Die Start-Probleme der Grizzlys Wolfsburg

Wolfsburg.  Vor dem ersten Nord-Duell der DEL-Saison mit Bremerhaven plagt sich der Eishockey-Erstligist mit diesen Sorgen herum.

Test bestanden: Grizzlys-Stürmer Spencer Machacek steht gegen Bremerhaven im Kader.

Test bestanden: Grizzlys-Stürmer Spencer Machacek steht gegen Bremerhaven im Kader.

Foto: regios24/Darius Simka

Mit dem Nordduell in Bremerhaven schließen die Grizzlys am Mittwoch von 18.30 Uhr an das erste Viertel der reinen Gruppenphase in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ab. Manager Charly Fliegauf erwartet nach den ersten Eindrücken ein ganz heißes Rennen um die vier Play-off-Plätze in der Nord-Staffel. Drei Siege aus den ersten fünf Saisonspielen sind ein solider Start. Aber folgende Probleme des Tabellenvierten verhinderten ein besseres Abschneiden.

Personalsorgen: Die beste Nachricht im Vorfeld des sechsten Spieltages kommt von Stürmer Spencer Machacek, der sich beim jüngsten 5:4 n.V. in Düsseldorf eine Schnittwunde zugezogen und früh vom Eis gemusst hatte. „Ich habe am Dienstag trainiert. Alles ist gut, ich werde am Mittwoch spielen“, kündigte der wegen seiner kompromisslosen Spielweise gern als „Warrior“ (Krieger) bezeichnete Kanadier an. Unmittelbar nach seinem Ausscheiden war der Cut in der Kabine genäht worden.

Volle Bank?

Erstmals könnte der 21er-Spieltagskader sogar wieder voll werden. Denn: Verteidiger Steven Raabe und Stürmer Jan Nijenhuis kehrten am frühen Dienstagmorgen mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft von der U20-WM aus Kanada zurück. „Sie haben bei ihrer Ankunft gleich den obligatorischen Corona-Test mit dem Team absolviert. Wenn der negativ ausfällt, könnten sie spielen“, sagt Fliegauf, gibt aber zu bedenken: „Nach den Reisestrapazen werden sie erst einmal müde ins Bett gefallen sein.“ Ohne die U20-Nationalspieler bliebe es bei 19 Akteuren, weil Sebastian Furchner (Oberkörperverletzung/frühestens nächste Woche einsatzbereit), Dominik Bittner (Bauchmuskelverletzung) und Janik Möser (Herzmuskelentzündung/beide fallen für unbestimmte Zeit aus) nicht zur Verfügung stehen. Die Abwehrspieler Bittner und Möser haben am Donnerstag beziehungsweise Montag ärztliche Kontrolltermine. Danach wollen Fliegauf und Co. entscheiden, ob für die dezimierte Verteidigung personell nachgebessert werden muss. Das Problem ist, dass fast nur ausländische Profis auf dem Markt sind. Neun von elf möglichen Import-Lizenzen haben die Grizzlys vergeben. Pro Match dürfen sie nur neun Ausländer einsetzen. „Wenn alle gesund sind, müssen wir einen Importstürmer auf die Tribüne setzen, um einen weiteren Importverteidiger spielen zu lassen“, erklärt der Manager die Krux.

Hinten zu offen

Defensivschwächen: Diesen betreffen nicht allein die zuletzt verbliebenen sechs Verteidiger. Aber: In den vergangenen drei Partien (3:5 in Iserlohn, 4:5 n.P. gegen Köln und 5:4 n.V. in Düsseldorf) holten die Grizzlys trotz zwölf selbst geschossener Tore nur drei Punkte. Die 14 Gegentreffer stören Fliegauf. „Wir haben darüber in den vergangenen Tagen gesprochen. Es ist ein Problem des Kollektivs. Überall fehlt ein bisschen. Dabei hätten wir immer gute Chancen, jeden Gegner zu schlagen, wenn wir 60 Minuten konzentriert durchspielen würden“, sagt der Manager. Rückkehrer Machacek weiß, was zuletzt fehlte. „Wir müssen verantwortungsvoller und cleverer mit unseren Entscheidungen im Defensivverhalten umgehen“, fordert der Assistenzkapitän.

Torjäger außer Form: Mit 20 Toren und 24 Torvorlagen war der Franzose Anthony Rech 2019/2020 der erfolgreichste Grizzlys-Scorer gewesen. In den Punktspielen setzt er bisher seinen Negativtrend aus der Vorbereitung nahtlos fort. In fünf DEL-Spielen ist er noch torlos, nur dreimal war er an einem Grizzlys-Treffer beteiligt. „Es ist noch früh in der Saison. Ich werde jetzt nicht den Stab über ,Toto' brechen“, stärkt Fliegauf dem Stürmer den Rücken.

Privates Glück als Hemmschuh?

An Wille und Einsatz mangele es Rech nicht. „Er lässt nichts vermissen, weder im Training noch im Spiel.“ Mit Ausnahme der Tore. Vielleicht hat es erfreuliche Gründe, dass er etwas abgelenkt wird. „,Toto' wird wieder Vater. Manchmal sind die Spieler in solchen Situationen ein bisschen mit schwanger“, sagt Fliegauf augenzwinkernd.

Zum Gegner: Bremerhaven, das während der Vorbereitung ins Finale des Magenta-Sport-Cups eingezogen war, steht aktuell als Fünfter mit zwei Siegen und zwei Niederlagen einen Rang hinter den Wolfsburgern. Zuletzt fügten die Pinguine den Iserlohn Roosters beim 5:2-Heimsieg die erste Saisonpleite zu. Die beiden Turnierspiele gegen die Grizzlys hatten die Nordlichter mit 3:2 und 3:1 für sich entschieden.

Warnung vor den Pinguinen

„Sie sind ein eingespieltes Team“, warnt Fliegauf die Seinen. Der personelle Umbruch an der Nordsee fiel im Corona-Sommer eher gering aus. Im Falle einer glatten Niederlage fallen die Grizzlys in der Tabelle der Nord-Gruppe um zwei Plätze auf den vorletzten Rang zurück. Denn: In der Corona-Saison gilt der Punkte-Quotient (gewonnene Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele), nicht die geholten Punkten allein.

Der Grizzlys-Spielplan im Januar:

  • Mi., 6. Januar, 18.30 Uhr: Bremerhaven – Grizzlys
  • Mi., 13. Januar, 18.30 Uhr: Grizzlys – Düsseldorf
  • Fr., 15. Januar, 18.30 Uhr: Grizzlys – Iserlohn
  • Mi., 20. Januar, 20.30 Uhr: Krefeld – Grizzlys
  • So., 24. Januar, 14.30 Uhr: Grizzlys – Bremerhaven
  • Fr., 29. Januar, 18.30 Uhr: Köln – Grizzlys
  • So., 31. Januar, 17 Uhr: Grizzlys - Berlin
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