Braunschweig. Der Umbau ist beendet, die Einrichtung ist komplett – doch noch haben die türkischen Köche kein Visum. Was ist das Problem? Wie geht es jetzt weiter?

Wie geht es weiter mit Braunschweigs Flaniermeile Bohlweg? Das Restaurant Taksim soll die Magnetwirkung verstärken. „Coming Soon“ heißt es mittlerweile an den Schaufenstern. Doch wann genau das Restaurant für türkische Spezialitäten öffnet, weiß selbst Eigentümer Süleyman Durak nicht.

Durak hat im Grunde zwei Baustellen in der Innenstadt. Eine sei er demnächst definitiv los, sagt er: „An der Friedrich-Wilhelm-Straße wird im Mai das Taksim-Bistro öffnen.“ Und auch bei seinem Großprojekt, dem Taksim-Restaurant am Bohlweg, nähere sich tatsächlich die Zeit der Öffnung.

Taksim – so heißt auch ein Stadtteil in Istanbul

Ein Vorhaben, das er längst hätte umsetzen wollen. Nach vier Jahren Leerstand wurden zum Jahresbeginn 2020 die Räume des ehemaligen McDonald’s am Bohlweg übernommen. „Taksim“ habe als Name schon festgestanden, erklärt Durak: „Der gleichnamige Stadtteil im europäischen Teil von Istanbul ist Touristen bestens bekannt.“ Fußgänger-Zone, Gastronomie, Nachtleben. Ein Name mit Anspruch und Verpflichtung.

Nichts sollte darum nach dem Umbau mehr an die amerikanische Fast-Food-Kette erinnern. Die Endabnahme habe mittlerweile stattgefunden. Nacharbeiten seien noch nötig. Die Außen-Markise fehle noch. Ein langer Weg sei es gewesen, sagt Durak: „Lieferketten rissen. Corona hat mich mindestens ein Jahr Zeit verlieren lassen.“ Zumal Teile der Einrichtung in der Türkei gefertigt wurden.

Das Restaurant soll 200 Plätze bieten

Kosten, sagt Durak, hätten nicht im Mittelpunkt gestanden. „Die Türkei ist nicht mehr billig. Doch Fliesen mit dem Firmenlogo oder eine hochwertige Bestuhlung habe ich zu vertretbaren Preisen nur dort bekommen. Im Grunde könnte ich sofort öffnen. Die Einrichtung ist komplett. Nur noch die Endreinigung steht aus.“

Bislang fehlt allerdings das gesamte Personal. 30 Mitarbeiter sollen eingestellt werden. 200 Plätze werde das Taksim etwa bieten. Im Mittelpunkt stehen allerdings die Köche. Sie sollen aus der Türkei kommen. Durak sagt dazu: „Mittlerweile kann ich nicht mehr das Konzept ändern und statt türkischer Spezialitäten beispielsweise Pizza und Pasta anbieten.“ Die Branche habe sich zudem verändert: „Gutes Personal zum Mindestlohn ­­– das gibt es längst nicht mehr.“ Außerdem: Wer gehobene Preise verlangen wolle, „der muss auch gehobene Klasse bieten“.

Sechs Köche aus Istanbul werden erwartet

Sechs Köche sollen darum aus Istanbul kommen. Spitzenköche, wie Durak sagt. Die Türkei ist jedoch Nicht-EU-Land. Visa sind für die Einreise nötig. Was dabei zu beachten ist, erklärt die Stadtverwaltung, dort befindet sich die Ausländerbehörde, die eine Mittlerrolle hat, so: „Die Ausländerbehörde beteiligt zum Beispiel im Falle von Köchen die Industrie- und Handelskammer. Die muss die Qualifikation als gleichwertig mit einer deutschen Ausbildung anerkennen.“ Zudem müsse auch die Bundesagentur für Arbeit der Beschäftigung zustimmen.

Kammer und Agentur könnten bei nur teilweiser Anerkennung der ausländischen Ausbildung erforderliche Qualifizierungsmaßnahmen festlegen. Erst bei positiven Entscheidungen aller Beteiligten, so die Stadt, werde die deutsche Auslandsvertretung informiert. Dann können die Visa erteilt werden. Im Falle der Taksim-Köche laufe das Verfahren noch.

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Durak hat zwar mittlerweile Unterbringungsmöglichkeiten für die Köche organisiert. „Wann sie hier eintreffen, weiß ich aber noch nicht. Erst wenn sie hier sind, kann ich das weitere Personal einstellen.“ Einfluss auf das Verfahren habe er nicht: „Es kann schnell gehen, sich aber auch ziehen.“

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