Für Grizzlys-Stürmer Möchel ist’s nur fast tragisch

Wolfsburg.  Wolfsburgs Stürmer unterlaufen drei Strafen, die München jeweils zu Toren nutzen kann. Siegtorschütze Pfohl lobt „starke Teamleistung“.

Marius Möchel (rechts) unterlaufen in München drei Strafen, die der Tabellenführer jeweils mit einem Tor bestraft. Doch am Ende ging es beim 5:4 n. P. der Grizzlys noch einmal gut.

Marius Möchel (rechts) unterlaufen in München drei Strafen, die der Tabellenführer jeweils mit einem Tor bestraft. Doch am Ende ging es beim 5:4 n. P. der Grizzlys noch einmal gut.

Foto: kolbert-press/Alexander Freiesleben / imago images

Eine „von hinten bis vorne sehr gute Mannschaftsleistung“ hatte Charly Fliegauf gesehen. Der Manager der Grizzlys Wolfsburg sparte nach dem Überraschungscoup bei DEL-Tabellenführer RB München (5:4 n. P.) nicht mit lobenden Worten für sein Team. Nur auf einen seiner Akteure angesprochen, muss er kurz stutzen…

Denn der Einsatz von Marius Möchel war ein wenig zu viel des Guten. Die drei Strafzeiten, die der 28-Jährige kassierte, führten zu drei Powerplay-Toren der Münchner – und das hätte die Grizzlys trotz des starken Auftritts beinahe Zählbares gekostet. „Das war fast ein bisschen tragisch“, meinte Fliegauf. „Er hatte zuletzt nicht ganz so viel Eiszeit und wollte es besonders gut machen.“ Doch stattdessen war der Angreifer ein wenig übermütig, kassierte seine erste Strafe vor dem 0:1 wegen Beinstellens, die weiteren vor dem 0:2 und dem 3:4 wegen hohen Stocks. „Nicht so clever“ nannte Fliegauf die Aktionen.

Doch die Wolfsburger Mannschaft biss sich auch für ihre Nummer 77 zurück – und fand am Ende dank Fabio Pfohls Treffer im Penaltyschießen sogar einen Weg, das Spiel für sich zu entscheiden. „Wir haben bis zum Ende an uns geglaubt, und das wurde belohnt“, jubelte der Siegtorschütze bei Magentasport und meinte weiter: „Das war eine starke Teamleistung, und es waren zwei ganz wichtige Punkte.“

Und das, obwohl die Wolfsburger einmal mehr dezimiert angetreten waren. Nachdem sich am Freitagabend beim 1:0 n. V. gegen Augsburg Mathis Olimb mutmaßlich an der Hand verletzt hatte, blieb sogar ein Platz im Kader frei. Olimb wird am heutigen Montag noch einmal untersucht, über die Ausfalldauer mochte Fliegauf noch nicht sprechen, er sagte nur: „Wir haben wohl etwas Glück gehabt.“

Anders als üblich ging es für die Grizzlys nicht gleich zurück nach Wolfsburg. Sie blieben in München, wo sie am Montag einen Sponsoren-Termin für Volkswagen wahrnehmen. Hierfür dürfte der Überraschungs-Erfolg den passenden Rahmen liefern, für die Tabelle war er immens wichtig: Weil mit Augsburg und Nürnberg die beiden direkten Verfolger des Tabellenneunten aus Wolfsburg patzten, haben die Grizzlys bei jeweils einem Spiel mehr sechs Punkte Vorsprung auf das Duo und damit auf den ersten Nicht-Play-off-Platz.

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