Peine. Der Landkreis setzt stationäre Blitzer ein, mobile Autos mit Anlagen und den Blitzer-Anhänger. Hier stehen aktuell die mobilen Anlagen.

Offiziell heißt ist es „die Einsatzplanung für den Monat XY“, die unserer Redaktion vom Landkreis Peine vorab zur Verfügung gestellt wird. Konkret heißt es zudem in den Ankündigungen, in der Regel auf der ersten Lokalseite der Peiner Nachrichten/BZ unten rechts, oft noch: „Die Kontrollpunkte werden aus Gründen der Prävention vorab mitgeteilt. Sie können aber jederzeit gewechselt werden.“

Mit anderen Worten, man teilt uns als Redaktion die Plätze mit, an denen in den nächsten Tagen nach bisherigem Plan mobile Radarfallen bzw. „Blitzer“ aufgestellt werden sollen. Wir dürfen das wiederum unseren Lesern und Leserinnen mitteilen.

Also heißt es: „BZ gelesen, dabei gewesen!“ Wer sich jetzt noch dabei erwischen lässt, dass man zu schnell mit dem Fahrzeug unterwegs ist, ist selbst schuld, bzw. hat gepennt oder hat zu viel Geld.

Hier stehen mobile Anlagen für Tempokontrollen im Kreis Peine in der aktuellen Woche:

Montag, 26. Februar:

Groß Lafferde: Bierstraße

Harvessse: Wendeburger Straße

Wipshausen: Ersestraße

Peine: Schwarzer Weg

Dienstag, 27. Februar:

Peine: B 444, Höhe FTZ (Feuerwehr)

Stedum-Bekum: Hildesheimer Straße

Mödesse: Stederdorfer Straße

Wendeburg: Mühlenstraße

Mittwoch, 28. Februar:

Denstorf: Heerstraße

Peine: Sundernstraße

Klein Rietze: Gifhorner Straße

Köchingen: Vechelder Straße

Donnerstag, 29. Februar:

Alvesse:, Üfinger Straße

Wedtlenstedt: Stadtweg

Peine: Eichendorffstraße

B 494: Höhe Bründeln

Freitag, 1. März:

L 477: zwischen Soßmar und Bierbergen

Münstedt: Schmedenstedter Straße

Wendeburg: Mühlenstraße

Samstag, 2. März:

Hofschwicheldt: B 494

Deswegen werden „Blitzer“ im Kreis Peine aufgestellt

Vorsicht Radarfalle: Auch im Landkreis Peine „blitzt“ es, sodass Autofahrer auf der Hut sein sollten. Wobei sich streng genommen gar nicht alle vorsehen müssen, sondern nur diejenigen, die etwas zu kräftig aufs Gaspedal treten. Denn die Kreisverwaltung als Straßenverkehrsbehörde schickt gleich mehrere Varianten ins Rennen, um – Achtung, Wortspiel! – die Autofahrer in der (Radar)-Falle zu erwischen.

In Bettmar haben sie mal einen mobilen Blitzer unschädlich gemacht, indem sie einen großen Strohballen genau davor abgelegt haben (Archiv).
In Bettmar haben sie mal einen mobilen Blitzer unschädlich gemacht, indem sie einen großen Strohballen genau davor abgelegt haben (Archiv). © Facebook | Blitzer Braunschweig

Doch unabhängigen von der Form des „Blitzers“ gilt: „Mit dieser Geschwindigkeitsüberwachung wollen wir die Verkehrssicherheit im Kreisgebiet erhöhen und zur Unfallvermeidung beitragen“, hebt Landkreissprecher Fabian Laaß hervor. Denn nicht angepasste, also eine zu hohe, Geschwindigkeit ist laut Statistischem Bundesamt nach wie vor ein häufiger Grund für Unfälle mit Personenschaden deutschlandweit, nach dem Spitzenreiter „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren“.

