Braunschweig. Kaum wird eine neue Show wie „Ölper – ein Weihnachtslied für Braunschweig“ angekündigt, sind alle Tickets weg. Worin liegt nur das Geheimnis?

Auch Kultur geht durch den Magen. In einer Wintertheater-Saison verleibt sich das Publikum fast 2500 Harzer-Roller-Burger ein, rund 600 Liter Steckrübensuppe, 8.500 Bierknacker, 3000 Portionen Braunkohl (mit Wurst oder vegetarisch), 30.000 Zimtsterne – und 4000 Fläschchen Schierker Feuerstein. Welch charmante Statistik.

Die Vorbereitungen für die vielen Shows laufen bereits seit Februar – fast eine Ganzjahresaufgabe. Da freut sich Projektleiter Hannes Schulte von der Agentur Undercover doch sehr, wenn jetzt schon ganze Veranstaltungsreihen ausverkauft sind. Für „Ölper zwölf Pöints – ein Weihnachtslied für Braunschweig“ und „Winterklater2.0“ sind bereits alle Tickets weg.

Manche Fans kommen immer wieder

Ob’s an der Liebe zum Lokalen liegt, zur heimatlichen Verbundenheit, am hemmungslosen Humor? „Bei all unseren neuen Shows gehen die Karten weg wie warme Semmeln“, wundert sich Christian Eitner, musikalischer Leiter der Shows und als Kopf der Jazzkantine auch Chef der Hausband, immer mal wieder selbst über den nachhaltigen Erfolg der Stücke. Es gebe viele Wiedergänger, die manchmal jede Textzeile im Kopf hätten. „Das ist fast schon wie bei der Rocky Horror Picture-Show“, sagt er lachend.

Andererseits seien die Menschen aber seit Corona beim Kartenkauf auch zurückhaltender geworden, kämen spontaner. Die vielen Absagen in der Pandemie und die Ungewissheit, wie sich das Virus in diesem Herbst verhalte, verunsicherten manchen potenziellen Besucher. Und dann erst die gestiegenen Preise allerwärts... Wie soll man das alles bezahlen?

Corona-Auflagen werden freiwillig erfüllt

Für Eitner ist das Wintertheater-Zelt längst zu einem zweiten Wohnzimmer geworden. Seit 2011 wird auf dem Platz an der Martinikirche im Manegenrund gesungen und gespielt, gealbert und bis tief ins Herz hinein gerührt. 23.000 Menschen werden in diesem Jahr im Zelt erwartet. Projektleiter Schulte will Ängste nehmen: „Alle Corona-Auflagen der vergangenen Jahre haben wir beibehalten. Es gibt nach wie vor den zweiten Toilettenwagen, und auch das Umluft-System setzen wir wieder ein.“

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Das Zelt ist trotz hoher Energiekosten gut beheizt. „Für uns wird die Saison schon sehr viel teurer, aber wir geben die Preissteigerungen sehr moderat weiter und legen nicht alles auf die Ticketpreise um“, so Schulte.

Nicht nur für Sänger Arne Stephan wird’s ein Marathon

55 Künstler werden in dieser Spielzeit auf der Bühne stehen. Ein gutes Dutzend davon, ist in verschiedenen Produktionen eingesetzt. Darunter Eitner selbst, der die Band bekanntlich am Bass vertritt. Arne Stephan derweil wird neben seiner Rolle als Josef in der Weihnachtsgeschichte auch noch zwei Kirchenkonzerte in St. Martini geben.

Damit sich das Publikum einen schönen Abend machen kann sind rund 100 Menschen im Einsatz: Musik, Regie, Kostüm, Deko, Ausstattung, Technik, Betrieb, Ticketverkauf, Marketing, Auf- und Umbau, Einlass, Gastronomie, Reinigung und Bewachung. Das Zelt bleibt niemals sich selbst überlassen.

Die Rundbühne ist eine besondere Herausforderung für die Künstler

„Für mich ist diese Rundbühne eine ganz besondere Herausforderung“, sagt Eitner. Ständig obendrauf und mittendrin. Das sei gar nicht mal so unanstrengend. „Andererseits bietet diese Manege den Besuchern auch die einzigartige Möglichkeit, anderen Zuschauern im Publikum ins Gesicht zu schauen und mitzuerleben, wie die Menschen klatschen und sich freuen. Das ist schon eine ganz besondere Form des Theaters.“

Service

Für folgende Shows gibt es noch Tickets: Christmas Soul mit Albert N’Sanda (23./24. November, jeweils 19:30 Uhr St. Martini), „Arne is coming to Town“ (26. November, 19.30 Uhr, 27. November, 18 Uhr, St. Martini), Weiners Heihnacht mit Heiner Schmitz (6. Dezember, 19 Uhr), die Braunschweiger Weihnachtsgeschichte (9. bis 23. Dezember), „Auf die Tanne, fertig, los!“ mit dem Springmaus-Improvisationstheater (26. Dezember, 14.30 und 19 Uhr), Gastspiel von Annett Louisan (27. Dezember, 14.30 und 19 Uhr) sowie „A swinging Christmas with Tom Gaebel“ (28./29./30. Dezember, 19 Uhr)

Karten gibt es unter tickets.wintertheater.de (online) sowie an den Service-Countern der Geschäftsstellen der Braunschweiger Zeitung.

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