Wolfsburg. Am ehemaligen KZ-Außenlager auf dem Laagberg wurde ein neues Banner installiert. Das Zitat geht auch kritisch mit den Wolfsburgern um.

Am Laagberg wurde ein neues Banner präsentiert. Realisiert wurde es vom „Freundeskreis Gedenk- und Lernort KZ-Außenlager Laagberg“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation. „Wir haben uns sehr über die Anwesenheit von Personen und der Politik sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern gefreut“, heißt es in der Mitteilung.

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Anders als die vorherigen drei Banner, die in Richtung der Breslauerstraße platziert wurden, befindet sich das neue Banner im Blickfeld des Supermarktparkplatzes und zieht somit direkt die Aufmerksamkeit auf die Geschichte von Jean-Michel Gaussot und die seines Vaters, der einst als KZ-Häftling aus Frankreich in die „Stadt des KdF-Wagens“ deportiert wurde.

Kritik am Wolfsburger Umgang mit dem KZ-Außenlager auf dem Laagberg

Gaussot begab sich über viele Jahre hinweg auf Spurensuche nach seinem Vater. Hinweise fand er in kleinformatigen Kalendern seiner Mutter aus den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges, die auf dem Banner abgebildet sind. Die daraus entstandene „Ode an den großen Abwesenden“ erschien jüngst erstmals in deutscher Übersetzung. Anlässlich der Buchpräsentation reiste Jean-Michel Gaussot im Februar 2024 nach Wolfsburg.

„Die geschichtspolitische Arbeit von Nachkommen von KZ-Opfern gewinnt stetig an Bedeutung“, heißt es weiter. Sie führe das Erbe ihrer Familienangehörigen fort und erinnerte an die NS-Gewalt im KZ-System. Das Banner soll jedoch nicht nur auf die Publikation aufmerksam machen. Denn das darauf abgebildete Zitat aus Gaussots Buch verweist kritisch auf den Umgang mit dem historischen Ort des KZ-Außenlagers Laagberg in Wolfsburg nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Da heißt es: „In Wolfsburg-Laagberg haben wir uns vor dem Denkmal versammelt, das in Gedenken an die Deportierten vom Laagberg errichtet wurde. Heute ist dies alles, was an das Schicksal dieser Männer erinnert, da nichts von dem früheren Lager bewahrt worden ist. Dort, wo sich die massiv gebauten Baracken befanden, die beinahe achthundert Gefangene – wenn man so sagen kann – ‚beherbergten‘, ragen heute Wohngebäude empor, deren Bewohner wahrscheinlich nichts über die Schrecken wissen, die an diesem Ort begangen worden sind.“

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