Rechtsextreme Kampfsportler – Gesamtzusammenhang ist klar

Ein Leser kritisiert, das Rechtsextreme in einem Text verkürzt als „Rechte“ bezeichnet wurden.

Diese Zeitung berichtete über Rechtsextreme, die sich mit Kampfsport für Auseinandersetzungen rüsten.

Diese Zeitung berichtete über Rechtsextreme, die sich mit Kampfsport für Auseinandersetzungen rüsten.

Foto: Jürgen Runo

Leser Ekkehard Senf aus Wolfenbüttel schreibt zum Beitrag „Trainieren für ,Tag X‘“ auf der Politikseite vom 9. März:
Durch diesen Bericht Ihrer Zeitung fühle ich mich als rechter CDU-Wähler diffamiert. Der Artikel von Theresa Martus und Christian Unger macht keinen Unterschied zwischen „Rechten“, „Rechtsextremen“ und „Neonazis“! Sie schreiben unter anderem: „Vor wenigen Monaten stieg Andy auch im sächsischen Ostritz in den Ring. Im Oktober veranstalteten Neonazis den ,Kampf der Nibelungen‘. Vorbestrafte Hooligans und den Sicherheitsbehörden bekannte Rechte reisten an.“

Die Zeitung sollte eine scharfe Trennlinie ziehen, weil der Unterschied zwischen Rechten und Rechtsextremen doch sehr gravierend ist. Aufgrund solcher nicht unterscheidenden Berichterstattung macht die Bevölkerung kaum noch Unterschiede zwischen rechts und rechtsextrem, siehe „Rock gegen Rechts“.

Die Autoren des Beitrags, Theresa Martus und Christian Unger, nehmen Stellung:

Grundsätzlich hat der Leser völlig Recht, dass eine sorgfältige Trennung der Begriffe „rechtsextrem“, „rechtsradikal“, „rechtspopulistisch“ und „rechts“ journalistisch sehr wichtig ist. Im angesprochenen Text geht es jedoch explizit um rechtsextreme Kampfsportler – um Mitglieder rechtsextremer Parteien, um Menschen, die den Nationalsozialismus verherrlichen, Mitglieder bekannter rechtsextremer Organisationen sind oder waren und die zum Teil auch gewalttätig gegen politische Gegner vorgehen. All das ist im Text beschrieben und belegt – um nichts anderes geht es. Dass dabei nicht immer von „rechtsextrem“ und „Neonazis“ die Rede ist, sondern zum Teil „Rechte“ als Überbegriff verwendet wird, ist vor allem der Lesbarkeit geschuldet, aber eben auch der Tatsache, dass das Thema klar umrissen ist. Mitglieder oder Anhänger der AfD oder Union sind nicht gemeint. Es gibt unserer Meinung nach bei sinnerfassendem Lesen auch keinen Grund, davon auszugehen, dass sie gemeint sein könnten.

Der Ombudsrat schreibt:

Wir erachten ich die Kritik des Lesers für ungerechtfertigt. Der Text muss in seiner Gesamtheit inklusive des eindeutigen Fotos gesehen werden. An keiner Stelle kann Zweifel darüber aufkommen, über welchen Teil der Bevölkerung berichtet wird, auch wenn nicht immer die Begriffe „Neonazis“ oder „Rechtsradikale“ verwendet werden. Die wenigsten Leser dürften bei der Lektüre des Artikels die Assoziation „rechter CDU-Wähler“ haben.

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