Coronakrise: Studierende helfen in Braunschweig beim Einkauf

Braunschweig.  Ein Projekt des „Sandkasten“ der TU Braunschweig will für Menschen, die zu Gefährdeten des Coronavirus zählen, Einkaufshilfen finden.

Die Helfer wollen für Menschen einkaufen gehen, die zu einer Risikogruppe gehören.

Die Helfer wollen für Menschen einkaufen gehen, die zu einer Risikogruppe gehören.

Foto: Jakub Kaliszewski / TransFair e.V.

Der Sandkasten ist eine Initiative der Technischen Universität Braunschweig. Hier können Studierende eigene Projekte anstoßen und bewerben. Aufgrund der Corona-Krise sind einige Projekte derzeit unterbrochen, wie beispielsweise das Café „Futter Teresa“. In dem Café werden Gerichte aus Lebensmitteln zubereitet, die ansonsten weggeworfen worden wären. Aufgrund der Corona-Krise wird es frühestens am 23. April wieder öffnen können. Doch es gibt neue Projekte, die auf Hilfe hoffen. „Coronavirus Einkaufshilfe für Ältere & Gefährdete“ sucht nach Helfern, die für Menschen, die in einer Risikogruppe sind, einkaufen gehen. Wir haben mit Dennis Ruth, dem Initiator des Projektes, gesprochen.

Wie kamt ihr auf die Idee, das Projekt zu starten?

Ich habe Großeltern in Braunschweig. Die letzten Wochen war Corona bei uns immer ein Thema. Ich habe versucht, meine Großeltern für die Gefahr zu sensibilisieren, und ihnen angeboten, für sie einkaufen zu gehen. Das Gleiche habe ich bei den Großeltern meiner Freundin gemacht. Dann fiel mir ein, dass es ja die Sandkasten-Plattform gibt und ich das Ganze als Projekt dort einstellen könnte.

Zur Zeit gibt es eine Reihe ähnlicher Projekte. Wie steht ihr zu denen?

Es gibt derzeit schon viele Aushänge in Wohnhäusern, auf denen Nachbarn älteren Bewohnern anbieten, für sie einzukaufen. Es geht uns nicht darum, diese Art der Hilfe zu ersetzen. Es ist immer besser, auf Nachbarn, Familie und Freunde zurückzugreifen. Wenn das aber nicht funktioniert, wollen wir da sein und den Leuten unter die Arme greifen.

Habt ihr viel Rückmeldung bekommen?

Bisher ist der Stand, dass wir an die 100 Helfer und Helferinnen haben. Es gibt noch mehr Leute, die sich bei uns gemeldet und Interesse gezeigt haben. Aber diese 100 haben sich in einem zweiten Schritt mit Handynummer und einer Adresse zurückgemeldet.

Wer kann sich als Helfer melden?

Das Ganze ist nicht auf Studenten beschränkt. Wir haben auch einige Berufstätige, die sich bei uns eingetragen haben. Die einzige Hürde ist, uns erst einmal ausfindig zu machen und mich über die Sandkastenseite anzuschreiben. Damit ist der erste Kontakt hergestellt.

Wie findet ihr die Leute, denen ihr helfen wollt?

Wir beginnen gerade erst aktiv zu sein. Uns ist bewusst, dass unsere Zielgruppe nicht unbedingt im Internet unterwegs ist. Darum designen wir gerade Flyer und Plakate und überlegen uns, welche Supermärkte wir ansprechen wollen. Diese könnten die Plakate dann selbst ausdrucken und aufhängen. Darüber hinaus wollen wir bei Apotheken, Ärzten und Supermärkten Flyer auslegen.

Was ist die Grundidee hinter eurem Projekt?

Es geht darum, gemeinsam die Krise zu bewältigen. Wir glauben, dass das keine Sache ist, die in drei Wochen vorbei sein wird. Das wird uns noch eine lange Zeit beschäftigen. Wir wollen uns solidarisch zeigen und die Gefährdeten entlasten.

Liegt in der Krise auch eine Chance?

Die Chance könnte sein, dass Menschen und auch Nachbarn wieder näher zusammenfinden. Meine Hoffnung ist, dass wir aus der Krise gestärkt hervorgehen. Und genau das ist auch der Antrieb hinter unserem Projekt.

Wer sich als Helfer melden will, kann sich über die Internetseite über das Projekt informieren: https://www.sandkasten.tu-braunschweig.de/projekte/coronavirus-einkaufshilfe-fuer-aeltere-gefaehrdete

Auch das BZV-Medienhaus hat eine Plattform geschaffen, auf der Menschen Tipps, Orientierung und Nachbarschaftshilfe finden können – und auf der sich der lokale Einzelhandel mit seinen Corona-Angeboten präsentieren und vernetzen kann. Zu finden ist „Gemeinsam stark“ unter www.braunschweiger-zeitung.de/gemeinsamstark/

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