Kammerbauer will bei Eintracht den Schritt nach vorn machen

Belek.  Der Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig hat Patrick Kammerbauer bis Saisonende ausgeliehen. In Belek hinterlässt er einen guten Eindruck.

Patrick Kammerbauer (am Ball) setzt sich gegen Alfons Amade und Benjamin Kessel im Zweikampf durch. Orhan Ademi (links) und Danilo Wiebe beobachten die Szene

Patrick Kammerbauer (am Ball) setzt sich gegen Alfons Amade und Benjamin Kessel im Zweikampf durch. Orhan Ademi (links) und Danilo Wiebe beobachten die Szene

Foto: Lars Rücker

Patrick Kammerbauer sitzt entspannt in der Lobby des Mannschaftshotel in Belek. Für ihn ist das Trainingslager des Fußball-Drittligisten Eintracht Braunschweig in der Türkei eine wichtige Zeit, die er unbedingt nutzen möchte. Denn Kammerbauers viereinhalb Monate waren nicht gerade einfach. Als Leihspieler kam der 22-Jährige vom Bundesligisten SC Freiburg an die Hamburger Straße.

Und das kurz vor Ende der Transferperiode im Sommer. Seither ist viel passiert. Die Eintracht stürzte in ein kleines Leistungsloch nach ihrem zunächst auch durch die Neuzugänge getragenen Topstart. Trainer Christian Flüthmann musste im November gehen. Marco Antwerpen kam, die Löwen siegten zunächst wieder, doch die Mannschaft schien sich in der kurzen Zeit nicht vollends an die Idee des Fußballs, die der neue Coach zu spielen pflegt, gewöhnen zu können.

Kammerbauer: Es gab Höhen und Tiefen

Bei all dem spielte Kammerbauer eher eine Nebenrolle. Deshalb ist er froh, im Trainingslager ungestört von Spieltagszwängen und privaten Ablenkungen mit seinen Mitspielern zu arbeiten. Denn sportlich, so wirkte es, war er noch nicht so richtig angekommen. In den Momenten, in denen er sich in den Fokus spielen konnte, fehlte ihm oft das Glück. Etwa gegen Köln und Bayern München II als er zwei Riesenchancen vergab, die jeweils die Führung bedeutet hätten. Und so fand er sich häufiger auf der Bank wieder. Trotzdem, sagt er, gefällt es ihm in Braunschweig richtig gut. „Klar gab es immer ein paar Höhen und Tiefen, und ich habe schon gemerkt, dass ich aus einer Zeit kam, in der ich nicht so viel gespielt habe, dass ich da meine Zeit gebraucht habe“, erklärt er. In seiner Stimme hört man ganz versteckt einen fränkischen Dialekt. Doch der Wechsel nach Braunschweig schockte ihn nicht. „Ich war ja schon noch weiter im Norden, in Kiel. Ich mag Braunschweig, bin oft in der Stadt und meine Wohnung ist nahe am Zentrum“, erzählt er und man nimmt es dem sympathischen 1,74-Meter-Mann ab.

Er hofft, mit Eintracht eine gute Rückrunde zu spielen, die sie möglicherweise noch ein paar Plätze nach oben klettern lässt. Dabei will er eine größere Rolle spielen, als noch zuletzt. „Als Fußballer willst du immer spielen. Und ich will mich auch fußballerisch weiterentwickeln“, versichert der Mann, der die Nummer 39 auf dem Trikot trägt und als zentraler Mittelfeldspieler die Fäden ziehen und das Tempo bestimmen kann. Bislang war davon nur in Ansätzen zu sehen.

Seine feinen Kurzpässe fielen oft nicht auf. Er war mehr damit beschäftigt, sein volles Leistungsvermögen zu erreichen. „Als ich angekommen bin, waren wir direkt im Spielrhythmus. Da gab es nicht viel mit Vorbereitung. Deswegen ist es glaube ich nicht nur für mich ganz gut, dass wir hier in Belek die Zeit haben, gemeinsam auf ein Top-Level zu kommen“, findet Kammerbauer, der mit Leandro Putaro das Zimmer teilt , mit dem er in den U-Nationalmannschaften Deutschlands zusammenspielte.

Kammerbauer mahnt: Nicht zu weit in die Zukunft schauen

Diese gute Schule ist dem wendigen Rechtsfuß, der aus dem Nachwuchs des 1. FC Nürnberg stammt, anzusehen. In der Türkei blüht er auf. Ist aktiv im Training. Und es könnte seine Chance sein, in den restlichen Spielen der Rückrunde auf mehr Spielanteile zu kommen.

Denn im Mittelfeld der Eintracht war zuletzt Platz für drei zentrale Akteure – und Kammerbauers, Vorteil ist, dass er weitaus weniger verletzungsanfällig ist als seine Positionskollegen. Aber daran denkt er noch nicht, obwohl er im vergangenen Heimspiel von Beginn an ran durfte. Im Vordergrund stehen eher die Mannschaftsziele. „Und ich denke, auch da sollten wir noch nicht zu weit in die Zukunft schauen“, sagt ein geduldig wirkender Kammerbauer, der in der Türkei näher an die erste Elf rücken kann.

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