Flughafen-Chef will Gewerbeansiedlungen fördern

Braunschweig.  Beim Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Christos Pantazis stellt der Geschäftsführer des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg seine Pläne vor.

Zur Diskussionsrunde war SPD-Abgeordneter Christos Pantazis (Zweiter von links) auf dem Forschungsflughafen zu Gast.

Zur Diskussionsrunde war SPD-Abgeordneter Christos Pantazis (Zweiter von links) auf dem Forschungsflughafen zu Gast.

Foto: Lucas Rosenbaum

Christos Pantazis hatte sich nicht das einfachste Thema ausgesucht: Im Gemeinschaftshaus Bienrode ging es bei der Gesprächsrunde des Braunschweiger SPD-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten um die Pläne des neuen Flughafengeschäftsführers Michael Schwarz , der sich den Fragen ebenso stellte wie Bezirksbürgermeister Gerhard Stülten und Matthias Disterheft vom Flughafen-Aufsichtsrat.

Schnell wurde deutlich, wie sich die Fronten über die Jahre verhärtet haben. Auch in der Kommunikation. Dass diese Zeiten sich geändert haben, machte der neue Flughafen-Geschäftsführer unmissverständlich klar. „Ich bin hier mit einigen Ideen angetreten, wie der Flughafen reformiert werden kann. Dazu gehört auch in erster Linie, die Kommunikation zwischen den Gremien, aber auch zu den Bürgern zu verbessern“, versprach Michael Schwarz.

In den kommenden Monaten soll die Marke des Flughafens grundlegend reformiert werden. Dies sei aber nicht das einzige Feld, in dem er tätig werden möchte: In einer Planung bis 2030 möchte Schwarz die Gewerbeansiedlung rund um den Flughafen fördern, Flächen vermieten und verpachten, aber auch im Bereich der Aviation, also beim Flugbetrieb, die Einnahmen erhöhen. „Braunschweig genießt als Forschungsflughafen und als Standort für Behörden eine außerordentliche Stellung, daran möchten wir anknüpfen“, resümiert Schwarz.

Christos Pantazis betonte, dass es nicht nur um neue Pläne gehen könne, sondern auch Altlasten beseitigt werden müssten. Er zeigte sich aber zufrieden darüber, dass bereits jetzt wirkungsvolle Gespräche geführt würden. Eine der Altlasten sei der schlechte Zustand mancher Ausgleichsflächen für die bei der Verlängerung der Start- und Landebahn gefällten Bäume.

Den Bürgern, die gekommen waren, sind vor allem drei Themenkomplexe wichtig: die Lärmreduzierung, eine mögliche Umstrukturierung zu einem Sondernutzungsflughafen und eine Verkehrsentlastung für Waggum.

Hier wurde für den Ausbau des Flughafens der Hauptverkehrsweg über die Grasseler Straße gekappt, eine Maßnahme, die den Bewohnern große Umwege und eine Verlagerung des Verkehrs durch den Ortskern brachte. Die damals erhoffte Lösung eines Tunnels oder einer Umgehungsstraße sei bis heute nicht umgesetzt worden.

Pantazis versprach, sich hier nicht mit einer „Null-Lösung“ zufrieden zu geben. Das um mehrere 1000 Fahrzeuge erhöhte Verkehrsaufkommen sei ein nicht akzeptabler Zustand, dessen Lösung man sich endlich widmen müsse. Das Ziel sei eine Umgehung, da ein Rückbau der verlängerten Landebahn, eine Herabstufung des Flughafens zu einem Sondernutzungsflughafen oder ein Tunnel vor allem rechtlich und wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen seien.

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