Volksbank Brawo kauft Einkaufscenter für 91 Millionen

Braunschweig.  Die Immobilien-Investition der Bank in Hamburg ist die größte außerhalb Braunschweigs – nur der Brawo-Park war teurer.

Der Bahnhof Altona mit Einkaufscenter in Hamburg.

Der Bahnhof Altona mit Einkaufscenter in Hamburg.

Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius

Die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (Brawo) hat ihr Immobiliengeschäft mit einer Riesen-Investition jetzt gen Norden ausgeweitet. Für 91 Millionen Euro kaufte sie das Einkaufscenter Bahnhof Altona in Hamburg von der britischen Investmentfirma RDI Reit. Die Brawo-Immobilientochter AVW soll das Center künftig verwalten und langfristig betreuen, wie die Volksbank am Montag auf Anfrage mitteilte. Der Verkauf soll bis Jahresende komplett abgeschlossen sein. Den Brawo-Park in Braunschweig ausgenommen, ist es die größte Investition des genossenschaftlichen Geldinstituts.

„Durch die Erfahrung der eigenen Immobilieninvestitionen der Vergangenheit und der lokalen Expertise unserer Tochtergesellschaft, der AVW, sind wir inzwischen in der Lage, selektiv auch größere Immobilientransaktionen zu managen“, hieß es von der Volksbank. Das zweigeschossige Einkaufscenter hat eine Fläche von 15.500 Quadratmetern und mehr als 20 Ladenlokale. Ankermieter sind Media-Markt, Lidl und die Drogerie Rossmann. Das Center ist direkt an den Fernbahnhof und den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. „Mit den gegenwärtigen Mietern streben wir eine langfristige Partnerschaft an“, teilte die Volksbank mit. Vorerst seien keine größeren Veränderungen geplant. Die Hamburger Tochter AVW sei allerdings bestens aufgestellt, um auf „eventuelle Veränderungen“ an dem Standort reagieren zu können.

Veränderungen stehen tatsächlich an: Der Fernverkehr soll ab 2025 zwei Kilometer weiter nördlich nach Diebsteich in Hamburg-Altona-Nord verlegt werden. Allerdings klagt dagegen der Verkehrsclub Deutschland (VCD), im Moment gilt ein Baustopp. S-Bahn und Busbahnhof sollen dem Standort erhalten bleiben.

Die Volksbank betonte, dass der Fokus der Bank trotz der Investition in unserer Region bleiben werde. Alternative Investmentformen würden aufgrund des allgemeinen Zinsumfelds aber immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der aktuelle Immobilienbestand der Brawo liegt nach eigenen Angaben aktuell bei rund 600 Millionen Euro. Zuletzt investierte das Institut in Einzelhandels-, Büro- und Wohnflächen, in den Immobilien-Komplex „Schulzen-Hof“ in Fallersleben. Außerhalb der Region besitzt die Volksbank außerdem Objekte in Baden-Württemberg und Thüringen, unter anderem einen der größten Solarparks Deutschlands. 2018 verzeichnete die Volksbank einen Gewinn von knapp 12,5 Millionen Euro. Sie ist nach eigenen Angaben weiter auf Wachstumskurs. Das laufende Geschäftsjahr werde aller Voraussicht nach das erfolgreichste der Unternehmensgeschichte.

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