Niedersachsen: Lehrer für Nachsicht bei vorgezogener Notenvergabe

Hannover.  Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte plädiert in der Corona-Krise für Nachsicht bei vorgezogenen Noten. Der Schülerrat stimmt zu – mit Bedingung.

Lehrer- und Schülerverbände in Niedersachsen fordern im Falle von vorgezogenen Noten nach Möglichkeit Augenmaß-Entscheidungen im Sinne der Schüler.

Lehrer- und Schülerverbände in Niedersachsen fordern im Falle von vorgezogenen Noten nach Möglichkeit Augenmaß-Entscheidungen im Sinne der Schüler.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Niedersachsens Lehrer sollen für den Fall noch längerer Schulschließungen schon bis Mitte April die Zeugnisnoten vorbereiten.

Im Umgang mit Schülern, deren Versetzung gefährdet ist, plädierte der Lehrerverband dabei für Nachsicht. Auch der Schülerrat zeigte Verständnis für die Vorbereitungen vorgezogener Noten, betonte aber, dass keinem Schüler daraus ein Nachteil entstehen dürfe.

Niedersachsen: Lehrerverband plädiert bei vorgezogenen Noten im Zweifel für „Bewertung im Sinne der Schüler“

„Da sollte man schon mit Augenmaß agieren und den Schüler im Blick haben“, sagte Torsten Neumann, Vorsitzender des Verbands Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL), am Dienstag: „Letztlich sollte man im Zweifel für den Schüler bewerten.“ Es dürfe allerdings keinen Freifahrtschein für diejenigen geben, bei denen praktisch schon feststeht, dass sie sitzenbleiben.

„Ein nach wenigen Wochen abgebrochenes Halbjahr darf nicht versetzungsgefährdend wirken, man sollte in dem Fall die ,blauen Briefe’ für dieses Jahr überdenken“, sagte auch Florian Reetz, Vorsitzender des Landesschülerrats.

Kultusministerium: Schulen sollen vorläufige Noten für den Fall eines längeren Schulausfalls festlegen

Das Kultusministerium hatte angeordnet, dass die allgemeinbildenden Schulen vorläufige Zeugnisnoten festlegen sollen, um gewappnet zu sein, falls die Schulen noch länger als bisher geplant geschlossen bleiben müssen. Die Noten sollen den Leistungsstand bis zum 15. April auf Basis der bisherigen Leistungen wiedergeben. Stand jetzt ist jedoch geplant, dass der Unterricht am 20. April weitergeht.

Angesichts der unklaren Entwicklung der Corona-Krise seien die Vorbereitungen auf den Fall der Fälle dennoch sinnvoll, sagte Neumann vom Lehrerverband. „Das gehört einfach zum Job.“

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„Gesundheit der Schüler und Lehrer muss bei Dauer der Schulschließungen im Vordergrund stehen“

Neumann betonte zudem, die Gesundheit der Schüler und Lehrer müsse bei der Entscheidung über die Dauer der Schulschließungen im Vordergrund stehen. Wenn nötig, müsse die Politik den Mut haben, den Unterricht noch länger abzusagen.

Die Abschlussprüfungen waren zuletzt bereits in den Mai verschoben worden. dpa

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