Wolfsburg. Seit 2019 sind Don Camillo und Peppone Baustellen. Doch die Vermietung rückt näher. Wir haben uns mal die Musterwohnung angeschaut.

Um rund zwei Jahre haben sich die Arbeiten auf Wolfsburgs größter Hochhaus-Baustelle inzwischen verzögert. Doch wenn jetzt alles gut geht, soll zumindest „Peppone“ Ende 2024 in neuem Glanz erstrahlen. In dem 13-geschossigen Gebäude in Detmerode ist hinter zahlreichen Gerüsten bereits eine Musterwohnung so gut wie fertiggestellt.

Weißverputzte Wände, Fußböden in Holzoptik, ein fugenarmes Bad, das sich sehen lassen kann. Die Fußbodenheizung ist installiert, die Steckdosen sind noch brandneu. So präsentiert sich die 76 Quadratmeter große Drei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss. Durch die bodentiefen Fenster des Wohn- und Essbereichs kann man ein Stück Himmel sehen. Im Arbeits-, Gäste oder Kinderzimmer liegt Malervlies. Hier werden gerade die Fußleisten befestigt. Im Schlafzimmer – mit Ankleidebereich – hängt noch ein Kabel von der Decke.

Musterwohnung in Wolfsburger Hochhaus Peppone ist fast fertig

Auch das Bad der Musterwohnung im Wolfsburger Hochhaus Peppone kann sich sehen lassen. 2019 hatte mit der Asbestentfernung die Mammutsanierung begonnen.  
Auch das Bad der Musterwohnung im Wolfsburger Hochhaus Peppone kann sich sehen lassen. 2019 hatte mit der Asbestentfernung die Mammutsanierung begonnen.   © regios24 | Darius Simka

Wann sich Mietinteressenten die Musterwohnung anschauen können, ist noch ungewiss. Hans-Dieter Brand, Sprecher der Neuland-Geschäftsführung, rechnet damit, dass es im besten Fall im Spätsommer so weit sein wird. Noch stellt die fast fertige Wohnung ohnehin eine Ausnahme dar: Schon im ersten Obergeschoss von „Peppone“ wird noch die extraflache Fußbodenheizung installiert. Die Handwerker arbeiten sich beim Innenausbau von unten nach oben vor.

Immerhin kann man in der ersten Etage ein Prachtexemplar dessen besichtigen, was die Mitarbeiter der städtischen Wohnungsgesellschaft in den letzten Jahren – neben zahlreichen anderen Stolpersteinen bei der 2019 gestarteten Großsanierung – viel Grips und Nerven gekostet hat: Der erste Balkon ist fertig. Seitenwände aus Beton umschließen den acht Quadratmeter großen, an den 60er-Jahre-Bau angestellten Freisitz. Die Sonne fällt durch einen weißen Rahmen aus Aluminium, die Balustrade ist aus Glas, allerdings nicht ganz transparent. Nicht, dass den künftigen Bewohnern noch schwindlig wird.

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Die Neuland-Geschäftsführer Hans-Dieter Brand (von links) und Irina Franz sowie Projektleiter Christoph Jürgens vor den Detmeroder Hochhäusern Don Camillo (rechts) und Peppone.
Von Markus Kutscher und Stephanie Giesecke

Detmeroder Hochhaus-Baustelle: Pfahlgründungen an Don Camillo laufen

Auch der erste Balkon ist am Detmeroder Hochhaus Peppone installiert. Die Aluminiumverblendungen werden gerade in Serie produziert. Links das größere Nachbargebäude Don Camillo. 
Auch der erste Balkon ist am Detmeroder Hochhaus Peppone installiert. Die Aluminiumverblendungen werden gerade in Serie produziert. Links das größere Nachbargebäude Don Camillo.  © regios24 | Darius Simka

Um sechs Balkontürme an Peppone anstellen zu können, mussten Pfähle 17 Meter tief in den Boden getrieben werden. Außerdem waren Pressen nötig, um die 156 Tonnen schweren Türme nach der Setzung wieder um einige Millimeter in die Höhe hebeln zu können. Diesen Zweck haben sie bereits erfüllt. Zwischen den Balkonen schimmern die wenigen nicht mehr von Folie verdeckten Teile der Fassadenverkleidung weißgolden. Auch die Serienproduktion der Balkonverblendungen läuft.

Mittlerweile haben die Pfahlgründungen am 23 Etagen hohen Nachbarhaus Don Camillo begonnen. Und an Peppone steht die nächste große Aufgabe bevor: Jetzt sollen die neuen Treppenhäuser an das Hochhaus angestellt werden.

Im Detmeroder Hochhaus Peppone werden zurzeit die extradünnen Fußbodenheizungen installiert.
Im Detmeroder Hochhaus Peppone werden zurzeit die extradünnen Fußbodenheizungen installiert. © regios24 | Darius Simka

Wolfsburger Hochhaus-Sanierung: Für Treppenhäuser wird bis auf Fels gebohrt

„Die Treppenhäuser sind eine echte Herausforderung. Sie stehen nicht für sich allein“, erklärt Brand. Die Treppen-Türme seien schlanker als der superdünne Pencil Tower in New York und bräuchten Verankerungen, die eine leichte Bewegung zulassen, ohne dass die Treppenhäuser abreißen. Inzwischen steht fest, wie das geht, und in dieser Woche ist eine riesige Baumaschine eingetroffen, die 27 Meter tief bis auf Fels bohren kann. Für den dazugehörigen Betonmischer muss noch eben die Zufahrt zum Gebäude verbreitert werden. Ob das Hochhaus Anfang 2025 bezogen werden kann, hängt nun davon ab, wie schnell sich eine Firma für die Treppenhäuser findet und ob das Baumaterial verfügbar ist.

