Inzidenz in Braunschweig

Corona in Braunschweig: Mehr als jeder Dritte war schon infiziert

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Stiko empfiehlt an Omikron-Varianten angepassten Impfstoff für Auffrischung

Stiko empfiehlt an Omikron-Varianten angepassten Impfstoff für Auffrischung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die neuen, an die Omikron-Varianten angepassten Corona-Impfstoffe als Auffrischungsimpfung empfohlen. Entscheidender als die Wahl des konkreten Impfstoffs ist nach Ansicht der Impfexperten aber, dass sich die Menschen überhaupt impfen und sich insbesondere boostern lassen. Mit der Empfehlung ändert sich für die Zielgruppen nichts.

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Braunschweig.  In Niedersachsen gilt weiterhin Quarantänepflicht: Wer einen positiven Schnelltest hat, muss für mindestens fünf Tage in häusliche Isolation.

  • Die Inzidenz in Braunschweig sinkt weiter und liegt am Donnerstag, 24. November, bei 280. Die Daten bilden die Infektionslage derzeit allerdings nicht vollständig ab. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Die tatsächliche Inzidenz dürfte weitaus höher sein.
  • Die Zahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie in Braunschweig nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert haben, liegt laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt bei rund 102.000. Das heißt: Mehr als ein Drittel der Braunschweigerinnen und Braunschweiger war bereits infiziert. Innerhalb der letzten sieben Tage wurden 696 Infektionsfälle in Braunschweig gemeldet.
  • Als maßgebliche Zahl in Niedersachsen gilt die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen neu mit einer Corona-Infektion in Krankenhäusern aufgenommen wurden. Laut Landesregierung lag dieser Wert am 24. November bei 8,8. Landesweit waren 3,2 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Kranken belegt. Erste Maßnahmen (Maskenpflicht) treten in Kraft, wenn die landesweite Sieben-Tage-Hospitalisierung mehr als 15 beträgt und gleichzeitig über 10 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt sind.
  • 373 Menschen in Braunschweig sind seit Beginn der Pandemie an oder mit Corona gestorben. In den Braunschweiger Krankenhäusern werden zurzeit 36 Personen behandelt, davon 2 auf der Intensivstation, die mit Covid-19 infiziert sind. Corona ist dabei in den wenigsten Fällen der ursächliche Behandlungsgrund.
  • Achtung: Niedersachsen übermittelt am Wochenende und an Feiertagen keine Zahlen mehr ans RKI. Daher werden sonntags und montags keine aktuellen Inzidenzen ausgewiesen.

Wo wird in Braunschweig geimpft?

In der Stadthalle werden alle Arten von Impfungen angeboten, auch für Kinder ab 5 Jahren. Geöffnet ist von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 18.30 Uhr. Impfungen sind mit und ohne Termin möglich. Mitzubringen sind ein Ausweisdokument und, wenn vorhanden, der Impfpass sowie möglichst auch die ausgefüllten und unterschriebenen Aufklärungs- und Einwilligungsbögen. Diese stehen auf www.braunschweig.de/mobiles-impfen zum Download bereit.

Alle erwachsenen Impfwilligen haben in der Stadthalle die Wahl zwischen den Impfstoffen von BioNTech, Moderna (ab 30 Jahren), Novavax oder Valneva. Entsprechend der aktuellen STIKO-Empfehlung ist es bei Vorliegen einer Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe oder individuellem Wunsch möglich, eine zweite oder dritte Impfstoffdosis mit dem Impfstoff Novavax zu erhalten.

Bei allen mobilen Impfangeboten werden aktuell nur Auffrischungsimpfungen (Booster) durchgeführt, insbesondere auch zweite Auffrischungsimpfungen (Viertimpfung). An allen Terminen der mobilen Impfteams steht ausschließlich der an die Virusvariante BA.4/5 angepasste Impfstoff von BioNTech zur Verfügung.

