Gifhorn. Darum senkt der Wasserverband den Trinkwasserpreis um fast 13 Prozent, sogar rückwirkend. Wer jetzt alles Geld zurückbekommt.

  • Der Trinkwasserpreis des Wasserverbands Gifhorn sinkt von 1,50 auf 1,31 Euro pro Kubikmeter
  • Die Preissenkung gilt rückwirkend ab Jahresanfang 2023
  • Profitieren können 128.000 Menschen und die Firmen im Verbandsgebiet im Kreis Gifhorn, aber nicht in der Stadt

Dass es das noch gibt: Ein wichtiges Alltagsprodukt wird billiger. Der Wasserverband Gifhorn senkt den Preis für Trinkwasser. Ein Kubikmeter kostet ab sofort statt 1,50 Euro nur noch 1, 31 Euro. Das sind fast 13 Prozent weniger. Der Clou: Der Rabatt gilt rückwirkend ab Januar 2023. Entlastet werden alle 128.000 Menschen und Firmen im Versorgungsgebiet im Landkreis Gifhorn, aber nicht in der Stadt Gifhorn, wo das stadteigene Wasserwerk Gifhorn liefert.

Wasserverband Gifhorn: Preis für Abwasserreinigung bleibt stabil

Weil der zweite Preisbestandteil des Wassers für Abwasserreinigung unverändert bleibt, kommt der Preisnachlass direkt mit der Jahresabrechnung für 2023 als Erstattung an. Jedenfalls wenn die eigene Menge des gezapften Trinkwassers nicht stark angestiegen ist.

Beschlossen hat die Preissenkung die sogenannte Verbandsversammlung. Zu ihr gehören Vertreter der Städte und Gemeinden, in denen der Wasserverband arbeitet. Verbandschef Volker Arms erläuterte, dass sich die Experten des Wasserverbands bei dem Preis Anfang 2023 nicht verrechnet haben. Sie waren nur sehr vorsichtig: „Unter dem Eindruck des Ukrainekrieges und der Energiepreissteigerungen war der Trinkwasserpreis zum Januar deutlich angehoben worden. Durch verschiedene Maßnahmen wie die Energiepreisbremse ist die Kostensteigerung aber deutlich geringer ausgefallen. Außerdem 2022 aufgrund des heißen und trockenen Sommers deutlich mehr Wasser verkauft und ein besseres Jahresergebnis erreicht als geplant.“

Geld für Investitionen bleibt noch genug

Weil der Wasserverband aber keine Gewinne machen will, sondern nur seine Kosten decken muss, kann er die unerwarteten Überschüsse an die Kunden zurückgeben. Arms: „Die Unsicherheiten der zukünftigen Preisentwicklung im Bereich Energie sind zwar weiter hoch, wir wollen unsere Kunden aber so weit wie möglich entlasten, wenn dies vertretbar ist.“

Genug Geld für Investitionen in eine stabile Versorgung bleibt dem Verband gleichwohl. 25 Millionen Euro sollen dafür 2024 eingesetzt werden. Allein 7,5 Millionen Euro stehen für das Wasserwerk Schönewörde samt Druckerhöhung sowie die Transportleitung Meine-Rethen zur Verfügung.

Mehr wichtige Nachrichten aus dem Landkreis Gifhorn lesen:

Täglich wissen, was in Gifhorn passiert:

Für das Abwasser plant der Verband acht Projekte ein. Das größte läuft in Hankensbüttel, wo für 5,4 Millionen Euro die Kläranlage ausgebaut wird. Ferner wird die Kanalisationen stückweise erneuert.

In Wittingen gehen für 5,2 Millionen Euro mehrere Ortsteile, die noch Klärteiche haben, an die zentrale Kläranlage.

Auch Wagenhoff in der Samtgemeinde Wesendorf bekommt für 2,5 Millionen Euro einen Anschluss an die Kläranlage.