Grizzlys Wolfsburg verschenken den Sieg im Mitteldrittel

Wolfsburg.  Mit 2:5 verliert Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg in Bremerhaven und rutscht auf den vorletzten Gruppenplatz ab.

Hier schepperte es zum ersten Mal im Kasten der Grizzlys: Torwart Dustin Strahlmeier hatte einen „Tunnel“ vom eigenen Mitspieler erhalten.

Hier schepperte es zum ersten Mal im Kasten der Grizzlys: Torwart Dustin Strahlmeier hatte einen „Tunnel“ vom eigenen Mitspieler erhalten.

Foto: Foto: imago/foto2press

Stark begonnen, stark aufgehört, aber dazwischen zu disziplinlos: Aufgrund eines indiskutablen Mitteldrittels verloren ansonsten gut aufgelegte Grizzlys Wolfsburg am Mittwochabend bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven mit 2:5 (1:1, 1:3, 0:1). Die Treffer von Spencer Machacek und Ryan Button reichten nicht zu Zählbarem, weil die Gastgeber durch Anders Krogsgaard, Jan Urbas, Miha Verlic, Niklas Andersen und Dominik Uher erfolgreich waren, zweimal davon im Powerplay. Das machte den Unterschied aus. Durch die Niederlage fielen die Grizzlys auf den vorletzten Platz in der Gruppe Nord der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zurück.

Die Personallage: Bei den Grizzlys fehlte diesmal wieder Center Mathis Olimb (gebrochene Nase), der zuletzt in Düsseldorf mit Vollvisier sein Comeback gegeben hatte , aber offenbar noch Probleme hat. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, hieß es vom Klub dazu. Erstmals wieder im Kader waren indes die U20-WM-Fahrer Jan Nijenhuis (bekam 11:04 Minuten Eiszeit) und Steven Raabe (blieb ohne Eiszeit). Sebastian Furchner (Oberkörperverletzung), Dominik Bittner (Muskelverletzung im Bauchbereich) und Janik Möser ( Herzmuskelentzündung nach Corona-Infektion) fielen nach wie vor aus. Im Tor stand zum dritten Mal in Folge Dustin Strahlmeier. Chet Pickard blieb erneut nur der Platz auf der Bank. Stürmer Spencer Machacek (Schnittwunde an der Hüfte) konnte wie erwartet spielen.

Verdiente Führung

Das erste Drittel: Pat Cortinas Mannschaft kontrollierte den Auftaktdurchgang von der ersten bis zur letzten Minute und ging verdient durch Machacek in Führung. Der kräftige Außen parkte seinen Körper nicht nur geschickt als Sichtblock vor dem Bremerhavener Tor, sondern fälschte Fabio Pfohls Schuss unhaltbar zum 0:1 (9. Minute) in die Maschen ab.

Der Wolfsburger Trainer hatte seine Mannschaft hervorragend auf den Gegner eingestellt. Seine Schützlinge bewiesen zumeist das richtige Timing bei der Entscheidung, Forechecking zu spielen oder nicht. Dass es trotzdem nur unentschieden stand zur ersten Pause, lag an einem Eigentor, dass es im Eishockey nicht gibt. Aber Krogsgaards Schuss hatte dessen dänischer Landsmann Phillip Bruggisser unabsichtlich mit der Kufe zum 1:1 (17.) ins eigene Tor bugsiert, unter den Schonern des überraschten Strahlmeiers hindurch.

Effiziente Gastgeber

Fast wären die Gastgeber kurz vor der Sirene sogar in Führung gegangen, weil sich Bruggisser als letzter Mann einen Scheibenverlust leistete, den Ross Mauermann aber nicht bestrafen konnte (20.). Ein zweiter Treffer der Pinguine hätte aber auch den Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt.

Das zweite Drittel: In Überzahl ging es für die Grizzlys in den Mittelabschnitt. Die zuletzt in Schwung gekommenen Wolfsburger Powerplay-Spezialisten fuhren auch geschickt mit der in dieser Saison oft angewandten zweiten Welle des Aufbaus in die gegnerische Zone. Gefährliche Abschlüsse blieben jedoch aus.

