Braunschweig. So ging es los. Ein Auftakt nach Maß und mit Gedränge – Jetzt kommen 29 Tage, die uns wärmen sollen.

Vermutlich Rekordbesuch am Mittwochabend bei der Eröffnung des Braunschweiger Weihnachtsmarktes. Menschentrauben stauen sich bis in die Fußgängerzonen hinein, und auch zwischen den zunächst noch unbeleuchteten Buden und Gassen auf dem Burgplatz herrscht schon Gedränge und Geschiebe.

Gedränge und Geschiebe zwischen den Buden und Gassen – vielleicht gibt es ja 2023 einen Rekordbesuch.
Gedränge und Geschiebe zwischen den Buden und Gassen – vielleicht gibt es ja 2023 einen Rekordbesuch. © FMN | Bernward Comes

Dann sind die Trompeten- und Posaunenstöße der Blechbläser des Doms verklungen, der Oberbürgermeister drückt den roten Knopf, Bürgerreporter von Radio Okerwelle, Profi-Reporter von NDR und BZ sind auf Sendung, und mit einem Schlag gehen die Lichter an, es wird gleißend hell. Ein Bild der Stunde, ein Bild, das jetzt noch bis zum 29. Dezember friedlich anhalten soll, wie es sich Dompredigerin Cornelia Götz wünscht. Es geht uns gut, sagt sie, sind wir uns dessen bewusst, meint sie, und es ist nicht selbstverständlich, weiß sie.

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Zum Auftakt tatsächlich auch mal des gewünschte richtige Weihnachtsmarktwetter

133 Buden und Stände, 29 Markttage, festliche Vorfreude, Braunschweig ganz im Licht und ganz bei sich – für Stadtmarketing-Chef Gerold Leppa ist es ein guter, ein wichtiger Abend. Jetzt muss nur alles so bleiben. Und die Schausteller, keine Frage, sind zunächst mal selig. Sie haben zum Auftakt nicht nur das „Momentum“ auf ihrer Seite, sondern tatsächlich auch mal das gewünschte richtige Weihnachtsmarktwetter. Es ist schön kalt, und du mummelst dich in Schal und Wollmütze, wärmst dich am Glühwein. Und in dieser ungewohnten Anmutung von Winter, wer weiß schon, wie lange sie anhalten wird, ist es ein Hauch von Schnee auf Dächern und Ständen, der sich weiß verzuckert aufs vorweihnachtliche Gemüt legt.

Witold Dulski vom Domkantorat mit seinen Blechbläsern, die zum Auftakt traditionell Weihnachtliches spielten.
Witold Dulski vom Domkantorat mit seinen Blechbläsern, die zum Auftakt traditionell Weihnachtliches spielten. © FMN | Bernward Comes

So gut haben wir’s. Domkantor Witold Dulski dirigiert sein Blechbläserensemble, es wird ein jazziger Medley von Weihnachtsliedern gegeben. Da wippen wir mit im Takt, fragen uns aber doch, da wir in Deutschland sind, wie’s hier wohl mit den Gema-Gebühren aussieht. Da gab es ja im Vorfeld Riesenzoff, in diesem Land kannst du nicht mal Weihnachtslieder aufführen, ohne dass es Streit darüber gibt. Was wir schon ahnten, Dulski hat das schmissige Stück zwar selbst arrangiert, trotzdem muss die Stadt dafür Gema-Gebühren blechen.

Zoff um Gema-Gebühren - das Staatstheater springt mit ein

Mit Konsequenzen: Vereine, die sich schon vorbereitet hatten, auf dem Weihnachtsmarkt zu musizieren und zu singen, wurden wieder ausgeladen, bekommen dafür eine kleine Entschädigung von der Stadt. Aber in Braunschweig halten sie auch zusammen: Auch das Staatstheater springt ein, sorgt am 6., 13. und 20. Dezember (jeweils ab 18 Uhr) mit eigenen Kräften für musikalische Adventsstimmung.

Oberbürgermeister Kornblum ist voll des Lobes: „Das Staatstheater hat die Kapazität und die Expertise, die komplexen Anforderungen an die Dokumentation Gema-freier Musik zu erfüllen.“ So seien die Auftritte mit dem entsprechende Repertoire möglich. Das muss man sich alles mal vorstellen.

Kimberley Mantaz und ihre Familie servieren Flammkuchen und Co.
Kimberley Mantaz und ihre Familie servieren Flammkuchen und Co. © FMN | Bernward Comes

Der Weihnachtsmarkt ist auch ein Fest für Kinder

Indes – ein Auftakt nach Maß, einer, der Optimismus versprüht. Im vergangenen Jahr hätten 900.000 Menschen den Braunschweiger Weihnachtsmarkt besucht, erklärt Oberbürgermeister Thorsten Kornblum am Mikrofon und ruft dann, ein bisschen aufgekratzt in der Laune des Moments: Bestimmt würden es in diesem Jahr noch mehr.

Viel zum Stöbern gibt es auch in diesem Jahr beim Braunschweiger Weihnachtsmarkt.
Viel zum Stöbern gibt es auch in diesem Jahr beim Braunschweiger Weihnachtsmarkt. © FMN | Bernward Comes

Vielleicht sogar über eine Million, man kann ja nie wissen. Und während im Burggraben, am Bratwurststand und an der Flammlachs-Bude geflachst, gefachsimpelt und am Becher genippt wird, ganz vorzüglich wieder der Eierpunsch, aber auch die alkoholfreien Glüher sind nicht zu verachten, da also hatten zuvor Hannah (10) und Johann (6) so lauthals beim Countdown vorm Start von Herzen mitgezählt, dass es eine Freude war. Weihnachtsmarkt ist auch ein Fest für Kinder.