Wolfsburg. Wie können Angehörige und Freunde einen Sterbenden begleiten? Das Hospiz Wolfsburg beantwortet Fragen zur Hilfe am Lebensende.

Einen Menschen dabei zu begleiten, Abschied vom Leben zu nehmen, ist keine leichte Aufgabe – schon gar nicht alltäglich. Wenn der Sterbende zu den eigenen Angehörigen oder engsten Vertrauten gehört, können Letzte-Hilfe-Kurse die nötige Sicherheit geben. Genau deswegen bietet das Hospiz Wolfsburg diese Kurse an. Ähnlich wie der Erste-Hilfe-Kurs soll der Letzte-Hilfe-Kurs grundlegendes Wissen vermitteln.

An den Schulungen kann jeder teilnehmen: „Die angebotenen Kurse sind für jeden Erwachsenen ausgelegt, es wird kein Vorwissen benötigt“, erzählt die Kursleiterin Karin Klaus-Witten. „Es geht hier um die Basics. Wir versuchen, durch Wissen die Unsicherheit zu nehmen.“ Abgesehen von diesen Kursen für Erwachsene gibt es laut Klaus-Witten auch an Jugendliche angepasste Kurse oder Kurse in leichter Sprache.

Letzte-Hilfe-Kurse im Hospiz Wolfsburg: Alles über Sterben, Tod und Palliativmedizin

Die Kursleiter vermitteln in den Schulungen nicht nur einen Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Palliativmedizin. Sie nehmen Angehörigen ein Stück weit die Befangenheit und Sorge. Nach den Kursen sollen die Teilnehmenden sicherer darin sein, Zeit mit Sterbenden zu verbringen. Egal, ob im Hospiz oder zu Hause. „Das Sterben ist Teil unseres Lebens. Es betrifft uns alle und wird durch die Letzte-Hilfe-Kurse ins Leben integriert“, sagt Kursleiterin Brigitte Werner.

Die Kurse finden in Kleingruppen mit maximal zwölf Personen statt. Interessierte können die vier Module, jeweils 45 Minuten, an einem Abend besuchen. Das sind: „Sterben ist ein Teil des Lebens“, „Vorsorgen und Entscheiden“, „Leiden lindern“ und „Abschied nehmen“. In diesen Modulen lernen sie beispielsweise, wie sie Schmerzen lindern oder an wen sie sich wenden können, wenn sie selbst Hilfe brauchen.

Das Sterben ist Teil unseres Lebens.
Brigitte Werner, Kursleiterin

Im Hospiz Wolfsburg bereiten Kurse auf Sterbebegleitung vor

Die Teilnehmenden schätzen an den Kursen besonders die vertrauliche Atmosphäre, weiß Kursleiterin Ingrid Rehfeldt. In den kleinen Gruppen mit den geschulten Kursleitern können die Freunde oder Verwandten der Sterbenden offen mit ihren Gedanken und Gefühlen umgehen. Rehfeldt berichtet, dass die Teilnehmenden mit mehr Wissen, weniger Befangenheit und viel Gesprächsstoff aus den Kursen kommen. „Das Thema gehört ins Leben. Das müsste in jede schulische Ausbildung“, sagt Rehfeldt abschließend.

Die Kurse in Wolfsburg und Umgebung finden jeweils von 16 bis 20 Uhr statt. Die Anmeldemöglichkeiten und genauen Termine sind auf der Webseite des Hospizhauses Wolfsburg zu finden.

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