Hier stehen stationäre „Blitzer“ im Kreis Peine

Die zahlenmäßig stärkste „Waffe“ der Kreisverwaltung im Kampf gegen Raser sind die stationären, also fest installierten Blitzer:

• Peine: Bundesstraße 444 (Ilseder Straße).

• Peine: Bundesstraße 65 (Höhe Rosenthal).

• Klein Blumenhagen: Landesstraße 320.

• Clauen: Bundesstraße 494.

• Klein Gleidingen: Bundesstraße 1/Abzweig Kreisstraße nach Groß Gleidingen.

„Blitzer“ – Clauen ist momentan Spitzenreiter

„Zurzeit kommt es an der Überwachungsanlage in Clauen am häufigsten zu Verstößen, aber das wechselt immer mal wieder“, informierte Laaß bereits vor einiger Zeit. Sprich: Dort in Clauen gibt es momentan die meisten Temposünder. Um solche stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlage installieren zu können, muss die Kreisverwaltung etliche rechtliche Voraussetzungen erfüllen. Der Sprecher zählt auf:

• Es muss sich um einen Unfallschwerpunkt handeln.

• Die Ursache der Unfälle muss nachweislich überhöhte Geschwindigkeit sein.

• Die Unfallkommission – ihr gehören Vertreter der Polizei, des Landkreises und der jeweiligen Standortkommune an – muss die Errichtung dieser Anlage beschließen.

Ein „Blitzer“-Anhänger (Trailer) zwischen Stedum-Bekum und Ohlum (Archiv). 
Ein „Blitzer“-Anhänger (Trailer) zwischen Stedum-Bekum und Ohlum (Archiv).  © Hannelore Schmitt | Hannelore Schmitt

Auch auf der Autobahn 2 gibt es mehrere fest verbaute Tempokontrollen

Abgesehen von diesen fünf „Starenkästen“ hat die Kreisverwaltung auf der Autobahn 2 (A2) zwei weitere stationäre „Blitz“-Anlagen aufgebaut: in Höhe Rastplatz Röhrse von Peine in Fahrtrichtung Hannover und in Höhe der Raststätte Zweidorfer Holz von Peine in Fahrtrichtung Braunschweig.

„Die Polizeidirektion Braunschweig hat diese beiden Standorte anhand des Unfallgeschehens auf der A2 ausgewählt“, hebt Laaß hervor. Auf der A2 werden nur Geschwindigkeitsübertretungen im Bußgeldbereich überwacht – also laut Internetrecherche ab einer Geldstrafe von 35 Euro.

Warum Reisebusse Dauerkunden bei den „Passfotos“ sind

Allerdings: Für PKW sind die Blitzanlagen – sie verfügen über je ein „Blitz“-Gerät für jede der drei Fahrstreifen – nur dann „scharf gestellt“, wenn im Verkehrsleitsystem eine Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt ist. Andere Fahrzeuge wie LKW über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht (Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen 80 Kilometer pro Stunde) und Reisebusse (maximal 100 Kilometer pro Stunde) erfassen die „Blitzer“ automatisch. Die müssen dann nur bezahlen, wenn sie wirklich zu schnell fahren.

Viele Pendler begegnen ihm täglich – dem stationären „Blitzer“ an der B1 in Höhe des Abzweigs auf die Kreisstraße nach Groß Gleidingen (Archiv).
Viele Pendler begegnen ihm täglich – dem stationären „Blitzer“ an der B1 in Höhe des Abzweigs auf die Kreisstraße nach Groß Gleidingen (Archiv). © Mandy Falke | Mandy Falke

„Blitzer“-Anhänger steht mal hier, mal da im Kreis Peine

Darüber setzt der Landkreis Peine drei mobile Fahrzeuge zur Geschwindigkeitsüberwachung und einen Trailer („Blitzer-Anhänger“) ein. „Wir überarbeiten die Standorte dieser mobilen Messstellen ständig und aktualisieren sie“, beschreibt Laaß: „Dazu stehen wir in Kontakt mit dem Polizeikommissariat Peine, wo alle Unfälle im Landkreis erfasst sind.“

Dauervorwurf „Abzocke“

Anhand dieser Statistik werden die Messstellen und die Anzahl der Messungen für ein Jahr festgelegt – und in der Presse angekündigt. Auf diese Weise will sich die Kreisverwaltung vom Vorwurf der Abzocke frei sprechen.

