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Niedersachsen will das Abitur durch späteren Beginn retten

Hannover.  Eine endgültige Entscheidung fällt aber erst nach Ostern, wenn die Corona-Lage bewertet wird.

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister von Niedersachsen, spricht  am 20. März vor Journalisten. An diesem Freitag gab Tonne bekannt, dass das Abitur möglichst stattfinden soll.

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister von Niedersachsen, spricht am 20. März vor Journalisten. An diesem Freitag gab Tonne bekannt, dass das Abitur möglichst stattfinden soll.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) kämpft noch ums Abitur und weitere Abschlüsse für Schüler in Niedersachsen. „Ich möchte, dass alle Schüler die Chance haben, ihre Prüfungen abzulegen“, versicherte der Minister am Freitag. Abitur und weitere Prüfungen in der Sekundarstufe I sollen laut Tonne durch einen neuen „Fahrplan“ trotz der Corona-Krise gerettet werden. Doch ob das geht, entscheidet sich erst nach Ostern.

Das Abitur soll nun laut Tonne drei Wochen später beginnen: am Montag, 11. Mai, mit den Arbeiten im Fach Geschichte. Als letztes Fach wäre am 30. Mai Latein dran. Als Datum für Nachprüfungen nannte Tonne den 8. Juli. Wieder zur Schule gehen sollen die Abiturienten nach aktuellem Stand am 20. April, nicht schon am 15. Die schriftlichen Prüfungen der Sekundarstufe I sollen vom 20. bis 28. Mai laufen. Es handele sich dabei um die Prüfungen zum Erwerb des Förderschulabschlusses Lernen, des Hauptschulabschlusses, des Realschulabschlusses und des Erweiterten Sekundarabschlusses I, hieß es.

Minister: Notenvergabe gesichert

„Die Notenvergabe ist sichergestellt, die Abschlüsse wird es geben“, sagte Tonne ausdrücklich auch für den Fall, dass die Corona-Lage und zu hohe Infektionsgefahr auch den neuen Zeitplan durchkreuzen. Durchgespielt wird wohl auch die Möglichkeit, lediglich mündliche Prüfungen abzuhalten. An eine weitere Verschiebung sei nicht gedacht, hieß es. „Sollte auch unser neuer Fahrplan nicht eingehalten werden können, werden die Prüfungen ersatzlos abgesagt“, heißt es deutlich in einer Mitteilung des Kultusministeriums.

Um Bewerbungsfristen der Hochschulen einzuhalten, soll es die Abi-Zeugnisse am 9. und 10. Juli geben. Beim Abitur würden notfalls die Noten der vier zurückliegen Halbjahre zugrundegelegt. Wegen der Rückkehr der Gymnasien zum Abi nach 13 Schuljahren gibt es in diesem Jahr allerdings deutlich weniger Abiturienten. Betroffen sind außerdem die Jahrgänge 9 und 10 an Ober-, Gesamt-, Real- und Hauptschulen. Dort legen aber nicht alle Schüler Abschlussprüfungen ab. „Auch die Sek I-Abschlüsse würden ohne Abschlussprüfungen auf Grundlage der vorliegenden Leistungen vergeben“, sagte Tonne.

Schulbeginn völlig offen

Offen ist auch, ob die Schule vor den Sommerferien überhaupt wieder beginnen kann. Eine Überlegung sei es, beim Neustart der Schulen in Etappen vorzugehen, sagte Tonne. So könnten zunächst die Abiturienten und Oberstufenschüler zurückkehren, dann die Schüler der Klassen fünf bis zehn und schließlich die Grundschüler. „Die Verschiebung der Abiturprüfungen ist eine richtige Entscheidung. Diese gibt den angehenden Abiturienten zum jetzigen Zeitpunkt Klarheit“, erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete Björn Försterling. Eine ebensolche Klarheit müsse aber hinsichtlich der Frage geschaffen werden, ob der Schulbetrieb nach den Osterferien weitergehen könne.

Försterling hielt dem Land außerdem schwere Versäumnisse bei der Digitalisierung vor. Tonne kündigte am Freitag an, die sogenannte Niedersächsische Bildungscloud nach den Osterferien allen Schulen zur Verfügung zu stellen. Sie ermöglicht unter anderem Lerngruppen, einen online-Stundenplan und das Ablegen von Dateien. Berater sollen die Schulen beim Einrichten unterstützen. An der Pilotphase sind aber nur 47 Schulen beteiligt.

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