Skandal als Mahnung

Die Schilderungen eines früheren Mitarbeiters der Firma Wilke sind abscheulich. Offenbar wurde auf Anweisung von Vorgesetzten bewusst verdorbene Wurst verkauft. Aus wirtschaftlichen Interessen wurde also wohl das Leben zahlreicher Menschen aufs Spiel gesetzt, ganz bewusst zumindest deren Gesundheit – für Einzelne endete diese Skrupellosigkeit bereits mit dem Tod.

Dass die Vorgänge von den Strafermittlern gründlich untersucht und verfolgt werden müssen, ist selbstverständlich. Der unglaubliche Fall kann allerdings uns allen eine Mahnung sein. