Polizei Salzgitter

In Baddeckenstedt: „Führerscheinkönig“ auf Flucht festgenommen

Führerscheine wie diese hat der selbst ernannte „Führerscheinkönig“ verteilt. Er ist nun – flüchtig – in Baddeckenstedt gefasst worden. (Archivbild)

Führerscheine wie diese hat der selbst ernannte „Führerscheinkönig“ verteilt. Er ist nun – flüchtig – in Baddeckenstedt gefasst worden. (Archivbild)

Foto: David Inderlied / dpa

Baddeckenstedt.  Der verurteilte Betrüger war nicht zum Haftantritt in der JVA Wolfenbüttel erschienen. In Baddeckenstedt wurde er nun gefasst.

Er tanzte der Justiz auf der Nase herum – bis die zurückschlug. Der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte „Führerscheinkönig“ von Detmold befindet sich nach mehrwöchiger Flucht im Gefängnis in Wolfenbüttel. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Detmold wurde der im Mai 2020 wegen Betruges verurteilte 54-Jährige bereits Anfang November in Baddeckenstedt (Landkreis Wolfenbüttel) festgenommen.

Rolf H. war demnach zum Haftantritt im September nicht erschienen. Weil der heute 54-Jährige seinen Wohnsitz aus Ostwestfalen nach Niedersachsen verlegt hat, sollte er seine dreinhalbjährige Strafe in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel verbüßen.

Bundesweit bekannt wurde er, weil er Autofahrern tausendfach dabei half, im EU-Ausland Ersatz für in Deutschland entzogene Führerscheine zu bekommen. Sie meldeten pro forma einen Wohnsitz im Ausland an und bekamen eine Fahrerlaubnis. Rolf H. soll nach eigenen Angaben auf diese Weise Millionen verdient haben. Doch die Führerscheine waren in Deutschland nicht gültig. Betrug, befand das Landgericht Detmold.

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Rolf H. wurde von Fahndern der Polizei Salzgitter festgenommen. Eine Anwohnerin in Baddeckenstedt hatte die Beamten verständigt, berichtet Salzgitters Polizeisprecher Matthias Pintak.

Medienberichten zufolge wurde der selbst ernannte „Führerscheinkönig“ schlafend in seinem Auto vor dem örtlichen Friedhof gefasst. Dabei soll er gar keine Fahrerlaubnis haben. Zwei Stunden später saß er bereits in der JVA Wolfenbüttel.

Gegen ihn sollen bereits neue Verfahren laufen. Unter anderem wegen Beleidigung. Auf der Flucht hatte Videos verbreitet. Darin bezeichnet Rolf H. Staatsanwälte als „Nutten“ und Richter als „kriminell“.

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