Kommentar

Versorgung ist gefährdet

„Angst vor einer Infektion mit Covid-19 muss kein Blutspender haben.“

Erst Corona hat mich dazu gebracht, Blut zu spenden. Vorher war mir der Gedanke eher lästig – ach, es gibt genug Spender, habe ich leichtfertig abgewunken. Dann im März der erste Lockdown. Die Krankenhäuser waren überfüllt, das Deutsche Rote Kreuz schlug Alarm: Das Spenderblut ging zur Neige. Ich gab mir einen Ruck und reihte mich ein in die Schlange vor dem Blutspendelokal. Sie war sehr lang, denn viele Menschen aus meiner Gemeinde hatten ebenfalls das Bedürfnis, in dieser Ausnahmesituation zu helfen. Not schweißt zusammen – es ist beruhigend und erfreulich, dass dieser Satz sich hier bewahrheitet.

Dreimal habe ich in diesem Jahr Blut gespendet und werde es im Dezember noch einmal tun – denn es ist überhaupt nicht schlimm. Das Einzige, was man mitbringen muss, ist Geduld. Corona macht die Schlangen wegen der Abstandsregeln lang, deswegen gibt es auch weniger Spenderplätze. Viele Termine sind in den vergangenen Monaten gänzlich abgesagt worden, weil die Räume in Schulen oder Gemeinschaftshäusern zu klein sind. So sind die Blutbanken in Niedersachsen inzwischen laut DRK an der Untergrenze der Versorgungsfähigkeit. Dagegen können wir alle etwas tun! Angst vor einer Infektion mit Covid-19 muss kein Blutspender haben. Ich habe mich in Gesellschaft nirgends sicherer vor einer Ansteckung gefühlt als auf der DRK-Pritsche.

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