Volksbank BraWo kauft Karstadt-Gebäude in Braunschweig

Braunschweig.  Den langfristigen Mietvertrag mit der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Gruppe habe man übernommen, teilt das Unternehmen mit.

Das Karstadt-Gebäude an der Schuhstraße gehört jetzt der Volksbank BraWo.

Das Karstadt-Gebäude an der Schuhstraße gehört jetzt der Volksbank BraWo.

Foto: Volksbank BraWo

Das normale Bankgeschäft ist zwar nach wie vor die Basis der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg – aber ihren Immobilienbereich baut sie mit großem Tempo immer weiter aus. Der Bestand liegt inzwischen bei rund 600 Millionen Euro, allein in diesem Jahr wurden dem Unternehmen zufolge mehr als 200 Millionen investiert.

Jetzt ist das Braunschweiger Karstadt-Gebäude zwischen Neue Straße und Schuhstraße hinzugekommen, wie die Volksbank mitteilte. Die gesamte Liegenschaft umfasse auch drei angrenzende Fachwerkhäuser sowie ein Wohn- und Geschäftshaus in Richtung Kleine Burg. Zur Kaufsumme und zum Verkäufer sei Stillschweigen vereinbart worden.

Karstadt-Mietvertrag übernommen

„Mit dem Erwerb bekennen wir uns ein weiteres Mal nachhaltig zur Stadt, zur Region und zum Einzelhandelsstandort Braunschweig“, wird der Vorstandsvorsitzende Jürgen Brinkmann in einer Pressemitteilung zitiert. „Dazu gehört, dass wir auch als Vermieter, auf den man sich verlassen kann, für die Menschen da sind, die hier leben und einkaufen und anderseits auch arbeiten wollen. Aus unserer Sicht ist es daher wichtig, dass die Immobilie in lokaler Hand bleibt und nicht an ausländische Investoren verkauft wird.“

Brinkmann betont, man habe vollstes Vertrauen in die Galeria-Karstadt-Kaufhof-Gruppe mit dem neuen Eigentümer Signa und in ihr Konzept zur Neuausrichtung des deutschen Kaufhausmarkts. „Um dies zu bekräftigen, haben wir den langfristigen Mietvertrag übernommen.“

Die Gründe für den Kauf: „Im aktuellen Niedrigzins-Umfeld ist der Bereich Immobilien eine weitere Ertragsquelle, die notwendig ist, um zukunftsfähig zu bleiben“, so Brinkmann. Dieses Standbein werde weiter ausgebaut, um Jobs zu sichern und neu zu schaffen. Im Interview mit unserer Zeitung hatte Brinkmann vor einem Jahr betont, dass die Rendite bei allen Immobilien mindestens zehn Prozent betrage. Die Volksbank BraWo sei inzwischen der größte gewerbliche Vermieter in der Region.

Großprojekte auch in Wolfsburg

Mit ihrem Immobiliengeschäft ist die Volksbank besonders in Braunschweig und Wolfsburg sehr aktiv. 2015 wurde der BraWo-Park am Braunschweiger Hauptbahnhof eröffnet, das Investitionsvolumen lag bei 130 Millionen Euro. Ebenfalls 2015 hat die Bank das Schloss-Carree in der Innenstadt gekauft, 2017 folgten die Immobilie Galeria-Kaufhof am Bohlweg und der Komplex „Stöckheimer Markt“ mit Wohnungen, Büros, Praxen und Läden.

Im selben Jahr wurde am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg das Lilienthal-Haus eröffnet, ein Ort für Ingenieure und Wissenschaftler, die sich mit Luftfahrt, Raumfahrt und Mobilität befassen. Parallel dazu hat die Volksbank ein großes Baugebiet in Waggum entwickelt, und am Langen Kamp sind ebenfalls schon etliche Wohnungen entstanden – weitere Wohnungen, Büros und ein Supermarkt kommen dort noch hinzu.

In Wolfsburg will die Bank bis zu 130 Millionen Euro in die BraWo-City am Nordkopf investieren, und seit Kurzem ist sie dort unter anderem auch neue Eigentümerin der Schillergalerie. Dem Unternehmen gehören damit weite Teile der Wolfsburger Einkaufsmeile. Im Wolfsburger Allerpark hatte die Volksbank außerdem das Vier-Sterne-Hotel errichtet, das seit 2018 von Courtyard by Marriott betrieben wird. Und in Fallersleben hat sie kürzlich den Immobilienkomplex „Schulzen Hof“ erworben.

Auch außerhalb der Region ist die Volksbank aktiv: So hat sie erst kürzlich für 91 Millionen Euro das Einkaufscenter Bahnhof Altona in Hamburg gekauft. In Hannover entwickelt sie das Großquartier „Wasserstadt Limmer“. In Thüringen gehört ihr einer der größten Solarparks Deutschlands.

Der nächste Büroturm kommt bald

In Braunschweig stehen bereits die nächsten Projekte an, zum Beispiel der Bau des zweiten Büro-Hochhauses im BraWo-Park. Hierzu sollen in Kürze konkrete Infos folgen, teilte Pressesprecher Daniel Dormeyer auf Anfrage mit. Geplant ist auch ein zweites Lilienthal-Haus am Forschungsflughafen – Details dazu gebe es aber noch nicht. Ebenso ist weiterhin Geduld hinsichtlich des Schloss-Carees gefragt: Schon mehrfach hatte die Volksbank ein Konzept für eine Erneuerung angekündigt, doch das Vorhaben sei noch in der Planung, so Dormeyer. Das Gleiche gelte für den Neubau eines Kongresshotels im Zuge der Stadthallen-Sanierung: Im Moment gebe es keine neuen Infos.

Der Artikel wurde aktualisiert.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder