Grizzlys Wolfsburg kassieren erste Pleite der Vorbereitung

Wolfsburg.  Das 1:3 in Krefeld zeigt, dass Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg noch viel Arbeit vor sich hat. Einen Eklat gibt es obendrein.

Jeff Likens (Mitte) und Torwart Dustin Strahlmeier (verdeckt) von den Grizzlys haben das Nachsehen beim 0:1. Die Krefelder drehen jubelnd ab.

Jeff Likens (Mitte) und Torwart Dustin Strahlmeier (verdeckt) von den Grizzlys haben das Nachsehen beim 0:1. Die Krefelder drehen jubelnd ab.

Foto: City-Press / Grizzlys Wolfsburg/oh

Mit einem kleinen Eklat begann das zweite Match des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg im Magenta-Sport-Cup am Dienstagabend. Gastgeber Krefeld Pinguine schickte nur den Torwart vor dem Spiel zum Warmmachen aufs Eis. Damit hat die Mannschaft angeblich auf einen neuen, vom Klub geforderten Gehaltsverzicht reagiert. Den Frust der Pinguine bekamen die Grizzlys anschließend bei ihrer 1:3 (0:2, 1:1, 0:0)-Niederlage zu spüren.

Zwei Tage vor der wichtigen Entscheidung, ob und – falls ja – wann und mit welchem Modus die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ihre Saison startet, birgt die Diskussion neuen Zündstoff und lässt Zweifel zu, ob sich die Krefelder eine Teilnahme leisten können. Sportlich demonstrierte ihr Team zumindest, dass es konkurrenzfähig ist.

Fauser und Machacek fehlen

Sehr zum Leidwesen der Wolfsburger. Deren Trainer Pat Cortina musste im Vergleich zum 7:0 gegen Düsseldorf am Samstag auf zwei Stürmer verzichten. Gerrit Fauser (Verletzung im Training) und Spencer Machacek (wegen seiner hochschwangeren Ehefrau) hatten die Busfahrt nicht angetreten. Auch Steven Raabe (leicht angeschlagen) und Janik Möser (krank) standen erneut nicht im Kader.

Somit waren die Sturmreihen fast komplett durcheinandergewürfelt zu Beginn. Nur die Pärchen Mathis Olimb/Jordan Boucher und Garrett Festerling/Jan Nijenhuis blieben zusammen. Im Tor gab es die erwartete Rotation von Chet Pickard auf Dustin Strahlmeier. Neu dabei: Verteidiger Maximilian Adam, aber aushilfsweise im Sturm.

Krefelder Doppelschlag

Vielleicht auch deshalb war noch viel Leerlauf im Wolfsburger Kombinationsspiel. Die Pinguine wirkten galliger und fackelten nicht lange. Ivan Petrov bedankte sich mit dem 1:0 (6. Minute), nachdem Sebastian Furchner den Puck vor dem eigenen Tor nicht hatte klären können. Und nur 67 Sekunden später erhöhte Martin Schymainski nach tollem Zuspiel des Ex-Wolfsburgers Wade Bergman auf 2:0. Julian Melchiori hatte ihm zu viel Platz gelassen. Fast hätte der frühere Grizzly Kris Foucault auf 3:0 gestellt (12.), doch Strahlmeier hielt sein Team im Spiel. Trotz eines Schussverhältnisses von 12:10 aus Sicht der Grizzlys im ersten Drittel führten die gefährlicheren Krefelder zur ersten Pause.

Auf der Suche nach dem neuen Kapitänsteam zeichnet sich weiter keine Überraschung ab. Amtsinhaber Furchner trug erneut das C auf dem Trikot. Für den fehlenden Fauser und für Likens übernahmen Olimb und Festerling die Assistenten-Rollen. Beide gehörten auch schon vergangene Spielzeit dem Mannschaftsrat an.

Mitteldrittel ausgeglichen

Nach Wiederbeginn konnte sich zuerst Strahlmeier auszeichnen, der Ryan Fitzgeralds Alleingang entschärfte (25.). Anthony Rech und Phil Hungerecker mit Schuss und Nachschuss brachten den Puck noch nicht im Pinguine-Tor unter (29.). Das war dann Boucher vorbehalten. Als nach einem abgelaufenen Überzahlspiel noch die zweite Grizzlys-Powerplay-Formation auf dem Eis war, traf der Kanadier im Doppelpass mit Festerling zum 1:2-Anschlusstreffer (34.). Doch Foucault (36.) stellte mit einem Break nach Rechs Fehlpass den alten Abstand wieder her.

Im Schlussabschnitt erspielte sich Wolfsburg ein Übergewicht, doch Krefelds gut aufgelegter Torhüter Sergei Belov fing alles weg. Mit drei Strafen in der Schlussphase bremsten sich die Gäste dann selbst aus. Somit war nach dem 6:1 im September beim Zweitligisten Crimmitschau und dem jüngsten 7:0-Kantersieg über Düsseldorf die erste Grizzlys-Pleite dieser Vorbereitung perfekt. Immerhin: Im Anschluss zeigten sich die Grizzlys-Profis selbstkritisch.

Spiel kompakt:

Krefeld Pinguine: Belov – Bergman, C. Fitzgerald; Bindulis, Valitov; Bappert, Ankert – R. Fitzgerald, Postel, Schymainski; Braun, Smith, Foucault; Alanov, Hospelt, Saponari; Lessio, Petrakov, Shatsky.

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Bittner, Melchiori; Likens, Wurm; Bruggisser, Button – Görtz, Olimb, Boucher; Nijenhuis, Festerling, Busch; Rech, Järvinen, Hungerecker; Adam, Pfohl, Furchner.

Tore: 1:0 (05:40) Petrakov (Lessio, Ankert), 2:0 (06:47) Schymainski (Bergman, Postel), 2:1 (33:56) Boucher (Festerling, Rech), 3:1 (35:59) Foucault (Valitov).

Strafen: Krefeld 4 Minuten, Wolfsburg 8 Minuten.

Schiedsrichter: André Schrader und Gordon Schukies.

Grizzlys Wolfsburg – Bremerhaven, Freitag, 19.30 Uhr (live im Abo bei Magenta Sport).

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