Corona-Verstöße? So lief der Vatertag in Niedersachsen

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Himmelfahrt im Prinzenpark: Vatertag unter den wachsamen Augen der Polizei.

Himmelfahrt im Prinzenpark: Vatertag unter den wachsamen Augen der Polizei.

Foto: Peter Sierigk

Hannover.  Lockerungen in Sicht und vielerorts sinkende Corona-Neuinfektionen. Feuchtfröhliche Vatertagstreffen würden das gefährden. Was beobachtet die Polizei?

Die Polizei hat rund um die Treffen und Touren zum Vatertag in Niedersachsen verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert – größere Verstöße gab es einer ersten Zwischenbilanz zufolge nicht.

Einer der Gründe: Die klassischen Vatertagstouren mit Bollerwagen waren in diesem Jahr allenfalls in kleiner Runde möglich. Denn Treffen von Personen aus mehr als drei Haushalten sind nirgendwo in Niedersachsen erlaubt. In den meisten Regionen dürfen weiterhin sogar nur Angehörige maximal zweier Haushalte gemeinsam etwas unternehmen. Die Polizei hatte die Menschen deshalb schon vorab darum gebeten, sich wegen der Infektionsrisiken auch am Feiertag umsichtig zu verhalten.

Ausflüge an sich wollten sich etliche Niedersächsinnen und Niedersachsen aber nicht nehmen lassen. So trafen sich bei Leer in Ostfriesland „Vatertagstouristen“ mit Fahrrad und Bollerwagen. Auch in anderen Regionen gab es zum Beispiel Wanderungen durch die Natur. Meldungen über besondere Auffälligkeiten oder Regelverletzungen in größerem Stil gab zunächst nicht.

So war die Lage in unserer Region

Die Polizei in Salzgitter, Peine und Wolfenbüttel zieht am Nachmittag eine positive Zwischenbilanz. In einer Mitteilung loben die Beamten „ausdrücklich das Verhalten der Mitbürgerinnen und Mitbürger“.

Die anlässlich des Vatertages eingesetzten Beamtinnen und Beamten stellten sowohl in Salzgitter, Peine und Wolfenbüttel nur ein geringes bis mittleres Personenaufkommen fest. Auch an Orten, die erfahrungsgemäß häufiger von Personen frequentiert werden, konnte kein erhöhtes Besucheraufkommen festgestellt werden.

In Salzgitter-Hallendorf stellte die Polizei allerdings eine Personengruppe mit 8 Personen aus unterschiedlichen Haushalten fest. Die Beamten erteilten Platzverweise und leiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.

Auf einem Sportplatz in Salzgitter-Üfingen mussten aufgrund von Corona-Beschränkungen gegen eine sechsköpfige Personengruppe Platzverweise ausgesprochen werden. Auch in diesem Fall leiteten die Beamten Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.

In Wense in der Gemeinde Wendeburg konnte eine achtköpfige Personengruppe festgestellt werden, welche sich nicht an die Coronaregeln gehalten hatte. Es wurden Platzverweise ausgesprochen und Ordnungswidrigkeitenanzeigen eingeleitet.

So lief der Vatertag in Salzgitter.

Hinweise auf sogenannte Corona-Partys gebe es nicht. „In Peine mussten zwei Gastwirte sensibilisiert werden, da sie sich bei einer Außenbewirtung nicht an die Allgemeinverfügungen gehalten hatten“, heißt es weiter in der Meldung. In einem Fall musste gegen einen Gastwirt eine Ordnungswidrigkeitenanzeige eingeleitet werden.

Auch in Wolfsburg war nicht viel los: Himmelfahrt in Wolfsburg ohne Randale und Corona-Verstöße

In Braunschweig twitterte die Polizei, dass einige Platzverweise ausgesprochen werden mussten.

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„Es sieht recht ruhig aus, ein bisschen scheint Himmelfahrt diesmal auch auszufallen“, hieß es am Nachmittag aus der Polizeidirektion in Hannover. Die Beamten fuhren an Freizeitzielen wie dem Maschsee Extra-Streifen, um sich das Verhalten von Ausflüglern anzusehen. „Große Vorfälle hatten wir nicht bisher nicht“, hieß es.

Am Steinhuder Meer zwischen Hannover und Nienburg seien die Strände gegen Mittag zur Hälfte ausgelastet gewesen. „Notfalls könnten wie die Zufahrtsstraßen sperren. Aber wir haben keine Erkenntnisse über Menschenmassen.“ Am Expo-Gelände seien 14, in Laatzen 16 Personen aufgefallen, in der Nordstadt von Hannover eine 20-köpfige Gruppe.

Regelverstöße würden zu steigenden Coronazahlen führen

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte gerade mit Blick auf die sinkenden Corona-Zahlen vor Leichtsinn gewarnt: „Himmelfahrt fällt jetzt genau in diese Zeit, wo es auf uns alle noch einmal ankommt.“ Er verwies darauf, dass Regelverstöße zu steigenden Infektionen führen könnten - dann wären die sehnlich erhofften Lockerungen nicht möglich.

„Die Polizei in Niedersachsen wird deshalb auch in diesem Jahr präsent sein und dort, wo es zu Verstößen kommt, tätig werden.“Zahlreiche Polizeidienststellen riefen dazu auf, den Vatertag in kleinstem Kreis zu feiern. „Die Einhaltung der Vorschriften ist für die Verhinderung der Infektionsausbreitung weiterhin von immenser Wichtigkeit“, sagte etwa Helmstedts Polizeichefin Imke Krysta. „Die klassischen Bollerwagen-Touren sind nicht erlaubt.“

Bei der Polizei Rotenburg hieß es: „Größere Menschenansammlungen werden ebenfalls nicht geduldet und durch die Polizei entschieden aufgelöst.“

Im Vorfeld waren Alkoholverbote ausgesprochen worden

Vielerorts verwiesen die Beamten auch auf öffentliche Alkoholverbote. So wollte die Polizei in Wolfsburg Kontrollen im Allerpark machen. In Braunschweig waren alkoholische Getränke im Prinz-Albrecht-Park und Heidbergpark verboten. Auch andere Kommunen legten Verbotszonen fest. In Twistringen meldete die Polizei einen Verstoß, der sich bereits am Mittwochabend ereignet hatte. Dort trafen sich demnach 20 Menschen zu einer Geburtstagsfeier. Die Party sei dann aufgelöst worden.

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Die Corona-Zahlen sinken in unserer Region und bundesweit. Deshalb gibt es eine neue Verordnung des Landes Niedersachsen. Was ab Montag, 31. Mai, gilt, lesen Sie hier.

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Unsere Redaktionen sammeln alle wichtigen lokalen Infos zum Coronavirus auf FAQ-Seiten, die stets aktualisiert werden. Online sind die Überblicke aus Braunschweig, aus Wolfsburg, aus Wolfenbüttel, aus Gifhorn, aus Salzgitter, aus Peine und Helmstedt sowie aus Osterode.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Corona-Lage im gesamten Bundesland Niedersachsen.

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