Die mobilen Impfteams sind hier zu finden (ohne Terminvereinbarung):

  • Täglich bis Freitag, 25. November, von 10 bis 18 Uhr, Bürgerberatung im Rathaus Altbau, Platz der Deutschen Einheit 1
  • Donnerstag, 24. November, von 10 bis 18 Uhr, TU Braunschweig, Foyer im Audimax, Pockelsstraße
  • Donnerstag, 24. November, und Freitag, 25. November, von 10.30 bis 18.30 Uhr, IKEA Braunschweig, Hansestr. 27

Sind Impfungen zu Hause möglich?

Als weiteren Service bietet das Impfzentrum jetzt auch Impfungen zu Hause an. Dieses Angebot richtet sich an Personen ab 60 Jahren bzw. mobilitätseingeschränkte Personen. Die Anmeldung und Terminvereinbarung ist möglich unter (0531) 470 8170 oder unter .

Alles Wichtige zum Impfen finden Sie auf der Internetseite der Stadt.

Wo gibt es Beratung rund ums Impfen?

Impfberatung per Telefon: Die Stadt bietet auch eine telefonische Beratungssprechstunde an. Jeweils dienstags und donnerstags zwischen 14 und 17 Uhr ist es unter (0531) 470 8844 möglich, direkt mit einem Arzt oder einer Ärztin zu sprechen.

Impfberatung per Mail: Unter der Mailadresse können Menschen alle Fragen stellen und Vorbehalte im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung äußern. Ein Arzt oder eine Ärztin befasst sich damit.

Gesundheitsamt ruft nicht mehr an und schickt auch keine Quarantänebriefe

Das Gesundheitsamt hat im Oktober sein Verfahren rund um Corona-Infektionen geändert. Zuvor hatte die Behörde Infizierte angerufen oder angeschrieben, wenn PCR-Teststellen eine Infektion gemeldet haben. Die Betroffenen wurden dann über die Quarantäneverpflichtung informiert. Das geschieht nun nicht mehr.

Infizierte mit Symptomen benötigen laut der Stadtverwaltung keinen Quarantänebescheid, da die Arbeitgeber in der Regel eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung durch den Hausarzt erbeten, um weiter das Gehalt zu zahlen. „Nur diejenigen, die asymptomatisch sind, bei denen jedoch eine berufliche Tätigkeit im Homeoffice nicht in Frage kommt, benötigen den Quarantänebescheid, da in diesem Fall das Land den Arbeitgeber für den Arbeitsausfall entschädigt.“ Diese Personen können beim Gesundheitsamt anrufen: 470-7224 (montags bis donnerstags 8 bis 16 Uhr und freitags bis 14 Uhr).

Genesenenbescheide werden ebenfalls nicht mehr vom Gesundheitsamt ausgestellt. Diese seien stattdessen in Apotheken erhältlich, so die Stadt.

Klinikum: Keine schwereren Corona-Verläufe in Braunschweig

An der Schwere der Corona-Erkrankungen hat sich im Vergleich zur Sommerwelle bislang nichts geändert, wie der Ärztliche Direktor des Städtischen Klinikums, Dr. Thomas Bartkiewicz, Mitte Oktober erklärt. Die aktuelle Omikron-Variante führt ihm zufolge nicht zu schwereren Verläufen. Die meisten infizierten Patienten würden nach wie vor mit und nicht wegen Corona behandelt. Was aber grundsätzlich allen Krankenhäusern zu schaffen macht, ist der zunehmende Krankenstand beim Personal – Ursache seien insbesondere Erkältungen, heißt es.

Das gilt übrigens genauso in den städtischen Kitas: „Es gibt Einschränkungen in einzelnen Kitas, die aber nicht nur corona-bedingt, sondern auch durch andere Erkrankungen oder Vakanzen begründet sind“, sagt Stadtsprecherin Shirin Schönberg. Ähnlich sei die Lage an den Schulen.

Die Nachfrage im Impfzentrum und bei den mobilen Teams steigt unterdessen wieder. Aktuell werden rund 300 Menschen pro Tag geimpft. Das Impfzentrum arbeitet noch bis Ende 2022. Ob es danach weitergeht, entscheidet das Land. Schönberg: „Es gab hohe Infektionszahlen im Sommer. Das heißt, mit Blick auf die vorgeschriebenen sechs Monate zwischen Infektion und Impfung ist eine verstärkte Nachfrage in den kommenden Monaten nicht auszuschließen.“

Wie sind die aktuellen Regeln?

