„Themenauswahl im Sport muss Zuschauerzahlen berücksichtigen“

Die Lions gegen Frankfurt Universe im Halbfinale um den German Bowl.

Foto: Karsten Reißner

Die Lions gegen Frankfurt Universe im Halbfinale um den German Bowl.

Braunschweig  Leserin Angelika Kaminski schreibt:

Mich stört die Berichterstattung über Eintracht Braunschweig schon länger. Die Mannschaft hat sich in den letzten Spielen nicht mit Ruhm bekleckert. Trotzdem steht Eintracht immer noch auf Seite eins des Sportteils.

Über den Rekordmeister im American Football, die New Yorker Lions, gibt es einen Bericht, der dann irgendwo im Sportteil steht – und selten mal über fast eine ganze Seite geht. Vielen Dank an Frank Rieseberg für seine Berichterstattung! Gerade jetzt, wenn die Mannschaft zum fünften Mal in Folge im Finale des German Bowl steht, hat sie es verdient.

Der Leiter der Sportredaktion, Hans-Dieter Schlawis, nimmt zu dieser Kritik Stellung:

„König“ Fußball regiert auch die Braunschweiger Sport-Welt. Der Volkssport Nummer Eins interessiert mit Abstand die meisten Menschen, die den Sportteil dieser Zeitung lesen – und nach dem Interesse der Leser richtet sich natürlich auch unsere Themengewichtung. Wenn bei jedem Heimspiel der Eintracht mehr als 20 000 Besucher ins Stadion pilgern – bei einem Halbfinale um die deutsche Meisterschaft im American Football waren es unlängst nicht mal 5000, zu Vorrundenspielen der Lions waren es in der Regel in dieser Saison im Schnitt etwas über 3000 – dann wird deutlich, wo mehr Nachfrage nach Informationen besteht. Und die wollen und müssen wir befriedigen. Es geht – es tut mir leid – weniger darum, welche Mannschaft es verdient hat.

Im Übrigen: Natürlich schätzen und begleiten wir alles, was es rund um die Lions zu berichten gibt, ausführlich und kontinuierlich. Vor jedem Spiel erscheinen große Aufmacher von Frank Rieseberg im überregionalen Sportteil, nach jedem Spiel schreibt unser Football-Experte in der Regel über fünf Spalten seitenhoch alles über die Erfolge der Lions. Und Frank Rieseberg wird natürlich am heutigen Samstag im Stadion in Berlin sitzen, den German-Bowl verfolgen und aktuell ausführlich berichten.

Doch auch der nächste Titel des Rekordmeisters wird nichts ändern: Fußball geht für uns in der Gewichtung vor Football.

Der Ombudsrat ergänzt:

Es liegt im Wesen eines Massenmediums, dass die Redaktion in erster Linie Themen aufgreift, die möglichst viele Menschen interessieren. Fußball ist hier und heute die Sportart mit dem größten Zuschauerinteresse, deshalb ist die Themengewichtung im Sportteil nachvollziehbar. Andere, in unserer Region besonders beliebte Sportarten wie Basketball, Football, Eishockey oder Tanzen werden in der Berichterstattung immer wieder berücksichtigt.

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