonisten einer inzwischen vier Teile umfassenden Textsammlung, inzwischen gibt es auch zwei Filme, einen Comic, der bei Zeit Online lange Zeit täglich lief, und ein Theaterstück. Das Känguru bezeichnet sich selbst als Kommunisten, wohnt beim Ich-Erzähler, einem Berliner Kleinkünstler, und gründet im zweiten Teil das „Asoziale Netzwerk“, um gegen das „System“ zu kämpfen. Klingt alles schräg – und ist es auch.

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Der Erfinder der sogenannten Känguru-Chroniken ist der Kabarettist Marc-Uwe Kling. Von ihm stammt folgendes Zitat, das gut hierher passt: „Ja, wir können jetzt was gegen den Klimawandel tun. Aber wenn wir dann in 50 Jahren feststellen, dass sich alle Wissenschaftler vertan haben und es gar keine Klimaerwärmung gibt, dann hätten wir völlig ohne Grund dafür gesorgt, dass man in den Städten die Luft wieder atmen kann, dass die Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos weder Krach machen noch stinken und dass wir nicht mehr abhängig sind von Diktatoren und deren Ölvorkommen. Da würden wir uns schön ärgern.“

Haben Sie Ideen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir: timo.keller@funkemedien.de.

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