Schröders Anwalt verspricht „sportliches Upgrade“ der Löwen

Braunschweig.  Braunschweigs Basketballer schaffen ihr Crowdfunding-Ziel von 50.000 Euro. Wer hat nun das Sagen bei den Löwen, was ist geplant?

An der VW-Halle wirbt Dennis Schröders Konterfei für die Heimspiele der Löwen. Mit dem NBA-Star als Alleingesellschafter ergibt es noch mehr Sinn.

An der VW-Halle wirbt Dennis Schröders Konterfei für die Heimspiele der Löwen. Mit dem NBA-Star als Alleingesellschafter ergibt es noch mehr Sinn.

Foto: Ute Berndt

NBA-Star Dennis Schröder ist der neue Chef, sitzt aber derzeit in Oklahoma City und wartet auf die Wiederaufnahme der NBA-Saison. Außerdem wird seine Übernahme aller Anteile an der Löwen GmbH erst zum 1. Juli gültig. Wie geht es also weiter bei Braunschweigs Basketballern, wer treibt die Entwicklungen in der Löwenstadt voran?

„Erstmal geht es ganz normal weiter“, sagt Geschäftsführer Sebastian Schmidt, dessen bevorstehende Ablösung durch Schröder ein offenes Geheimnis ist. „Ich habe ja noch einen gültigen Arbeitsvertrag.“ Er sei mit der Abwicklung des laufenden Geschäftsjahres bis zum 30. Juni und dem Lizenzierungsverfahren für die nächste Saison beschäftigt, berichtet er. „Und beides geschieht in enger Absprache mit Dennis beziehungsweise seinem rechtlichen Vertreter Filip Piljanovic.“

Piljanovic: „Nur ein kleines Rädchen“

Der Rechtsanwalt und Basketball-Experte aus Gießen vertritt Schröder bereits seit Herbst und hatte zuletzt auch die Verhandlungen zur Übertragung der Gesellschafteranteile geführt. Zuvor hatte er Trainer Liviu Calin bei dessen Kündigungsschutzklage gegen die Löwen vertreten. „Ich bin aber nur ein kleines Rädchen von vielen“, betont er. Es sei eine Gruppe von engagierten Menschen, die derzeit an der Zukunft des Standorts Braunschweig arbeite, sagte er, ohne Namen zu nennen, und Schröder sei per Telefon eingebunden.

Neuigkeiten könne er aber noch nicht verkünden, es sei vieles in Arbeit, aber noch nichts spruchreif, sagt Piljanovioc, verspricht aber trotz der Corona-Unsicherheiten schon mal mutig: „Es wird sehr gut und sportlich ein Upgrade.“

Zunächst einmal müssen die neuen Verantwortlichen aber wohl einen neuen Geschäftsführer und eventuell einen Sportdirektor präsentieren, denn dieses Amt hatte Schmidt zuletzt ja ebenfalls inne.

Kein Grund für Tabula rasa

Die Zusammenarbeit mit Schmidt laufe erstmal weiter, bestätigt auch der Schröder-Anwalt. „Er ist Profi und wird seine Arbeit gewissenhaft erledigen und gute Lizenzunterlagen einreichen.“ Dies sei ja bei allem überhaupt die wichtigste Nachricht: dass der Standort nun trotz der allgemeinen Finanznot wegen der Corona-Krise gesichert sei.

Mehr: Calin- „Ich bin stolz auf Dennis und seine Sentimentalität“

Auch bei der Zukunftsplanung habe Schmidt einiges angeschoben, sagt Piljanovic. Da werde man nicht alles über den Haufen werfen, sondern sich erstmal mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen. „Wir wollen möglichst viele Leute ins Boot holen“, verdeutlicht er die Absichten Schröders und klingt versöhnlich nach dem vielen Streit in den vergangenen Monaten. Man wolle gerne alle Kräfte mitnehmen, die den neuen Weg mitgehen wollten, und den Traditionsstandort weiterentwickeln. „Da gibt es keinen Grund, jetzt Tabula rasa zu machen.“

Eine gute Nachricht erhielten die Löwen am Freitag. Gegen 17 Uhr, gut einen Tag vor dem Ende der Aktion, hatten sie die Zielsumme ihres Crowdfundings von 50.000 Euro erreicht und können den Betrag nun einplanen.

SG will in die Regionalliga

Derweil versucht man nach Informationen unserer Zeitung beim Zweitregionalligisten SG Braunschweig, zuletzt von Schmidt ausgebooteter Stammverein des Erstligisten, eine Regionalligalizenz zu erwerben. Wird dann die Kooperation mit den Löwen wieder aktiviert, könnten deren beste Talente aus dem BBL-Kader und dem U-19-Bundesligateam dort Spielpraxis auf halbwegs gutem Niveau bekommen. „Wir haben von den Vertretern von Dennis klare Signale bekommen, dass wir wieder zusammenarbeiten“, sagt der SG-Vorsitzende Torben Seikowsky zufrieden, der einst noch mit Schröder bei der SG zusammengespielt hatte. „Ich hoffe, wir können zeitnah analysieren, was das beste Konstrukt dafür ist.“

Auch sportlich wird sich der Braunschweiger Basketball bald aus der Lähmung lösen und wieder Aufbruchstimmung erzeugen. Nächste Woche machen die Hallen auf, dann kann der Trainingsbetrieb zumindest individuell und unter den üblichen Corona-Einschränkungen auf allen Ebenen wieder beginnen.

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