Wolfsburg. 30 Kinder bekommen in der Grundschule Wendschott zum Schuljahr 2024/2025 keinen Platz. Das Problem ist nicht neu, Eltern sind sauer.

Frust und Enttäuschung herrschen in diesem Mai bei Eltern in Wendschott. Die Grundschule Wendschott ist erneut zu klein, um zum Schuljahr 2024/2025 alle Kinder aufzunehmen, die dort angemeldet werden sollten.

Nach einem Losverfahren müssen 30 angehende Erstklässler ihre Schullaufbahn an anderen Schulen starten. Drei weitere Kinder bleiben ein Jahr länger im Kindergarten, um danach in der Wunschschule unterzukommen.

Grundschule Wendschott muss 30 Erstklässler abweisen

Der Unmut der Eltern sei groß, sagt Rebecca Saam. „Wir machen seit zwei Jahren darauf aufmerksam, dass die Plätze nicht reichen. Wir haben zwei Workshops gemacht. Und das war’s. Nichts ist passiert“, kritisiert die Gründerin der örtlichen Elterninitiative.

Saam ist nicht unmittelbar betroffen. Ihr Sohn kommt schon in diesem Jahr zur Schule und wird ab August in die erste Klasse gehen. In Wendschott. Er hatte Glück: Für das neue Schuljahr war wegen niedriger Kinderzahlen kein Losverfahren nötig. Bei der Anmeldung für 2024/2025 aber überstieg die Bewerber-Zahl wieder die 52 zur Verfügung stehenden Plätze.

Eltern ärgern sich über erneutes Losverfahren

Melanie Lütge erfuhr am Dienstag vergangener Woche, dass ihre Tochter bei der Platzvergabe leer ausgegangen ist. Und dann noch Warteplatz 30 von 30! Die Mutter hatte gleich am Tag nach dem Losverfahren in der Grundschule Wendschott angerufen. Genauso schnell holte sie die Bewerbungsunterlagen ab und meldete ihr Kind in der Heidgartenschule in Vorsfelde an.

Die Wendschotterin kann damit leben. Sie bedauert aber, dass ihre Tochter nicht mit all ihren Kindergarten-Freundinnen in die Schule gehen wird. Und dass sie ihr Kind dann mit dem Auto nach Vorsfelde bringen muss. Nur zwei Straßen, erklärt Lütge, müsste die Kleine in Wendschott überqueren. Das hätte sie allein geschafft. „Ich finde, dass Kinder aus dem Ort auch in die Schule im Ort gehören“, sagt Lütge.

Zwei Workshops, aber keine Lösung

Der 2020 offiziell übergebene Anbau der Grundschule Wendschott reicht auch nicht aus, um weitere Klassen zu eröffnen.
Der 2020 offiziell übergebene Anbau der Grundschule Wendschott reicht auch nicht aus, um weitere Klassen zu eröffnen. © regios24 | Helge Landmann

Mit dieser Überzeugung hat sie sich im vergangenen Sommer der Elterninitiative um Rebecca Saam angeschlossen. Lütge nahm auch an einem der beiden Workshops teil, in denen Eltern, Lehrer, Mitarbeiter des Ganztagsbereichs der Grundschule, hochrangige Verwaltungsmitarbeiter und Vertreter der Politik 2022 nach einer Lösung des Schulproblems suchten.

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Rebecca Saam betrachtet die Workshops angesichts des erneuten Losverfahrens fast schon als „verbrannte Zeit“. Ihre favorisierte Lösung wäre, dass die Grundschule Wendschott einen dritten Klassenzug erhält, entweder direkt in der Schule oder per Auslagerung. Die Eltern, betont die Mutter, würden verstehen, dass die Kommune kein Geld habe. „Aber will man die Eltern die nächsten zehn Jahre vor den Kopf stoßen?“ Im Augenblick hätten die Mütter und Väter das Gefühl, dass die Stadtverwaltung die Sache aussitze.

Ungünstig findet Saam auch, dass ihren Recherchen zufolge etliche Kinder aus Vorsfelde, Velstove und der Stadtmitte einen Platz an der GrundschuleWendschott bekommen, während Wendschotter Kinder leer ausgehen. Vor vielen Jahren wurden in Wolfsburg die Schulbezirke aufgelöst, damit Eltern die Schule für ihr Kind frei wählen können. Doch Saam findet: „Es ist keine freie Schulwahl, wenn das Kind nicht dahin kann, wo es hin soll.“

Wendschott ist seit 2012 um ein Drittel gewachsen

Neue Baugebiete haben Wendschott in den vergangenen Jahren stark wachsen lassen. Der Stadtteil hatte Ende 2022 fast 4000 Einwohner, zehn Jahre zuvor waren es noch weniger als 3000.

Die Grundschule Wendschott wurde erst mit dem Schuljahr 2018/2019 zweizügig. 2020 wurde ein Anbau offiziell eröffnet. Eine von der CDU beantragte Ausnahmegenehmigung für einen dritten Klassenzug lehnte der Schulausschuss 2021 ab. Eine Mehrheit der Ausschussmitglieder war der Meinung, dass es besser wäre, die Heidgartenschule zu stärken, als in Wendschott Container aufzustellen.

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