Braunschweiger kochen Gerichte aus geretteten Lebensmitteln

Braunschweig.  Das neue Café „Futter Teresa“ kocht mit Lebensmitteln, die sonst im Müll gelandet wären. Die Gerichte sind kostenlos.

Jill Fengler, Ruben Knoll und Janina Ahrendt (von links) bei der Eröffnung des Cafés "Futter Teresa".

Jill Fengler, Ruben Knoll und Janina Ahrendt (von links) bei der Eröffnung des Cafés "Futter Teresa".

Foto: Peter Sierigk

„Es ist erschreckend, in was für einem Überfluss wir leben. Und meistens bemerken wir das nicht mal“, sagt Ruben Knoll (33), vom „Sandkasten“ der TU Braunschweig. Der „Sandkasten“ ist eine Initiative, die Projekte, die von Studierenden angestoßen wurden, unterstützt. Was Knoll meint, ist die Verschwendung von Lebensmitteln. Geradezu unglaubliche 18 Millionen Tonnen landen allein in Deutschland jedes Jahr im Müll. Dabei sind viele der Lebensmittel noch gut.

Die Gerichte sind kostenlos

Dagegen will ein Projekt des „Sandkastens“ vorgehen. Das neue Café „Futter Teresa“ kocht Gerichte aus Lebensmitteln, die ansonsten weggeschmissen worden wären. Und noch eine Besonderheit gibt es: Bezahlen muss man nur für die Getränke, das Essen ist kostenlos.

Für die Beschaffung der Lebensmittel arbeitet „Futter Teresa“ mit „foodsharing“ zusammen. Das ist eine Internetplattform, über die man herausfinden kann, welche Supermärkte und Haushalte zu viele Lebensmittel haben. Diese kann man dann „retten“, bevor sie im Müll landen. „Ich war selbst beeindruckt, wie viele der Lebensmittel echt noch gut sind“, erzählt Janina Ahrendt (27). Gemeinsam mit Jill Fengler (32) ist sie an der Projektleitung beteiligt. „Futter Teresa“ befindet sich im Handelsweg 20 und ist donnerstags von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Die ehrenamtlichen Helfer holen mittwochabends die Lebensmittel bei den kooperierenden Supermärkten ab und kochen dann die Gerichte am Donnerstag. Die Rezepte variieren – je nach Ausbeute.

Die ersten drei Monate wird das Projekt von „Sandkasten“ unterstützt. Die Hoffnung ist, dass es sich danach selbst tragen kann. Hierfür ist es auf Spenden und Helfer angewiesen. „Ich bin optimistisch, dass das Ganze auch nach der Testphase gut laufen wird. Nachhaltigkeit ist ein Thema, das die Menschen gerade sehr bewegt“, so Knoll.

Bewusstsein schaffen stattGeld verdienen

Um Einnahmen geht es dem Café ohnehin nicht. Fengler erzählt: „Es geht uns nicht ums Geld. Wir bieten ja die Speisen kostenlos an. Wir wollen mit dem Projekt Bewusstsein schaffen.“

So sollen die Gäste des Cafés nicht nur sehen, dass aus geretteten Lebensmitteln leckere Gerichte entstehen können. Vielmehr soll „Futter Teresa“ auch ein Diskussions- und Bildungsort werden. Dies solle durch Workshops zu Themen wie Kochen, Lebensmittel und Nachhaltigkeit erreicht werden.

Wie viele Lebensmittel gerettet werden können, unterscheidet sich von Tag zu Tag. Was passiert, wenn es mal zu wenige sind, um die Gäste zu versorgen? Das sei positiv, da es ja darum gehe, auf Lebensmittelverschwendung hinzuweisen, findet Janina Ahrendt.

„Letztendlich ist das ganze Konzept der Lebensmittelrettung darauf ausgelegt, sich selbst abzuschaffen.“ Doch so bald wird das wohl nicht geschehen.

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