Zwei Powerplay-Tore

Ganz anders im folgenden Bremerhavener Überzahlspiel: Per „One-Timer“ jagte Urbas die Scheibe in den linken Knick, plötzlich führten die Nordlichter mit 2:1 (26.). Bahnte sich da die dritte Grizzlys-Niederlage der Saison gegen die Pinguine an nach den beiden Pleiten im Magenta-Sport-Cup (2:3, 1:3)? Auch aus seinem zweiten Powerplay schlug das Cortina-Team kein Kapital.

Von der Strafbank wegbleiben – das hatte Cortina gefordert. Im Mitteldrittel konnte sich offenbar keiner seiner Spieler mehr darin erinnern. Nach Button mussten im Verlauf auch Armin Wurm und Matti Järvinen in die Kühlbox. Verlic nutzte Järvinens Zwangspause zum vorentscheidenden 3:1 (35.). Und nur 62 Sekunden später bestrafte Andersen die seit vier Spielen zu beobachtenden Defensivprobleme der in dem Moment völlig desorientierten Grizzlys mit dem 4:1.

Button sorgt für Hoffnung

So kann man auch ein Match aus der Hand geben. Immerhin: Button verkürzte im Nachschuss nach Maximilian Adams Pfostentreffer noch vor der Pause auf 2:4 (39.) – ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Das dritte Drittel: Auch hier lieferte das Grizzlys-Powerplay bei zwei Gelegenheiten nicht. Die Gäste übernahmen zwar die Initiative, mussten aber auf die brandgefährlichen Konter der Hausherren achten. Luca Gläser hätte bei einem solchen fast für das 5:2 gesorgt (52.). So lief die Uhr herunter. 2:41 Minuten vor dem Ende nahm Cortina vor einem Bully im Bremerhavener Drittel erstmals den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Doch Großchancen erspielten sich die Grizzlys keine mehr. Stattdessen traf Bremerhaven durch Uher nach einem Scheibenverlust Jordan Bouchers sogar noch zum 5:2 ins verwaiste Wolfsburger Gehäuse – der Endstand.

Ersatzkapitän Fauser sauer

„Wir haben im zweiten Drittel für kurze Zeit komplett unseren Spielplan verloren. Das reicht, dass es dann scheppert“, monierte Gerrit Fauser, der in Abwesenheit des verletzten Furchner erneut das Kapitänsamt innehatte. „Wir geben die Spiele immer wieder innerhalb kurzer Zeit her.“ Insgesamt 19 Gegentore in den vergangenen vier Spielen – das wird Cortina mit seinen Spielern diskutieren müssen.

Spiel kompakt:

Bremerhaven: Maxwell – Krogsgaard, Dietz; Eminger, Moore; Alber, Stowasser – Verlic, Jeglic, Urbas; Andersen, Friesen, Wahl; Mauermann, Quirk, Uher; Hilbrich, Gläser, McMillan.

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Likens, Melchiori; Adam, Button; Bruggisser, Wurm; Raabe – Machacek, Festerling, Busch; Rech, Pfohl, Fauser; Görtz, Järvinen, Boucher; Nijenhuis, Hungerecker.

Tore: 0:1 (08:23) Machacek (Hungerecker, Pfohl), 1:1 (16:10) Krogsgaard (McMillan, Gläser), 2:1 (25:27) Urbas (Dietz, Jeglic/5:4), 3:1 (34:50) Verlic (Jeglic, Dietz/5:4), 4:1 (35:51) Andersen (Quirk), 4:2 (38:24) Button (Adam, Boucher), 5:2 (58:29) Uher (McMillan/5:6).

Strafen: Bremerhaven 10 Minuten, Wolfsburg 8 Minuten.

Schiedsrichter: Marc Iwert, Bastian Steingroß.

Zuschauer: keine.

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