Nachhaltige Gastronomie

„Futter Teresa“ in Braunschweig kocht und rettet Lebensmittel

| Lesedauer: 4 Minuten
Hai Phong Briese und sein Team von „Futter Teresa“ bieten regelmäßig ein Pop-up-Café an - diesmal in der Zea Bar. Die Gerichte werden aus geretteten Lebensmitteln zubereitet und sind kostenlos.

Hai Phong Briese und sein Team von „Futter Teresa“ bieten regelmäßig ein Pop-up-Café an - diesmal in der Zea Bar. Die Gerichte werden aus geretteten Lebensmitteln zubereitet und sind kostenlos.

Foto: Stefan Lohmann / regios24

Braunschweig.  Die Ehrenamtlichen bereiten Gerichte aus geretteten Lebensmitteln zu – das Essen gibt’s kostenlos und für jedermann. Der Ort ist eine Überraschung.

Wenn Hai Phong Briese (28) aus der Küche kommt und seinen Gästen verkündet, dass nichts mehr zu essen da ist, ist das keine schlechte Nachricht. Im Gegenteil: Das Ziel ist erreicht!

Das Café „Futter Teresa“ setzt sich für die Rettung von Lebensmitteln ein. Pro Kopf landen in Deutschland jedes Jahr im Schnitt unglaubliche 75 Kilogramm Essen im Müll. Das ist Verschwendung, sagt Briese: „Deshalb retten wir Lebensmittel. Über die Plattform Foodsharing holen wir uns, was sonst weggeworfen wäre – zum Beispiel von Supermärkten – und kochen daraus tolle Gerichte.“ Jeder ist zum Essen eingeladen. Gezahlt werden müssen nur die Getränke. Das Essen ist kostenlos.

Gestartet war „Futter Teresa“ Anfang 2020 im Handelsweg: Einmal pro Woche hatte das Café geöffnet. Doch dann kam Corona, und nun startet die ehrenamtliche Initiative mit neuem Konzept durch: „Futter Teresa“ hat vorerst keinen festen Standort, sondern öffnet als „Pop-up“ etwa alle zwei Wochen an einem anderen Ort. Beim letzten Mal war das das Restaurant Rokoko, an diesem Sonntag (bis 18 Uhr) die Zea Bar nahe der Alten Waage.

Kiloweise Knödel, Erdbeeren und Backwaren gerettet

Aus den Zutaten, die diesmal zur Verfügung standen – viel Obst und Gemüse, Brot und Kühlware – wurden unter anderem Pizzen, Salate, Kanapees und Knödel zubereitet. „Gefrorene Knödel haben wir vom Rokoko erhalten. Sie sind von Weihnachten“, erzählt Hai Phong Briese und deutet auf die Platten mit belegten Broten: „Das alles wäre weggeschmissen worden.“ Auch die fünf Kilo Erdbeeren, die nun den Obstsalat bereichern.

Das Pop-up-Konzept verlangt viel Disziplin und Planung. Für 100 bis 200 Personen zu kochen, ist eine Herausforderung – dies in einer fremden Küche zu tun, eine weitaus größere. „Wir bereiten deshalb so viel wie möglich schon am Vortag vor“, so der 28-Jährige, der seit vielen Jahren in der Gastronomie tätig ist. Das Team besteht aus insgesamt rund 25 freiwilligen Helfern. Am Sonntag herrschte eine gute Stimmung unter ihnen, und das sei ganz wichtig, sagt Briese. Er leitet die Initiative zusammen mit Lotta Hagelmann und Erik Lohmann: „Wenn das hier nur Stress wäre und keinen Spaß machen würde, käme doch keiner mehr.“

„Futter Teresa“ sucht Sponsoren und Förderer und träumt von einem eigenen „Zuhause“

An den Tischen haben es sich jede Menge Gäste bequem gemacht. „Ob Rentner, Arzt, Arbeitsloser oder Student: Alle sind willkommen. Wenn sie hier bei uns ins Gespräch kommen, ist das toll“, findet Briese. Dieses Miteinander ist ihm wichtig, soll durch Workshops und Themenabende, Auftritten von regionalen Bands und Ausstellungen gefördert werden.

„Futter Teresa“ würde gerne noch häufiger tätig werden und sucht derzeit Sponsoren und Förderer. Irgendwann, hoffen sie, wird es für „Futter Teresa“ mal ein eigenes Zuhause geben, an dem das Café fünf Tage die Woche öffnen kann. Und am Ende eines jeden Tages würden sie gerne mit der Aussage schließen: „Es ist nichts mehr da. Wir haben alles gerettet!“

Mehr Infos:

- Wo „Futter Teresa“ in zwei bis drei Wochen kocht, wird rechtzeitig im Internet unter www.futter-teresa.de bekannt gegeben und bei Instagram

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