Kommentar

Städte im Krisenmodus

„In Relation zu den Einwohnern hat Wolfsburg besonders hohe Fallzahlen. Hier muss etwas passieren.“

Wacker schlagen sich die Städte zwischen Harz und Heide bisher im Kampf gegen das Corona-Virus. Die Stadtverwaltungen befinden sich im Ausnahmezustand, vielerorts wurden Krisenstäbe eingerichtet.

Zwar geben der Bund und das Land Niedersachsen die großen Linien vor, die Städte haben aber durchaus Gestaltungsspielraum. Wolfsburg reagiert in unserer Region besonders strikt. Das verwundert nicht, denn von den 124 Corona-Toten in Niedersachsen kommen 32 aus Wolfsburg. Davon wiederum sind 31 Menschen im Hans-Lilje-Pflegeheim gestorben, das traurige Berühmtheit erlangt hat. Die Stadt hat rigoros die großen Parks und die Gastromeile Kaufhof gesperrt. Richtig so, nachdem es auch im Klinikum Wolfsburg viele Corona-Fälle gegeben hat. In Relation zur Einwohnerzahl hat Wolfsburg die zweithöchsten Fallzahlen in ganz Niedersachsen. Hier muss etwas passieren.

Ansonsten tut sich das sonst so beschauliche Wolfenbüttel hervor. Bürgermeister Thomas Pink regiert mit markigen Worten. Hamsterkäufe bezeichnete er als „primitiv und idiotisch“. Er drohte gar mit einer Ausgangssperre. Pink darf jetzt nicht überdrehen.

Gifhorn prescht mit einer Corona-App hervor, die das dortige Helios-Klinikum entwickelt hat. Das dürfte den einen oder anderen Datenschützer auf den Plan rufen. Auch hier heißt es: Bitte nicht überdrehen. Alles in allem aber behalten die Städte in der Region kühlen Kopf. Das müssen sie auch. Die Bürger brauchen Orientierung.

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