Bahnhöfe in Braunschweig

Fast fertig: Bahnhof Gliesmarode ist nun barrierefrei

| Lesedauer: 3 Minuten
Per Rampe kommt man hinauf zu den Bahnsteigen, die sich nun zwischen den Gleisen befindet.

Per Rampe kommt man hinauf zu den Bahnsteigen, die sich nun zwischen den Gleisen befindet.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Braunschweig.  Das Verkehrskreuz im Osten Braunschweigs wird zukunftstauglich gemacht. Ein Bahnhofsvorplatz soll noch folgen.

Fast fertig. Dienstagmittag wurde der letzte große Baustein gesetzt, damit im Osten Braunschweigs ein moderner Verkehrsknoten entsteht: offizielle Eröffnung des neuen Aufgangs zum grundsanierten Bahnhof Gliesmarode. Ein Multimillionen-Projekt steht nun vor der Vollendung.

Rund acht Jahre vergingen seit der ersten Idee. Stadt Braunschweig, BSVG, Deutsche Bahn, Land und Regionalverband bündelten in der Folge ihre Kräfte. Der ÖPNV soll im Osten der Stadt attraktiv wie nie werden. 8,4 Millionen Euro flossen allein, so Niedersachsens Verkehrs-Staatssekretär Berend Lindner, um den restlos maroden Bahnhof Gliesmarode auf die Höhe der Zeit zu bringen. Barrierefrei lässt sich nun der neue Mittelbahnsteig erreichen.

Bahnhof Gliesmarode: Viel mehr Züge sollen am Haltepunkt stoppen

Restarbeiten stehen noch aus. An den Bahnsteigen wird demnächst eine Schotterfläche begrünt. Der Regionalverband, so Verbandsdirektor Ralf Sygusch, werde außerdem noch einen großen Wetterschutz aufstellen lassen. Wartende sollen nicht im Regen stehen. Die Hoffnung: Aus den heute 600 Nutzern sollen 1500 werden. Viel mehr Züge als bislang sollen außerdem am Haltepunkt stoppen.

Die Bahn hatte sich auch nicht lumpen lassen. Weil in Braunschweig Beton selten grau bleibt, wurde der Graffiti-KünstlerNasim Naji beauftragt, den Zugang zu den Bahnsteigen zu gestalten. Die Hoffnung hier ist: Braunschweigs Sprayer respektieren die Arbeit des Graffiti-Künstlers. Naji selbst, so hieß es, werde auch künftig für die Deutsche Bahn arbeiten. Nächster Auftragsort: Braunschweig Hauptbahnhof. Dort sind Aufgänge wegen Sanierung gesperrt. Naji soll ab Juli die Treppenwände gestalten.

In Vorleistung sind bereits Stadt Braunschweig und BSVG getreten. Am Fuß des Bahnhofs wurden die Flächen ganz neu gestaltet. Bus und Straßenbahn nutzen gemeinsam eine Trasse. Der Takt wurde auch in der Hoffnung verdichtet, dass mehr Fahrgäste den neuen Bahnhof nutzen, was zu einer Entlastung des Hauptbahnhofs führt und Reisezeiten deutlich verkürzen kann. Fahrrad-Abstellanlagen und ein Fahrrad-Verleih wurden errichtet sowie Car-Sharing-Parkplätze angelegt. Ein Ringgleis-Anschluss besteht mittlerweile ebenfalls.

Das ist am Bahnhof Gliesmarode noch geplant

Weiteres sei allerdings noch geplant, so Hochbau-Dezernent Holger Herlitschke. Der Aufgang zum Bahnsteig lässt sich zurzeit nur über einen Schotterweg erreichen, den auch die Ringgleis-Radler nutzen. Optimal ist das nicht. Weitere Verkehrsflächen müssen noch neu geordnet werden.

Der Bahnhof Gliesmarode soll darum einen Vorplatz erhalten. Handfestes gibt es dazu im Rathaus noch nicht. Herlitschke: „Wir sind völlig ausgelastet. 16 Planstellen warten auf Besetzung. Wir finden einfach kein Personal.“ Die Planungen für den Vorplatz starten darum erst jetzt. Der Zeitplan für den künftigen Vorplatz laute: „Wir werden demnächst zu einem Wettbewerb zur Gestaltung des Umfeldes aufrufen. Mitte des Jahres 2023 soll der Umbau beginnen.“ Denn am Ziel der Anstrengungen habe sich nichts geändert: „Der Bahnhof Gliesmarode markiert in Braunschweig den Anfang der Zukunftsmobilität.“

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