2:3 in Mannheim – Kämmer schockt die Grizzlys spät

Wolfsburg/Mannheim.  Wolfsburgs Eishockey-Erstligist zeigt sich nach dem 1:7 gegen Ingolstadt rehabilitiert, bleibt im Spiel bei den Adlern aber erneut ohne Punkte.

Da war’s passiert: Nico Kämmer (rechts) drehte jubelnd ab, Grizzlys-Keeper Chet Pickard (links) konnte dem Schuss nur hinterherschauen. Wolfsburg verlor in Mannheim mit 2:3.

Da war’s passiert: Nico Kämmer (rechts) drehte jubelnd ab, Grizzlys-Keeper Chet Pickard (links) konnte dem Schuss nur hinterherschauen. Wolfsburg verlor in Mannheim mit 2:3.

Foto: Michael Ruffler / PIX-Sportfotos

Das war knapp: Die Grizzlys waren ganz dicht dran, zum ersten Mal seit mehr als vier Jahren wieder Zählbares bei den Adlern Mannheim zu entführen. Vor mehr als 11.500 Zuschauern in der SAP-Arena zeigten sich die Wolfsburger insgesamt rehabilitiert von der 1:7-Abfuhr am Freitag vor heimischem Publikum gegen den ERC Ingolstadt . Doch obwohl die Gäste zweimal einen Rückstand egalisierten, reichte es beim knappen 2:3 (2:2, 0:0, 0:1) gegen den von Ex-Coach Pavel Gross trainierten Meister nicht zu wenigstens einem Punktgewinn.

Bei den Grizzlys war Alexander Johansson nach Krankheit zurückgekehrt. Topskorer Anthony Rech, der gegen Ingolstadt etwas abbekommen hatte, war ebenfalls dabei. Doch nach dem ganz schwachen Auftritt am Freitag gegen den ERC wurden die Grizzlys zunächst auch vom Meister kalt erwischt. Gerade einmal 13 Sekunden dauerte es, ehe David Wolf Rückkehrer Johansson die Scheibe abluchste und Matthias Plachta den Führungstreffer erzielte.

Die Grizzlys standen nach dem frühen Rückstand komplett neben sich, hatten Glück, dass die drückenden Adler das nicht weiter bestraften und ihre Führung ausbauten – der Respekt der Wolfsburger schien riesig, die Adler ließen den Gästen kaum Luft zum Atmen. Kurz durchpusten konnte das Cortinas Team erstmals, als Wolf auf die Strafbank musste (9. Minute), auch wenn die Wolfsburger die Überzahl nicht nutzen konnten. Doch die Grizzlys lösten sich aus dem Dauerdruck und waren dann stark, wenn sie mit hoher Geschwindigkeit nach vorne spielten: Ein schneller Pass quer über das Feld von Johansson auf Spencer Machacek, dieser legte den Puck in den Slot, wo Ex-Adler Garrett Festerling richtig stand – das überraschende 1:1 (12.).

Die Gäste waren nun im Spiel, konnten es ausgeglichener gestalten, Festerling traf sogar die Oberkante der Latte (16.). Doch das erste Powerplay des Meisters war gleich von Erfolg gekrönt. Gerade einmal acht Sekunden bei 5:4 dauerte es, ehe Angreifer Tommi Huhtala eine Plachta-Vorlage zum 2:1 abfälschte (20.).

Aber nur 24 Sekunden später antwortete Wolfsburg durch seinen Topskorer: Wieder spielten die Grizzlys schnell hintenraus, und Rech krönte den erneuten Konter mit einem Schuss über die Stockhand von Adler-Goalie Dennis Endras zum 2:2. „Zwei Tore bei fünf Schüssen sind eine gute Quote“, so Manager Charly Fliegauf in der Drittelpause bei Magentasport. Er hatte aber auch einen unglücklichen Start gesehen: „Das war ein bisschen Schwimmverein.“

So hochintensiv und unterhaltsam wie das Auftaktdrittel war es im zweiten Abschnitt nicht mehr. Die Grizzlys hatten nun aber einen viel besseren Zugriff. Oder wie Christoph Höhenleitner sagte: „Das zweite Drittel war auf Augenhöhe, weil wir uns nicht mehr in die Hosen gemacht haben.“ Wolfsburgs Keeper Chet Pickard hatte dennoch einige Gelegenheiten, um sich auszuzeichnen, hielt im Eins-gegen-eins gegen Adler-Youngster Tim Stützle (33.) und gegen Wolf (34.). Auf der Gegenseite hätte zuvor Johansson fast auf 3:2 für die Gäste gestellt, vergab aber frei vor Endras (31.). Gut für die Grizzlys: Sieben Sekunden vor Drittelende kassierte Mannheim eine zweite Strafzeit. Mit 1:53 Minuten in Überzahl ging es also in den Schlussabschnitt.

Doch nutzen konnte das Cortina-Team sein Powerplay wieder nicht, auch wenn die Scheibe gut zirkulierte. So wurden die Mannheimer gegen Ende stärker und stärker, sie suchten die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Gegen Plachta und Nico Krämmer (beide 57.) entschärfte noch der starke Pickard. Bei Krämmers nächstem Versuch nach feiner Vorlage von Borna Rendulic war der Grizzlys-Keeper genauso wie seine Vorderleute aber machtlos. Wolfsburg versuchte in den letzten zweieinhalb Minuten noch einmal alles. Cortina nahm eine Auszeit und Pickard 78 Sekunden vor dem Ende vom Eis – doch es half nichts. Die Grizzlys waren dicht dran, verpassten es jedoch abermals, Zählbares aus Mannheim zu entführen.

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