Helmstedt. Mit einem Doppelstreik legen Verdi und die EVG heute bundesweit den ÖPNV und Fernverkehr lahm. Wir haben uns im Kreis Helmstedt zur Lage umgesehen.

Seit 0 Uhr legen die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Gewerkschaft Verdi den Verkehr bundesweit lahm. Auch im Kreis Helmstedt fallen durch den Super-Warnstreik am heutigen Montag, 27. März, der Zugverkehr und ein Teil der Busse aus.

Die Vielfahrer im Kreis Helmstedt scheinen auf den Streik bei der Deutschen Bahn gut vorbereitet gewesen zu sein. Die Bahnsteige des Bahnhofs Königslutter sind am Montagmorgen leer – einer Zeit, zu der sich dort an anderen Tagen Pendler versammeln, die mit dem Zug nach Braunschweig, Helmstedt oder weiter in Richtung Magdeburg fahren wollen.

Carsten Miersch ist einer der wenigen Menschen, die die Nachricht um den Streik verpasst haben. Er hätte eigentlich einen Termin in Helmstedt, zu dem er es nun leider nicht schafft. „Ich komme ja nicht anders hin“, sagt er enttäuscht. Dass er den Termin nun absagen muss, ärgere ihn.

Keine Alternative trotz Vorlauf

In die entgegengesetzte Richtung, nach Braunschweig, wäre eigentlich Tobias Hintze gefahren. „Mein Vorarbeiter weiß Bescheid, dass ich nicht komme. Ich kann ja schlecht nach Braunschweig laufen“, erklärt er mit Bezug auf die weite Distanz zu seinem Arbeitsort. Obwohl er im Gegensatz zu Miersch nicht erst am Bahnhof von dem Streik erfahren hat, konnte auch er keine Alternative zum Zug finden.

In Helmstedt weisen die Anzeigetafeln am Bahnhof auf den Streik hin.
In Helmstedt weisen die Anzeigetafeln am Bahnhof auf den Streik hin. © Eve Bernhardt

Auch der Bahnhof in Helmstedt ist vergleichsweise leer. Eine Anzeige-Tafel weist auf den Streik hin. Einige Menschen sitzen dennoch auf Bänken auf den Bahnsteigen oder stehen an die Fassade gelehnt vor dem Gebäude, um das W-Lan zu nutzen, nicht jedoch, weil sie auf einen Zug warten.

Vor dem Bahnhof stehen zwei Autos des Taxiunternehmens Engelstein. „Tendenziell fahren weniger Menschen Taxi als sonst. Mehr, so wie wir es eigentlich erwartet hätten, sind es jedenfalls nicht, auch nicht zu den Stoßzeiten“, erklären die beiden Fahrer uns gegenüber. Allerdings: Es seien auch generell viel weniger Menschen vor Ort als an anderen Montagen und damit auch weniger potenzielle Kunden.

Was am Streik-Montag fährt und was ausfällt

Der Busverkehr der Wolfsburger-Verkehrs-GmbH (WVG) fällt aus. Ein Sonderfahrplan steht laut Mitteilung jedoch online unter wvg.de bereit. Die Busse der Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) Braunschweig hingegen fahren regulär, informiert eine Sprecherin.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) wurde wegen der Streiks am Montag vollständig eingestellt. Betroffen ist hiervon auch der Intercity, der zwischen Leipzig und Emden, beziehungsweise Norddeich Mole, verkehrt und unter anderem in Helmstedt und Braunschweig hält.

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Auch der Bahn-Nahverkehr ist bundesweit massiv beeinträchtigt. Die Regionalbahn 40 zwischen Braunschweig und Magdeburg, die regulär in mehreren Städten und Gemeinden im Kreis Helmstedt hält, steht still. Aktuelle Informationen stellt die Deutsche Bahn online unter bahn.de/aktuell zur Verfügung.

Ersatzverkehr nicht angekündigt

Mehrfach fährt am Montag ein Schienenersatzverkehr zwischen Braunschweig und Magdeburg der durch die Peiner Verkehrsgesellschaft betrieben wurde. Angekündigt wurde dieser jedoch weder im DB Navigator noch auf der Website der DB bahn.de/aktuell, auf die eine Pressesprecherin der Bahn am Freitag in Sachen Streik verwies oder auf der Anzeigetafel am Helmstedter Bahnhof. Auf dieser steht lediglich ein Verweis auf die Seite bahnhof.de/zuege, wo ebenfalls keine Informationen zu dem Ersatzverkehr zu finden sind.

Wie regelmäßig die Busse zwischen Braunschweig und Magdeburg verkehren, kann der Fahrer einer der Ersatzverkehrsbusse zunächst nicht mitteilen. Auch die Frage danach, wie viele Menschen das Angebot in etwa nutzen würden, kann er noch nicht beantworten. „Das ist gerade meine erste Fahrt heute“, erklärt er. Leer ist der Bus jedenfalls sowohl bei seiner Ankunft in Helmstedt gegen 16.15 Uhr als auch bei seiner Abfahrt kurze Zeit später. Den Betreiber des Ersatzverkehrs erreichten wir am Montagnachmittag nicht mehr. Ihn wollten wir fragen, ob das bei den vorherigen Fahrten ähnlich aussah und warum das Angebot nicht mehr beworben wurde.

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