Kleine Läden in Braunschweig

Süß, bunt, erfolgreich: „House of Sweets“ aus Braunschweig

| Lesedauer: 3 Minuten
Tahir Gülsahin (rechts) und Deniz Karadag in ihrem Süßwaren-Geschäft „House of Sweets" in den Schloss-Arkaden.

Tahir Gülsahin (rechts) und Deniz Karadag in ihrem Süßwaren-Geschäft „House of Sweets" in den Schloss-Arkaden.

Foto: Stefan Lohmann / regios24

Braunschweig.  Der kleine Laden für internationale Süßigkeiten startete 2018 im Magniviertel – inzwischen genießt das „House of Sweets“ Kult-Status. Auch dank Sido.

Erinnern Sie sich noch an diese köstlichen Zuckerbomben, die Sie letztes Jahr im Sommerurlaub probiert haben – und bei deren Genuss Sie bedauert haben, dass es diese Leckereien nicht daheim in Braunschweig zu kaufen gibt?

Tahir Gülsahin ist es ähnlich ergangen: Nachdem er ein Jahr in Mexiko gelebt hatte, hat er die Süßigkeiten, die er dort und in den USA kennengelernt hat, daheim vermisst. „Beim Superbowl 2017 kam uns die Idee, dass wir in Braunschweig eigentlich einen Kiosk eröffnen müssten, der Süßigkeiten aus aller Welt anbietet“, erzählt der 30-Jährige.

Aus dieser Idee hat sich ein Geschäftsmodell entwickelt, das gerade mächtig expandiert. Ganz klein hatte es angefangen: Im Magniviertel mieteten Tahir Gülsahin, sein Cousin Sahin Gülsahin und ihr Kompagnon Deniz Karadag ihr erstes Ladenlokal an, eine ehemalige Änderungsschneiderei.

Die Regale füllten sie mit Süßigkeiten aus aller Herren Länder: Schokodrops aus Dubai, Gebäck aus Italien, Frühstücksflocken aus Australien, Lakritzschoko aus Dänemark, Manga-Limo aus Japan, schrill bunten Lollis und saurem Weingummi aus den USA … In Braunschweig laufen übrigens besonders gut die Limetten-Takis aus Mexiko.

Weil die Ware exportiert wird, sind die Produkte, die es im „House of Sweets“ zu kaufen gibt, natürlich teurer als die handelsüblichen Naschereien beim Discounter – aber im gewöhnlichen Supermarkt bekommt man diese Produkte auch nicht. Das Konzept ging auf: „Einige kommen auf der Suche nach ganz speziellen Süßigkeiten, die sie im Ausland kennengelernt oder in Fernsehserien gesehen haben. Andere sind auf der Suche nach neuen Geschmacksrichtungen, wollen sich überraschen lassen“, erzählt Tahir Gülsahin.

Die Gründungsphase war für die drei jungen Männer aus Salzgitter eine harte Zeit: Zwei von ihnen waren in Vollzeit bei VW und der Salzgitter AG beschäftigt, der dritte steckte noch im Studium. „Über Monate haben wir kaum geschlafen, haben zwischen den Schichten im Laden gestanden und auch noch ehrenamtlich als Fußballtrainer gearbeitet“, erzählt Tahir Gülsahin.

Inzwischen ruhen ihre Arbeitsverträge, sie konzentrieren sich ganz auf ihr „House of Sweets“. Vom Magniviertel sind sie vor einem Jahr in die Schloss-Arkaden umgezogen. 2020 eröffneten sie einen Shop in der Ernst-August-Galerie Hannover. Trotz Corona wuchs ihr Unternehmen – und im Internet haben sie sich durch den Support einiger Rapper und Influencer mittlerweile einen Kultstatus erarbeitet. Auf Instagram hat ihr Account beachtliche 134.000 Follower.

Insbesondere Rapper Sido, der die Nasch-Experten spontan in seine Youtube-Show „Zuhause mit Sido“ eingeladen hatte, machte „House of Sweets“ bekannt. „Wir waren bei Sido – und eine Woche später hatten wir 20.000 Follower mehr und konnten uns vor Online-Bestellungen kaum retten“, berichtet Tahir Gülsahin. Auch andere Deutschrapper wie Haftbefehl, Xatar und Ufo361 haben auf ihren Accounts die Werbetrommel für „House of Sweets“ gerührt.

Neuerdings betreiben die drei Gründer auch Läden in Leipzig und Hamburg und beschäftigen mittlerweile 50 Mitarbeiter. In Kürze folgt die Neueröffnung in Berlin. Dortmund, Bremen und Stuttgart sollen im Sommer folgen. „Dass es so gut läuft, hätten wir nie gedacht“, gibt Gülsahin zu. Sein Erfolgsrezept? „Man muss immer am Ball bleiben, die neuesten Trends in den Ländern kennen und international die Kontakte pflegen.“

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