Corona-Krise: Braunschweig richtet Online-Helferpool ein

Braunschweig.  Ehrenamtliche können sich zentral auf der Internetseite der Stadt registrieren. Hilfe soll zielgerichtet dort ankommen, wo sie gebraucht wird.

Die Solidarität ist zurzeit riesig – auch wenn angesichts des Kontaktverbots solche Bilder zurzeit tabu sind.

Die Solidarität ist zurzeit riesig – auch wenn angesichts des Kontaktverbots solche Bilder zurzeit tabu sind.

Foto: Wavebreakmedia / Getty Images / iStockphoto

Hilfsbereitschaft wird in diesen Tagen groß geschrieben. Unzählige Braunschweig wollen in der Corona-Krise mit anpacken. Viele melden sich bei der Freiwilligenagentur, bei sozialen Hilfsdiensten und bei den Wohlfahrtsverbänden. Auch bei der Stadtverwaltung haben sich schon Hunderte registrieren lassen, die im geplanten Behelfskrankenhaus helfen wollen.

Oberbürgermeister Ulrich Markurth richtete an sie alle in seiner aktuellen Videobotschaft via Facebook ein großes Dankeschön: „Ich merke eine große Solidarität der Menschen. Das ist etwas, was wir jetzt brauchen in Zeiten der sozialen Distanz, die uns wahrscheinlich noch Wochen begleiten wird.“

Zentraler Helferpool

Um noch koordinierter vorgehen zu können und die Freiwilligendienste zu entlasten, baut die Stadt jetzt unter Federführung von Kulturdezernentin Anja Hesse einen zentralen Helferpool auf. Zwar haben die Freiwilligendienste im Moment noch ausreichend Freiwillige, auf die sie zurückgreifen können. Aber wenn der Bedarf steigt, vermittelt die Stadtverwaltung die neu registrierten zusätzlichen Helfer an die Freiwilligendienste weiter.

Auf der Webseite www.braunschweig.de/corona-hilfe können sich Interessenten registrieren lassen. Voraussetzung ist, dass sie über 18 Jahre alt sind und bestenfalls einmal pro Woche für einen Einsatz zur Verfügung stehen. Es könnte sich um Aufgaben wie Einkäufe oder das Ausführen des Hundes handeln für Menschen, die an Corona erkrankt sind oder die unter Quarantäne stehen und das Haus nicht verlassen dürfen.

Worum es bei der Hilfe NICHT geht: Bankgeschäfte erledigen, Medikamente besorgen, Alkohol und Zigaretten kaufen, Kinderbetreuung, Fahrdienste.

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Die Stadt bittet darum, die Hilfsorganisationen nicht zu überlasten und sich ab sofort über diese neue städtische Seite anzumelden. So lassen sich doppelte Anmeldungen und Mehrarbeit vermeiden.

Wer Hilfe benötigt, findet auf der Internetseite außerdem Links zu den Freiwilligendiensten: „Braunschweig hält zusammen“, Eintracht Braunschweig, Freiwilligenagentur und Sandkasten-Projekt der TU Braunschweig. Neben den Freiwilligendiensten stehen auch die Kirchengemeinden der Stadt über die evangelische und die katholische Propstei sowie die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş für Unterstützungen zur Verfügung. Auch diese Links sind angegeben.

„Schauen Sie in die Nachbarschaft“

Markurth bittet außerdem alle Braunschweiger: „Schauen Sie nochmal stärker in die Nachbarschaft. Viele trauen sich nicht vor die Tür, sind beeinträchtigt und brauchen Unterstützung bei den Dingen des täglichen Lebens.“ Gerade die kleinen Gesten im persönlichen Umfeld seien jetzt so entscheidend. Jeder könne viel bewirken, damit auch Alleinstehende oder Ältere nicht vergessen werden. Je kleiner der Mikrokosmos und je bekannter das Gesicht, dem man Bargeld für den Einkauf auf die Türschwelle lege oder einen Einkauf übernehme, desto besser. „Zeigen wir, dass wir bei all der Not und bei all den Dingen, die noch auf uns zukommen, zusammenhalten“, so Markurth. „Nur so ist dieser Alltag zu ertragen – aber so können wir ihn auch ertragen.“

50 Beatmungsgeräte geliefert

Wie der Oberbürgermeister außerdem mitteilte, sind inzwischen 50 der insgesamt 100 zusätzlich bestellten Beatmungsgeräte in Braunschweig angekommen. Der Preis: 1,3 Millionen Euro. „Aber ehrlich gesagt: Geld spielt im Moment eine nachgeordnete Rolle“, so Markurth.

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Die Vorbereitungen für die medizinische Behelfseinrichtung seien auf einem guten Weg. Außerdem sei die Verwaltung auf allen Wegen und mit allen Kräften bemüht, Schutzmasken und Schutzanzüge für die Kliniken, Pflegeheime, Arztpraxen und ambulanten Pflegedienste zu besorgen. „Und wenn Sie als Handwerksmeister noch etwas in den Kellern haben, bitte geben Sie uns das, damit keine Versorgungslücken aufkommen!“

Auch das BZV-Medienhaus hat eine Plattform geschaffen, auf der Menschen Tipps, Orientierung und Nachbarschaftshilfe finden können – und auf der sich der lokale Einzelhandel mit seinen Corona-Angeboten präsentieren und vernetzen kann. Zu finden ist „Gemeinsam stark“ unter www.braunschweiger-zeitung.de/gemeinsamstark/

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