Bei Arsenal rausgeflogen, bei Hertha Hoffnungsträger

Wolfsburg.  Matteo Guendouzi hat erstmals mit seinem neuen Team trainiert. Labbadia schließt einen Einsatz gegen den VfL nicht aus.

Matteo Guendouzi.

Matteo Guendouzi.

Foto: FREDERICK FLORIN / AFP

Einen Tag vor dem Gegner VfL Wolfsburg ist Hertha BSC mit Trainer Bruno Labbadia am Dienstag ins Training eingestiegen. Am Sonntag (18 Uhr) stehen sich die beiden Klubs am 6. Spieltag in der Fußball-Bundesliga gegenüber. Bei den Berlinern könnte Matteo Guendouzi erstmals mit dabei sein. Der Franzose ist der Hoffnungsträger in der derzeit schon schwierigen Hertha-Phase mit vier Niederlagen in Serie.

Der Transfer Guendouzis, 21 Jahre alter Franzose mit marokkanischen Wurzeln, zu den Berlinern ging am letzten Transfertag unter. Ein Blick auf die noch kurze Karriere des Mittelfeldspielers beweist aber die große Qualität, die sich der von Investor Lars Windhorst stark alimentierte Klub gesichert hat.

Arroganz-Anfall in Brighton

Guendouzi war 2018 mit gerade einmal 19 Jahren vom kleinen FC Lorient zum großen FC Arsenal gewechselt. Beim Topklub aus der englischen Hauptstadt sicherte sich der spiel- und laufstarke Mittelfeldspieler schnell eine Hauptrolle. Auf 82 Pflichtspieleinsätze kam Guendouzi in zwei Jahren. Gut für den jungen Franzosen. Doch weil es bei Arsenal sportlich mies lief, wurde der Trainer getauscht. Und unter Mikel Arteta hat es Guendouzi sehr, sehr schwer. Der neue Coach schmiss den 21-Jährigen aus der Mannschaft, weil dieser, so berichtet „The Athletic“, in einem Spiel gegen Brighton vor den Gegnern mit seinem Gehalt angegeben haben soll. Bei Arsenal hatte Guendouzi keine Zukunft mehr – und so öffnete sich die Tür für die Hertha, die sich das Talent mit Erfahrung kurz vor Toreschluss sicherte.

Corona verhindert Einsatz

Doch: Labbadia konnte den 21-Jährigen bisher noch nicht einsetzen. Grund ist eine Covid-19-Infektion, die sich der Mittelfeldspieler bei der französischen Junioren-Nationalmannschaft eingefangen hat. Aber am Dienstag stand Guendouzi erstmals auf dem Platz. Einen Einsatz am Sonntag schließt Labbadia zumindest nicht aus. „Ich habe gelernt, dass man niemals ,nie’ sagen soll. Klar ist: Er kennt viele Abläufe noch nicht, aber das heißt nicht, dass er nicht spielen kann.“

Labbadia zum VfL: Wir kennen sie

Das Duell gegen seinen ehemaligen Klub ordnet der 56-Jährige so ein: „Ich habe zu all meinen früheren Vereinen eine Verbindung, und natürlich auch zu dem, bei dem ich zuletzt war und in dem noch viele Spieler aus meiner Zeit in der Mannschaft sind. Mit denen bin ich in der kurzen Zeit durch dick und dünn gegangen, deshalb gucke ich da immer noch besonders hin.“ Und fußballerisch: „Wir kennen sie. Sie haben eine Entwicklung genommen, die ich der Mannschaft auch zugetraut habe – das freut mich für sie. Aber dass sie am Sonntag ein Erfolgserlebnis haben, muss nicht unbedingt sein“, sagt Labbadia.

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