Braunschweig. Timo Keller über das Familienleben im Klimawandel. In dieser Folge von „Familienklima“ geht‘s um den Austausch einer defekten Heizung.

Ein bisschen war es wie ein Abenteuer, wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, als sich die Menschen am Feuer wärmten und zur Körperhygiene nur der Sprung in den meist eiskalten Fluss oder See blieb. Welche Annehmlichkeiten die moderne Welt bereithält, merkt man so richtig erst, wenn sie fehlen. Ganz konkret in unserem Fall: Heizung und warmes Wasser. Zwei Monate mussten wir ohne auskommen. Ein bisschen Höhlenmenschen-Feeling kam da auf.

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Der Reihe nach: Die alte Gasheizung hatte den Geist aufgegeben. Es gab in der Vergangenheit schon Anzeichen, aber dann ging es doch schneller als erwartet. Erster Reflex: Eine neue Gasheizung muss her. Das wäre sicher am schnellsten gegangen – und es wäre deutlich günstiger gewesen als die Lösung, für die wir uns am Ende entschieden. Denn mittlerweile verrichtet eine Wärmepumpe vor der Haustür ihren Dienst. Bis es so weit war, vergingen mit Anbietersuche, Beratungstermin, Erteilung des Auftrags, Heizlastberechnung, Bestätigung des Auftrags, Terminvergabe und der Beantwortung einiger offenen Fragen die erwähnten zwei Monate.

Nach zwei Monaten ist die häusliche Leidenszeit vorbei

„Sie sind vermutlich noch nirgendwo so freudig erwartet worden wie von uns“, sagte ich zum Monteur, als dieser am ersten Tag des Einbaus vor der Tür stand. Und recht ungläubig aus der Wäsche schaute, als ich ihm erklärte, dass wir seit zwei Monaten ohne Heizung und warmes Wasser seien. Wie wir ohne Frostbeulen überlebt haben? Zum Heizen waren der Kamin im Wohnzimmer und elektrische Heizlüfter im Einsatz, zum Erwärmen von Wasser (Stichpunkt Körperhygiene) ein Einkochautomat, mit dem sonst vor allem Glühwein im Winter erhitzt wird, und ein Heizstab. Geduscht wurde zudem hin und wieder bei der Verwandtschaft zwei Orte weiter.

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Die Leidenszeit ist nun vorbei. Fast zumindest. Jetzt gilt es noch, sich mit den Förderanträgen der Bundesregierung zu beschäftigen. Bis zu 70 Prozent der Kosten können erstattet werden – theoretisch. Die Förderung ist aufgebaut wie ein Baukasten. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent, dazu kommen in unserem Fall nochmal 5 Prozent sogenannter Effizienzbonus, weil wir ein natürliches Kältemittel einsetzen. Dazu gäbe es noch einen Klimageschwindigkeitsbonus, falls die ausgetauschte Heizung mindestens 20 Jahre alt ist, und einen Einkommensbonus, falls das Haushaltsjahreseinkommen maximal 40.000 Euro beträgt.

Förderung hin und her: Die Zeit als Höhlenmenschen ist zumindest vorbei. Sie hat uns in gewisser Weise geerdet, was auch mal nicht verkehrt ist.

Haben Sie Ideen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir: timo.keller@funkemedien.de.

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