Eutzen. Am unbeschrankten Bahnübergang bei Eutzen sind Zug und Auto zusammengeprallt. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, ebenso wie zwei Insassen.

Schwerer Unfall bei Eutzen im Gifhorner Nordkreis: Ein Erixx-Zug und ein Auto sind am frühen Dienstagnachmittag gegen 14.15 Uhr an einem unbeschrankten Bahnübergang kollidiert. Die Bahnstrecke zwischen Gifhorn und Uelzen war für rund zwei Stunden komplett gesperrt.

Der betroffene Regionalzug stand noch auf den Gleisen – es wurde geprüft, ob der Zug weiter nach Wittingen fahren konnte. Darin saßen etwa 60 Fahrgäste die ganze Zeit fest – bei ausgefallener Klimaanlage im vorderen Wagen.

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Was war geschehen? Eine 38-jährige Frau aus Emmen war mit ihrem Škoda unterwegs von Eutzen in Richtung Wunderbüttel, wollte die Gleise queren. Der Zugführer hatte laut Wittinger Polizei nur noch ein Krachen gehört, vorher aber nicht gesehen, dass sich ein Auto näherte. Die Frau hatte Polizei-Angaben zufolge den Zug aus noch ungeklärter Ursache übersehen. Es handelt sich um einen unbeschrankten Bahnübergang mit Andreaskreuzen. Der Erixx fährt an dieser Stelle stets mit Tempo 80.

Obwohl der Lokführer sofort eine Notbremsung einleitete, wurde der Wagen der Frau an der vorderen linken Fahrzeugseite vom Erixx erfasst.

An einem unbeschrankten Bahnübergang bei Eutzen im Landkreis Gifhorn ist am Dienstag ein Erixx mit einem Auto kollidiert. Die Strecke wurde gesperrt.
An einem unbeschrankten Bahnübergang bei Eutzen im Landkreis Gifhorn ist am Dienstag ein Erixx mit einem Auto kollidiert. Die Strecke wurde gesperrt. © Reiner Silberstein

Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Holger Krebs, der auch Ortsbrandmeister in Knesebeck ist, sagte unserer Zeitung, dass sich die 38-jährige Frau leicht verletzt habe. Sie sei bei Eintreffen der Einsatzkräfte ansprechbar gewesen. Ersthelfer hatten sie bereits aus dem Wagen befreit. Mit einem Rettungswagen kam die 38-Jährige in ein Krankenhaus.

Zwei weitere Personen im Zug seien leicht verletzt worden, unter anderem ein 14-jähriges Mädchen und eine schwangere Frau. Die Verletzungen beschränken sich aber eher auf einen Schock. „Der Lokführer und die Fahrgäste im Zug kamen mit dem Schrecken davon“, berichtet die Polizei.

Bahnunfall: Hubschrauber kreisen über Eutzen

Am Nachmittag kreiste ein Hubschrauber der Bundespolizei über die Unfallstelle. Zudem war ein Rettungshubschrauber im Anflug – dessen Einsatz war allerdings nicht mehr nötig.

Im Einsatz waren neben den Notärzten die Feuerwehren aus Knesebeck und Wittingen mit rund 42 Einsatzkräften, dazu die schnelle Einsatzgruppe des Roten Kreuzes, ein Notfallmanager der Deutschen Bahn sowie die Landes- und Bundespolizei.

Die Feuerwehr baute zunächst eine Rampe auf, um die etwa 60 Fahrgäste aus dem Erixx zu führen. Dieser kann aber offenbar doch bis nach Wittingen weiterfahren.
Die Feuerwehr baute zunächst eine Rampe auf, um die etwa 60 Fahrgäste aus dem Erixx zu führen. Dieser kann aber offenbar doch bis nach Wittingen weiterfahren. © Reiner Silberstein

Ursprünglich war angedacht, den Zug über eine von der Feuerwehr angebauten Hilfsrampe zu evakuieren. Diese Rampe wurde jedoch wieder abgebaut und der Zug fuhr gegen 16.10 Uhr mit einem anderen Zugführer eigenständig bis zum Bahnhof in Wittingen weiter, wo die Fahrgäste aussteigen konnten. Laut Bahn-Mitarbeiter seien zuvor die Bremsen überprüft worden.

An dem Škoda entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden. Die Schadenshöhe schätzt die Polizei auf zirka 17.000 Euro. Der Schaden an der Lok beträgt demnach etwa 8000 Euro.

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Niedersachsenweit in Erinnerung ist noch der tödliche Unfall an einem beschrankten Bahnübergang in der Region Hannover: Im April kamen drei Menschen bei einer Kollision mit einem Regionalzug ums Leben. Die Deutsche Bahn kündigte damals an, Konsequenzen zu ziehen. Auch im Landkreis Gifhorn krachte es in diesem Jahr schon an einem Bahnübergang: Ende März entging ein Autofahrer bei Wittingen um Haaresbreite Schlimmerem. 2019 kam eine Frau bei einem ähnlichen Unfall in Isenbüttel ums Leben.

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