Zu den zentralen Bestimmungen, die bundesweit vom 1. Oktober bis 7. April 2023 gelten werden, zählt eine bundesweite Maskenpflicht in Fernzügen, Kliniken und Arztpraxen. Auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen muss weiterhin eine FFP2-Maske getragen werden. Zudem besteht eine Testpflicht, in Niedersachsen müssen geimpfte beziehungsweise genesene Mitarbeiter dieser Einrichtungen sich zwei Mal pro Woche testen lassen. Im ÖPNV gilt eine Maskenpflicht (medizinische Maske).

Sollte sich die Lage in den Kliniken deutlich verschärfen, sieht die niedersächsische Landesregierung strengere Schutzvorkehrungen vor, für die es dann neue Verordnungen geben müsste. Bei den Szenarien übernimmt das Land die Begriffe aus dem Bund. Stufe 1 wird als Winterreifen-Szenario, Stufe 2 als Schneeketten-Szenario bezeichnet. Maßgeblich ist dabei nicht die Sieben-Tages-Inzidenz, sondern die Einweisung von Corona-Infizierten in Krankenhäusern (Hospitalisierung) sowie der Anteil von Covid-19-Patienten auf den niedersächsischen Intensivstationen. Dabei werden als maximale Kapazität jetzt 2285 Intensivbetten angenommen und nicht mehr 2350.

Sollte die landesweite Sieben-Tage-Hospitalisierung mehr als 15 betragen und gleichzeitig über 10 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt sein, tritt Stufe 1 in Kraft. Dann sollen unter anderem mindestens medizinische Masken in öffentlich zugänglichen Innenräumen wie Supermärkten getragen werden.

Für das Inkrafttreten der Stufe 2 ist nach dem Corona-Fahrplan der Landesregierung ein Landtagsbeschluss notwendig. Aber auch dieses Szenario sieht keine Schulschließungen oder gar einen Lockdown vor. Erst in diesem Szenario müssten Schüler ab der fünften Klasse wieder eine Maske im Unterricht tragen.

Welche Quarantäneregeln gelten zurzeit?

Corona-Infizierte müssen sich in Niedersachsen weiterhin in Isolation begeben – für mindestens fünf Tage. Für Kontaktpersonen von Infizierten gelte die „dringende Empfehlung“, selbstständig Kontakte zu reduzieren, hieß es – vor allem mit Menschen, die Risikogruppen für schwere Corona-Verläufe angehören. Sie sollten zudem täglich Selbsttests machen. Die Regelung wurde bis 31. Januar 2023 verlängert.

Das Schaubild zeigt die aktuell geltenden Regeln zur Quarantäne.

Wer erhält einen kostenlosen PCR-Test?

PCR-Tests werden nur gemacht, wenn ein positiver Schnelltest von einer Teststelle vorliegt. Die rote Warnmeldung auf der App reicht nicht für einen kostenlosen PCR-Test. Für das Freitesten, also das vorzeitige Beenden einer Isolierung beziehungsweise Quarantäne, reicht ein überwachter Antigen-Schnelltest von einer Teststelle aus.

Bei Labor-Auswertungen kommen PCR-Tests von Risikopatienten und Menschen in Einrichtungen wie Pflegeheimen, Praxen, Kliniken und Rettungsdiensten vorrangig zum Zuge. Auch sie müssen aber einen positiven Antigen-Schnelltest haben.

Wer gilt als genesen?

Als vollständig genesen gelten alle, die eine Corona-Infektion überstanden haben und dies mit einem positiven PCR-Labortest nachweisen können, der mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage (drei Monate) alt ist.

Genesene können sich bereits vier Wochen nach einer überstandenen Corona-Infektion gegen das Corona-Virus impfen lassen. Sie gelten dabei bereits mit nur einer Impfung als vollständig immunisiert und geschützt.

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Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes sowie weitere Grafiken und ausführliche Informationen finden Sie auf der Internetseite des Landes.

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