Braunschweig. Abenteuer im Nimmerland: Die Musical-AG der Gesamtschule Franzsches Feld bringt das Theaterstück „Peter Pan“ im Kulturzentrum Brunsviga zum Besten. Kommende Woche gibt es weitere Vorstellungen.

Heile Familienwelt sieht anders aus: Zu Beginn ein stummer Schrei der Eltern. Gleich werden ihre Kinder durch das Fenster entschwinden, von Peter Pan auf der Suche nach seinem Schatten mitgenommen auf die fantastische Reise nach „Neverland“ mitgenommen.

Die Musiktheatergruppe „jetztodernie“ der Gesamtschule Franzsches Feld hat sich im Kulturzentrum Brunsviga keines der locker-lustigen Musical-Wohlfühlstücke für die zufriedenzustellende Schulgemeinschaft vorgenommen.

Dabei ist eigentlich „Peter Pan“ in unzähligen Varianten und Auflagen ja zu genau einem solch wohlfeilen Fantasy-Abenteuerstück ohne Tiefgang mutiert. Im 2013 vom Berliner Ensemble in der Fassung von Robert Wilson und mit Musik von CocoRosie aufgeführten Stück ist das anders. Und zum Glück haben sich Kaja Brandenburger und Felix Goltermann in diesem Jahr genau dieser Version annehmen dürfen.

Schüler der Braunschweiger Gesamtschule schlüpfen in ihre Rollen

Wenn Peter Pan Wendy vom sagenhaft-tollen „Neverland“ vorschwärmt, dann wirkt das Wort „lustig“ aus seinem Mund nur als Bedrohung. Stocksteif und in seiner gar nicht komischen Fantasiewelt erstarrt, gefühllos und gefangen, spielt Valton Jakupi die Hauptfigur. Seine „Lost Boys“ Tootles (Vivian Carolina Meier) und Löckchen (Alexandra Decker) sind wahrhaft gruselige Monsterpuppen, die aus einen Horror-B-Movie-Streifen entsprungen sein könnten.

Und auch Zauberfee Tinkerbell ist nicht wohl in ihrer Haut. Zumeist regungslos verharrt sie, eifersüchtig überwachend jede Bewegung ihres angehimmelten Peter. Nur im Eifersuchtslied („Not like Wendy Bird“) und später im verzweifelt-leidenschaftlichen Liebessong bricht alles aus ihr heraus. Jana Seidenkranz singt das mit besonderer Inbrunst und präziser Ausdruckskraft ihrer tragenden Stimme.

Anfangs noch geprügelter Hund Nana, entpuppt sich Levi Jakobi als charaktervoll-morbider Captain Hook. Denn auch er ist ein Gefangener seiner selbst, auf der Suche nach Erlösung wie die anderen auch.

Ob als Familienmitglied der Darlings oder Mama in Neverland überzeugt Kübra Aksu mit einer ebenso formatvollen Darstellung der Wendy. Michael (Selma Clemens) und John (Anna Schuseil) geben in vielen bis ins kleinste Detail schön durchchoreographierten Ensembleszenen alles.

Mit pantomimischer Höchstleistung spielt Alea Gehrke das Krokodil, das zusätzlich noch den häufigen Wechsel zwischen Schauspiel und Instrument zu meistern hat. Denn die ins Spiel integrierte Musik auf der Bühne ist nicht nur Begleitung der Songs, sondern auch Klang-Geräusch-Kulisse. So wechseln auch die anderen häufig ihren Part und werden zu Musikerinnen und Musikern.

Es gab großen Applaus für alle Beteiligten vom begeisterten Publikum.

Weitere Vorstellungen finden vom 12. bis 17. Februar um jeweils 19.30 Uhr im Kulturzentrum Brunsviga statt. Eintrittskarten gibt es ausschließlich in der IGS Franzsches Feld.

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