Hausärzte in der Region: Auch Vorsorgetermine wieder möglich

Braunschweig.  Nach den Corona-Lockerungen kehren Haus- und Fachärzte in den Regelbetrieb zurück. Auch Routinekontrollen seien laut KV in Praxen wieder möglich.

Der Regelbetrieb läuft wieder: KV-Vorstand und Allgemeinmediziner Dr. Thorsten Kleinschmidt trägt in seiner Arztpraxis einen Mund-Nasen-Schutz. Er bittet auch seine Patienten darum.

Der Regelbetrieb läuft wieder: KV-Vorstand und Allgemeinmediziner Dr. Thorsten Kleinschmidt trägt in seiner Arztpraxis einen Mund-Nasen-Schutz. Er bittet auch seine Patienten darum.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Für den Braunschweiger Allgemeinmediziner Dr. Thorsten Kleinschmidt ist der von der Landesregierung angebahnte Weg zurück in die Normalität ein gutes Signal. Mehr noch: Er halte die Wiederaufnahme des Regelbetriebs in den Arztpraxen für medizinisch dringend erforderlich, betont Kleinschmidt, zugleich Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV)im Bezirk Braunschweig.

In seiner Hausarzt-Praxis ist das Patientenaufkommen seit Anfang März um rund ein Viertel zurückgegangen. Niedergelassene Ärzte berichten laut Kleinschmidt von bis zu 70 Prozent weniger Patienten nach Beginn der Corona-Krise.

Nach Lockerung der Beschränkungen in der ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung geht es Kleinschmidt darum, Patienten die Furcht zu nehmen, sie könnten sich bei Arztbesuchen mit dem Corona-Virus infizieren.

Die Vollbremsung im Gesundheitswesen sei zwar richtig gewesen. „Doch müssen wir vermeiden, dass am Ende gesundheitliche Schäden entstehen, die die Folgen der Corona-Pandemie noch übertreffen.“ Kleinschmidts Erfahrung als Hausarzt: Überwiegend seien es die älteren und chronisch kranken Patienten gewesen, die den Gang zum Arzt aus Angst vor einer Ansteckung gescheut hätten.

„Stufenweises hochfahren in den Arztpraxen“

In den Krankenhäusern und Arztpraxen wird der Regelbetrieb nun stufenweise wieder hochgefahren. Kleinschmidts Appell an Patienten: sich jetzt bei den niedergelassenen Ärzten wieder Termine auch für Vorsorge-Untersuchungen und Routinekontrollen geben zu lassen.

Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen sieht der Stufenplan der niedersächsischen Landesregierung folgende Lockerungen vor:

Medizinische Behandlungen in den Arztpraxen können seit dem 6. Mai wieder ohne Einschränkungen in Anspruch genommen werden. Dies gilt auch für ambulante Operationen und Vorsorgeuntersuchungen. U-Untersuchungen bei Kindern ab der U6 können bis zum 30. September auch bei Überschreitung der Fristen wahrgenommen werden. Seit Anfang Mai wird außerdem wieder zum Mammographie-Screening eingeladen. „Patienten sollen aber nicht ohne Termin zum Haus- oder Facharzt gehen“, betont KV-Sprecher Kleinschmidt. Notwendig sei eine telefonische Terminvereinbarung.

Telefonische Krankschreibungen bis 18. Mai

Telefonische Krankschreibungen bei Atemwegsinfekten sind vorerst noch bis zum 18. Mai möglich. Andernfalls werden die Patienten mit Infekten zu gesonderten Sprechzeiten eingeladen.

Abstriche bei Verdacht auf eine Corona-Infektion würden in unserer Region weiterhin zentral von der Kassenärztlichen Vereinigung organisiert, erklärt Dr. Thorsten Kleinschmidt.

In Spitzenzeiten seien in dem die Region umfassenden KV-Bezirk Braunschweig acht Corona-Mobile unterwegs gewesen, um Betroffene zu Hause zu testen. Ein Drive-In-Testzentrum hat die KV darüber hinaus in einem Zelt vor ihrem Braunschweiger Domizil An der Petrikirche eingerichtet.

In unserer Region wurden laut Kleinschmidt bisher mehr als 8000 Abstriche genommen. Inzwischen sei die wöchentliche Zahl der Verdachtsfälle von 700 in der Spitze auf durchschnittlich 250 gesunken.

„Abstriche bei potenziellen Corona-Patienten aus dem Regelbetrieb der Arztpraxen herauszuhalten, schützt alle Beteiligten“, begründet Kleinschmidt den Einsatz der Corona-Mobile. Nach wie vor gelte: Wer vermute, mit Corona infiziert zu sein, solle seinen Hausarzt anrufen, der über einen Test entscheide.

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Keine Maskenpflicht beim Arzt

Eine Maskenpflicht beim Arztbesuch fordert das Land nicht. Geben auch die Kommunen eine solche Pflicht nicht vor, können die Ärzte Kleinschmidt zufolge in ihren Praxen selbst darüber entscheiden. „Wir bitten unsere Patienten, Masken zu tragen“, nennt Kleinschmidt ein Beispiel, wie er es in seiner eigenen Praxis handhabt.

Weiterhin geschlossen bleiben die Bereitschaftdienstpraxen der KV. Für ambulant zu behandelnde Notfall-Patienten bieten die Kassenärzte außerhalb ihrer Sprechzeiten Hausbesuche oder eine Video-Sprechstunde an.

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