VfL Wolfsburg: Mit voller Energie nach Berlin

Wolfsburg.  Wolfsburgs Trainer Glasner warnt vor der Offensivstärke der Berliner. Den Trainings-Zoff vom Mittwoch hat er abgehakt. Brekalo zurück im Training.

Zurück beim Team: Josip Brekalo (links), der dem VfL Wolfsburg zuletzt wegen seiner Corona-Infektion gefehlt hatte.

Zurück beim Team: Josip Brekalo (links), der dem VfL Wolfsburg zuletzt wegen seiner Corona-Infektion gefehlt hatte.

Foto: Darius Simka / regios24

Am Mittwoch war’s im Training des VfL Wolfsburg kurz mal laut geworden. Trainer Oliver Glasner war mit der Einstellung einiger Profis überhaupt nicht zufrieden. Intensive Läufe gab’s, um die Gemüter zu beruhigen. Vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel am Sonntag (18 Uhr) bei Hertha BSC wollte der Österreicher den Trainings-Zoff aber nicht allzu hoch hängen.

Erst hatte sich Wout Weghorst am Mittwoch lautstark beklagt, dann Marin Pongracic, ehe es Glasner zu bunt wurde. Er verordnete seinen Profis Dauerläufe von Strafraum zu Strafraum. Inzwischen ist das aber abgehakt, sagt der VfL-Coach. „Das war halb so schlimm. Ich hatte den Eindruck, dass ein paar Jungs zu viel Energie hatten. Die müssen sich dann austoben und die überschüssige Energie ein bisschen abbauen. Das haben sie gemacht, alles ist wieder in Ordnung“, erklärt der 46-Jährige, der oft zurückhaltend und abwartend herüberkommt. Dass er auch anders kann, zeigte sich am Mittwoch.

150 Millionen Euro investierte die Hertha

Vergeben und vergessen, nun gilt die volle Konzentration dem Spiel in der Hauptstadt. Dort wartet ein Gegner, der schwer zu greifen ist. Mit Millionen-Investitionen und großen Erwartungen in die Saison gestartet, findet sich die Hertha nach einem Sieg und zuletzt vier Niederlage in Folge nicht dort wieder, wo man sich dem Selbstverständnis nach sieht. „Das ist eine sehr, sehr gut besetzte Mannschaft“, weiß Glasner. Alles andere wäre auch verwunderlich, schließlich wurden an der Spree in den zurückliegenden drei Transferperioden knapp 150 Millionen Euro ins Team investiert.

Doch zuletzt bekam das Team des ehemaligen VfL-Trainers Bruno Labbadia diese neuen Pferdestärken nicht auf den Rasen. Wobei das Problem klar zu verorten ist: In jedem Pflichtspiel fing sich die Hertha mindestens ein Gegentor, in fünf von sechs Partien waren es sogar mindestens zwei. Offensiv läuft es hingegen, 13 Tore schossen die Berliner bislang (Pokal inklusive). „Sie sind immer für Tore gut“, warnt Glasner. Er fordert: „Wir müssen in den Zweikämpfen präsent sein. Dann werden wir auch unsere Räume bekommen.“ Um nach dem 2:1-Heimsieg gegen Aufsteiger Bielefeld den zweiten Saisonsieg nachzulegen.

Brekalo ist wieder im Training

Dabei kann womöglich auch Josip Brekalo wieder helfen. Der Kroate war positiv auf das getestet worden, musste zuletzt pausieren. Doch er ist ab sofort wieder im Mannschaftstraining. Reicht es bei ihm für Sonntag? Abwarten. „Er war 13 Tage nicht dabei, hat nicht trainieren können. Ich muss mir erst einen Eindruck verschaffen, ob es sinnvoll ist oder nicht“, so Glasner.

Ganz sicher verzichten muss der VfL-Coach auf seinen Kapitän. Josuha Guilavogui fällt nach seiner Diagnose Muskelfaserriss aus. Gegen Bielefeld hatte der 30-Jährige deshalb nach einer halben Stunde raus gemusst. Maximilian Arnold rutschte für ihn auf die Sechs, die Halbposition im 4-3-3 wurde von Xaver Schlager übernommen. Das könnte auch das Modell für Berlin sein. „Wir haben mehrere Optionen“, lässt sich Glasner nicht in die Karten schauen. „Vielleicht müssen wir auch das System wieder anpassen.“

Hauptsache ist aber, dass seine Spieler am Mittwoch nicht zu viel Energie verpulvert haben. Denn die werden sie gegen unter Druck stehende Berliner am Sonntag sicherlich brauchen, um Saisonsieg Nummer 2 einzufahren.

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