Vergleichsweise simpel nimmt sich dagegen eine weitere Aufgabe für dieses Jahr aus: Die Neuland baut ein neues Parkdeck für die künftigen Mieter von Don Camillo und Peppone sowie für das Nachbargebäude. Im April oder Mai sollen die Arbeiten beginnen.

Vermietung von Detmeroder Hochhaus Peppone frühestens ab Spätsommer

Fotostrecke: Don Camillo und Peppone im Groß-Umbau

Die Neuland-Geschäftsführer Hans-Dieter Brand (von links) und Irina Franz sowie Projektleiter Christoph Jürgens vor den Detmeroder Hochhäusern Don Camillo und Peppone.
Die Neuland-Geschäftsführer Hans-Dieter Brand (von links) und Irina Franz sowie Projektleiter Christoph Jürgens vor den Detmeroder Hochhäusern Don Camillo und Peppone. © regios24 | Darius Simka
Der nächste große Schritt steht an: Das künftige Treppenhaus von Peppone benötigt eine Pfahlgründung. Eine riesige Baumaschine soll dafür 27 Meter tief bis auf Fels bohren.  
Der nächste große Schritt steht an: Das künftige Treppenhaus von Peppone benötigt eine Pfahlgründung. Eine riesige Baumaschine soll dafür 27 Meter tief bis auf Fels bohren.   © regios24 | Darius Simka
Balkonverblendungen aus Aluminium werden den Detmeroder Hochhäusern Don Camillo und Peppone eine futuristische Optik verleihen. Die Teile werden in Serie produziert.
Balkonverblendungen aus Aluminium werden den Detmeroder Hochhäusern Don Camillo und Peppone eine futuristische Optik verleihen. Die Teile werden in Serie produziert. © Wolfsburg | Darius Simka
Die Balkone wurden an das Wolfsburger Hochhaus Peppone angestellt. Innen installieren Handwerker zurzeit extraflache Fußbodenheizungen.
Die Balkone wurden an das Wolfsburger Hochhaus Peppone angestellt. Innen installieren Handwerker zurzeit extraflache Fußbodenheizungen. © regios24 | Darius Simka
Projektleiter Christoph Jürgens (von links) und die Neuland-Geschäftsführer Irina Franz und Hans-Dieter Brand zeigen die Musterwohnung im Detmeroder Hochhaus Peppone. Hier der Wohn- und Essbereich. 
Projektleiter Christoph Jürgens (von links) und die Neuland-Geschäftsführer Irina Franz und Hans-Dieter Brand zeigen die Musterwohnung im Detmeroder Hochhaus Peppone. Hier der Wohn- und Essbereich.  © Wolfsburg | Darius Simka
Das Schlafzimmer der Detmeroder Drei-Zimmer-Wohnung hat einen halb abgetrennten Ankleidebereich.
Das Schlafzimmer der Detmeroder Drei-Zimmer-Wohnung hat einen halb abgetrennten Ankleidebereich. © regios24 | Darius Simka
Viel Platz bietet das Kinder-, Arbeits- oder Gästezimmer der Neuland-Musterwohnung.
Viel Platz bietet das Kinder-, Arbeits- oder Gästezimmer der Neuland-Musterwohnung. © regios24 | Darius Simka
Auch das Bad der Musterwohnung im Wolfsburger Hochhaus Peppone kann sich sehen lassen. 2019 hatte mit der Asbestentfernung die Mammutsanierung begonnen.  
Auch das Bad der Musterwohnung im Wolfsburger Hochhaus Peppone kann sich sehen lassen. 2019 hatte mit der Asbestentfernung die Mammutsanierung begonnen.   © Wolfsburg | Darius Simka
Die Grundrisse der Wohnungen verändern sich trotz Sanierungsmarathon kaum. Für solche Eingriffe gibt es in Don Camillo und Peppone zu viele tragende Wände.
Die Grundrisse der Wohnungen verändern sich trotz Sanierungsmarathon kaum. Für solche Eingriffe gibt es in Don Camillo und Peppone zu viele tragende Wände. © regios24 | Darius Simka
Ein Foto aus dem Archiv: Ein Baustellenschild zeigte, wie Don Camillo und Peppone einmal aussehen sollen. Das kleinere Gebäude wird, wenn jetzt alles gut läuft, Ende 2024 zuerst fertiggestellt.
Ein Foto aus dem Archiv: Ein Baustellenschild zeigte, wie Don Camillo und Peppone einmal aussehen sollen. Das kleinere Gebäude wird, wenn jetzt alles gut läuft, Ende 2024 zuerst fertiggestellt. © regios24 | Helge Landmann
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Neuland-Geschäftsführerin Irina Franz dankt den vor allem durch die extrem lauteBetonsanierung geplagten Nachbarn für ihre Geduld. Die Neuland hat sich vorgenommen, im Sommer als kleine Entschädigung ein großes Fest zu organisieren.

Falls ehemalige Mieter glauben, dass sie ihr ehemaliges Zuhause nach der Millionensanierung nicht mehr wiedererkennen würden: Einiges bleibt tatsächlich beinahe, wie es war. An den Grundrissen der Wohnungen konnte Wolfsburgs größte Vermieterin wegen der vielen tragenden Wände nur wenig ändern. In Peppone werden künftig 38 Zwei-Zimmer-Wohnungen und 40 Drei-Zimmer-Wohnungen zur Verfügung stehen. In Don Camillo wird es darüber hinaus in den oberen beiden Geschossen vier sehr große Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen geben. Die Miete ist noch nicht komplett kalkuliert. Aktuell sieht es aber nach 11 Euro pro Quadratmeter aus.

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