Ringgleis erreicht das Östliche Ringgebiet

Braunschweig  Im nächsten Jahr wird bis zur Ebertallee verlängert.

Schon fast fertig: Zwischen Hamburger Straße und Mittelweg verläuft das Ringgleis über das ehemalige Gelände unserer Zeitung.

Schon fast fertig: Zwischen Hamburger Straße und Mittelweg verläuft das Ringgleis über das ehemalige Gelände unserer Zeitung.

Foto: Peter Sierigk

Das Ringgleis wächst weiter. Der beliebteste Fuß- und Radweg Braunschweigs soll bis zum Jahr 2019 als Ring um die ganze Stadt führen. Doch es müssen noch dicke Brocken aus dem Weg geräumt werden.

Applaus für die Grünflächenplaner von 50 Bürgern während eines öffentlichen Arbeitskreistreffens im Rathaus. Denn in diesem Jahr wird das Ringgleis von 8 auf fast 12 Kilometer wachsen. Wobei die Planer auch sagten, dass die Streckenverlängerungen bis in den Kennelpark und in die neue Nordstadt erst Ende Januar wirklich fertig werden. Die neuen Strecken können dann befahren werden. Manche Restarbeiten werden aber bis April dauern.

Gleichzeitig wird die Planung für neue Strecken voran getrieben. Noch im Jahr 2018 soll Baubeginn sein für eine Verlängerung vom Haus der Kulturen am Mittelweg bis zum Bienroder Weg. Hier geht es um den Lückenschluss von etwa 350 Metern.

In der Planung sind ferner die Strecken von der Beethovenstraße bis zur Hans-Sommer-Straße. Damit wird das Östliche Ringgebiet erreicht. Von der Hans-Sommer-Straße aus wird dann die Trasse entlang des Nussbergs bis zur Ebertallee geführt.

Im Östlichen Ringgebiet müssen noch Flächen von der Deutschen Bahn gekauft werden. Eine Einigung scheint möglich. Und auch die Hürde „Anwohnerprotest“ scheint genommen. Denn jenseits der Eberallee fürchteten die Triangel-Kleingärtner, Flächen abgeben zu müssen. Doch das wird nicht der Fall sein.

Ein ganz anderes Problem ist stattdessen aufgetaucht: Wie kommen Radfahrer über die Eberallee? Die Straße ist eine Nazi-Hinterlassenschaft. Sie war einst ein einfacher Weg durch den Prinzen-Park. Der Weg wurde ausgebaut und im November 1937 eröffnet, damit der damalige „Reichsjägermeister“ Hermann Göring leichter den „Reichsjägerhof“ bei Riddagshausen erreicht.

Die Ebertallee zerschneidet seither den Prinzenpark, der heute unter Denkmalschutz steht. Vom Nußberg aus führen bislang nur Treppen hinauf auf die Ebertallee und wieder hinab.

Vier Varianten zur Querung der Ebertallee hat die Verwaltung bislang erarbeitet: Ertüchtigung der Treppen für Radfahrer, Umfahrung durch den Prinzenpark, Umbau der Georg-Westermann-Allee für Ringgleis-Radfahrer, Bau von Rampen hinauf zur Ebertallee. Angeregt wurde auch die Prüfung der Idee, einen Tunnel unter der Ebertallee zu bauen.

Während der nächsten Arbeitskreissitzung im März sollte eigentlich eine Abstimmung der Varianten erfolgen. Auf Bitte des Bürgervereins Braunschweiger Forum soll jedoch eine Ortsbesichtigung von Bürgern, Politik, Denkmalpflege und Planern vorgeschaltet werden. Eine Vorzugsvariante zur Ebertallee-Querung wird es somit erst im Frühsommer 2018 geben.

Wann es im Süden des Ringgleises weitergeht, ist momentan auch noch unklar. Wie Grünflächenplaner Ulrich Prote sagte, verlaufe das Ringgleis dort auf Eisenbahnbrücken. Ein Gutachten darüber, in welchem Zustand sich die Brücken befinden, was entscheidend für eventuelle Kaufverhandlungen ist, sei noch nicht ganz fertig.

Außerdem, so Prote: „Priorität hat momentan ganz allein, das Ringgleis als Ring um die Stadt zu schließen. Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Randflächen des Ringgleises vollständig entwickelt sind.“

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