Wolfsburg. Gegner SGS Essen ist für Wolfsburgs Coach das Überraschungsteam und ihr Trainer „der Christian Streich der Frauen-Bundesliga“.

Zwei Linksverteidigerinnen hat der VfL Wolfsburg in diesem Winter mit Felicitas Rauch und Sara Agrez abgegeben, mit Diana Nemeth ein Talent dazubekommen, das erst einmal über die U20 in der VW-Autostadt ankommen soll. Ausgerechnet vor dem ersten Spiel des Jahres beim Überraschungsfünften SGS Essen (Montag, 19.30 Uhr, live bei Sport1) plagen den Klub hinten Personalsorgen. Doch Coach Tommy Stroot gibt sich trotzdem reichlich entspannt.

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Mit Kathrin Hendrich (Wadenprobleme) und Camilla Küver (muskuläre Probleme) fehlen zwei Innenverteidigerinnen, Nemeth dürfte erkältet fehlen, auch Joelle Wedemeyer ist fraglich. Das macht bis zu vier Ausfälle in der Abwehrkette plus die zwei Winter-Abgänge. Obendrein verpassen auch Kristin Demann und Ersatzkeeperin Anneke Borbe die Partie im Westen.

Abwehrprobleme? Wolfsburg-Coach hat flexible Spielerinnen in der Hinterhand

Doch Stroot treibt das keine Sorgenfalten auf die Stirn. Er sagt: „Ich bin entspannt.“ Weil er weiß, dass er noch weitere Alternativen hat. Innen haben es Marina Hegering und Dominique Janssen in der Vorbereitung, in der der VfL ohne Gegentreffer blieb, auch gut gemacht. Außen stehen Lynn Wilms (rechts) und Nuria Rabano (links) zur Verfügung.

Und sollte doch noch eine Spielerin ausfallen, hätte der Coach immer noch Alternativen. Mittelfeldspielerin Lena Lattwein könnte auch als zentrale Abwehrspielerin agieren, Chantal Hagel hat schon im Nationalteam die linke Abwehrseite beackert. „Es sind verschiedene Spielerinnen, die da eine gewisse Flexibilität an den Tag legen“, sagt der Wolfsburger Trainer.

Stroot: „Viel Respekt und Wertschätzung“ für Trainerkollege Markus Högner

Gleichwohl weiß er, dass der Auftakt an der Essener Hafenstraße trotz starker Vorbereitung kein Selbstgänger werden wird. Die SGS adelt Stroot als „das Überraschungsteam der Saison. Essen steht nur drei Punkte hinter Frankfurt, das sagt schon eine ganze Menge aus.“

Markus Högner leistet in Essen tolle Arbeit, stellt mit dem Tabellenfünften SGS das Überraschungsteam der Saison.
Markus Högner leistet in Essen tolle Arbeit, stellt mit dem Tabellenfünften SGS das Überraschungsteam der Saison. © regios24 | Darius Simka

Die Mannschaft verfüge über Tempo, Zug nach vorne und Qualität, „die Markus immer wieder sehr gut einzusetzen weiß“, so der VfL-Coach. Markus, das ist Essen-Trainer Markus Högner, den Stroot gleich mal als „Christian Streich der Frauen-Bundesliga“ adelt, der immer wieder Talente findet und aufbaut. Für Högners Arbeit bringt Stroot „viel Respekt und Wertschätzung“ auf.

Die SGS wird den Wolfsburgerinnen am Montag vieles abverlangen, auch die Platzverhältnisse werden schlechtere sein als bei den vier Testspiel-Erfolgen des VfL in diesem Winter in Portugal und auf dem Platz vor der VW-Arena. Der Wölfinnen-Coach drückt es diplomatisch aus: „Die Platzsituation wird so sein, wie es sich für Januar, Februar gehört. Auch damit müssen wir umgehen.“

VfL will direkte Qualifikation für die Champions League

Denn klar ist: Der VfL will seine Spitzenposition bis zum Schluss verteidigen, sich die Meisterschaft und damit auch die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League schnappen, die er als Zweiter in der laufenden Saison verpasst hatte.

Schon dieses erste Wochenende könnte einen Trend aufzeigen; die Bayern empfangen den Tabellenvierten Hoffenheim, ehe der VfL den Spieltag beschließt. Stroot meint: „Wahrscheinlich werden wir am Montagabend schon mehr wissen.“