Neben dem Landkreis Peine kontrolliert auch die Polizei

Den Einsatzort des Blitz-Trailers legt der Landkreis Laaß zufolge hingegen kurzfristig fest. „Deshalb gibt es dafür keine Veröffentlichung der Standorte“, so Laaß. Nebenbei: Außer dem Landkreis kontrolliert auch die Polizei die Geschwindigkeiten.

Auch auf der Autobahn 2, in Höhe des Rastplatzes Zweidorfer Holz Süd (Fahrtrichtung Braunschweig), stehen feste Geräte für die Geschwindigkeitskontrollen (Archiv).
Auch auf der Autobahn 2, in Höhe des Rastplatzes Zweidorfer Holz Süd (Fahrtrichtung Braunschweig), stehen feste Geräte für die Geschwindigkeitskontrollen (Archiv). © Pelok

Einnahmen für die Verkehrserziehung

„Die Einnahmen aus der Geschwindigkeitsüberwachung setzen der Landkreis zur Deckung der Kosten und für die Verkehrserziehung ein“, sagt der Sprecher. Keineswegs würden sie also zum Stopfen der Löcher im Kreishaushalt verwendet.

Das nahm der Kreis Peine nach Strafen für Tempoverstöße ein

Wie viel Geld hat der Landkreis im vergangenen Jahr bei diesen Tempokontrollen eingenommen? Die Zahlen von 2023 lagen Laaß zufolge für die Öffentlichkeit noch nicht vor. In 2022 jedoch hätten die Einnahmen aus den stationären und mobilen Blitzern bei 2,7 Millionen Euro gelegen: 2,5 Millionen Euro bei Geschwindigkeitsmessungen und 200.000 Euro aus polizeilichen Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen. 2021 wurden Geldstrafen von 1,9 Millionen Euro fällig, 2020 von 1,4 Millionen Euro und 2019 von 2,4 Millionen Euro.

Das kostet es, wenn man zu schnell fährt

Der aktuelle Bußgeldkatalog:

außerorts:

– bis 10 km/h: 20 Euro.

– 11 bis 15 km/h: 40 Euro.

– 16 bis 20 km/h: 60 Euro.

– 21 bis 25 km/h: 100 Euro.

– 26 bis 30 km/h: 150 Euro (eventuell 1 Monat Fahrverbot).

– 31 bis 40 km/h: 200 Euro (eventuell 1 Monat Fahrverbot).

– 41 bis 50 km/h: 320 Euro (1 Monat Fahrverbot).

– 51 bis 60 km/h: 480 Euro (1 Monat Fahrverbot).

– 61 bis 70 km/h: 600 Euro (2 Monate Fahrverbot).

– mehr als 70 km/h: 700 Euro (3 Monate Fahrverbot).

innerorts:

– bis 10 km/h: 30 Euro.

– 11 bis 15 km/h: 50 Euro.

– 16 bis 20 km/h: 70 Euro.

– 21 bis 25 km/h: 115 Euro.

– 26 bis 30 km/h: 180 Euro (eventuell 1 Monat Fahrverbot).

– 31 bis 40 km/h: 260 Euro (1 Monat Fahrverbot).

– 41 bis 50 km/h: 400 Euro (1 Monat Fahrverbot).

– 51 bis 60 km/h: 560 Euro (2 Monate Fahrverbot).

– 61 bis 70 km/h: 700 Euro (3 Monate Fahrverbot).

– mehr als 70 km/h: 800 Euro (3 Monate Fahrverbot).

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