Landrat: Asse-Lauge nicht in Flüsse einleiten

Remlingen  Jörg Röhmann (SPD) weist einen Vorschlag des Bundesamtes für Strahlenschutz zurück. Demnach soll unbelastetes Asse-Wasser in Flüsse geleitet werden.

Hier auf 637 Meter Tiefe dringen täglich 10,5 Kubikmeter Salzlauge in den Asse-Schacht ein.

Hier auf 637 Meter Tiefe dringen täglich 10,5 Kubikmeter Salzlauge in den Asse-Schacht ein.

Foto: Uwe Hildebrandt

Wolfenbüttels Landrat Jörg Röhmann (SPD) sagt, dass unbelastete Asse-Lauge aufgrund ihres Salzgehalts nur in Notfällen in Flüsse eingeleitet werden sollte. Er weist damit einen Vorschlag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter zurück. Über die Flüsse würde die Lauge die salzhaltige Nordsee erreichen.

Dass das derzeitige Verfahren unbefriedigend ist, in dieser Analyse sind sich die Verantwortlichen aber einig. Die rund 12 000 Liter unbelasteter Lauge, die täglich in dem maroden Atommülllager aufgefangen werden, werden mit LKW in die Nähe von Eschede gebracht. Dort laufen sie in das alte Steinsalz-Bergwerk Mariaglück, das geflutet wird.

Laut Recherchen muss der Staat 54,45 Euro pro Kubikmeter für diese Entsorgungsart bezahlen. Der Mariaglück-Betreiter, die Kasseler Firma K+S Entsorgung, weist den Vorwurf der Abzocke aber zurück. „Es geht darum, einen emotional belasteten Stoff anzunehmen“, sagt K+S-Sprecher Ulrich Göbel.

Auch Röhmann befürwortet die preisgünstigere Einleitung der Asse-Lauge in die Nordsee. Sie dürfe dorthin aber nicht über Flüsse gelangen, sondern mittels Tankschiffen. Röhmann steht der für Flüsse zuständigen Unteren Wasserbehörde vor.

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