Kommentar

Stimmen für die Kultur

„Unsere Serie ,Corona-Perspektiven’ soll der Kultur eine, nein viele Stimmen in dieser kulturlosen Zeit geben.“

Deutschland preist sich gerne als Kulturnation. Doch die Kulturschaffenden stehen in der Corona-Krise vor einem Abgrund, dessen Dimension sich noch nicht ermessen lässt. Denn die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zielen weiter darauf ab, das zu verhindern, was Musiker, Tänzer, Schauspieler, aber auch DJs am meisten brauchen: dass ein Publikum zusammenkommt.

Das große Wort Kulturnation meint nicht, dass in der Hauptstadt und einigen Metropolen herausragende Theater- und Konzerthäuser internationale Spitzenkultur bieten. Das ist in vielen Ländern der Fall. Aber die wenigsten haben so ein reichhaltiges Angebot in der Fläche. Das lebt vom großen Mittelbau, von den vielen soliden bis exzellenten Künstlern in der Provinz, die in Mittel- und Kleinstädten auftreten – und umgekehrt darauf angewiesen sind, dass dort ein Publikum zusammenkommt.

Ihre Zahl ist groß, doch sie haben keine Lobby, weil die Szene individualistisch ist, wenig organisiert – und die Umsätze vergleichsweise klein. Wir wollen ihnen in der neuen Serie „Corona-Perspektiven“ eine Plattform geben, offen von ihren Sorgen, Hoffnungen und Wünschen zu erzählen. Von guten Ideen, das Beste aus der Krise zu machen, oder auch der Konsequenz aufzugeben. Die Kultur soll eine, nein viele Stimmen bekommen, damit sie in der erzwungen kulturlosen Zeit gehört wird – gerade in Niedersachsen, das im Bundesländervergleich der Kulturnation generell vergleichsweise wenig für Kultur ausgibt.

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