Braunschweig. Timo Keller über das Familienleben im Klimawandel. In dieser Folge geht‘s um die Frage, wie man Raucher vom Aufhören überzeugt.

Wenn die Omas bei Familienfeiern „mal vor die Tür gehen“, dann weiß inzwischen auch die Fünfjährige, was dort passiert. Es wird gequalmt. Ihre Meinung dazu ist klar: Sie liebt ihre Omis, aber Rauchen? „Igitt, das stinkt.“ Wer selbst raucht, merkt das nicht so, der Rest der Umwelt jedoch umso mehr. Und Kinder scheinen besonders feine Näschen zu haben, fast wie kleine menschliche Drogen-Spürhunde.

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Doch der Gestank ist nicht das Schlimmste bei der Raucherfraktion. Vorab: Natürlich muss jeder und jede selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang er und sie qualmen, Stichwort Eigenverantwortung. Ab und zu in lustiger Gesellschaft kann das auch durchaus mal zur Stimmung beitragen (eigene Beobachtung). Aber vernünftig im Sinne einer Abwägung von Risiko und Nutzen ist es sicherlich nicht.

Rauchen ist schlecht für die Gesundheit, die Umwelt und das Klima

Das Eine ist das gesundheitliche Risiko, das dank der Aufklärung der vergangenen Jahrzehnte jedem bekannt sein dürfte. Rauchen verursacht Krebs, laut dem deutschen Krebsforschungszentrum lassen sich 85 Prozent der Todesfälle infolge von Lungenkrebs auf Tabakkonsum zurückführen. Zudem verursacht es diverse Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege, wie etwa die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD).

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Das Andere sind die Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. Diese werden bei der Diskussion ums Rauchen gerne mal vergessen oder sind nicht bekannt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) fallen bei der Herstellung von Tabak jährlich bis zu 84 Millionen Tonnen Kohlendioxid an, zudem landen Billionen Zigarettenstummel in der Natur. Und zu guter Letzt besetzen Tabakpflanzen Ackerflächen, die auch für die Nahrungsproduktion, gerade in ärmeren Ländern, genutzt werden könnten. Dagegen sieht das Argument mit der Geselligkeit ziemlich blass aus.

Argumente lassen überzeugte Raucher nur mit den Achseln zucken

Die Fakten liegen also auf der Hand. Und doch weiß jeder, der schon mal in die Diskussion musste: Es ist ziemlich schwer, einen Raucher oder eine Raucherin von der Sinnhaftigkeit eines Verzichts zu überzeugen. Selbst der finanzielle Aspekt (eine Schachtel kostet um die 7 Euro) lässt Überzeugungstäter nur mit den Achseln zucken. Und überhaupt, Alkohol sei ja auch schädlich und da würde niemand über ein Verbot reden. Kommt Ihnen die Argumentation bekannt vor?

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht schafft es ja die Enkelin, ihren Omas die Zigaretten auszutreiben. Wenn es schon mit Argumenten nicht klappt, dann ja womöglich auf der emotionalen Schiene: „Igitt, das stinkt.“

Haben Sie Ideen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir: timo.keller@funkemedien.de.

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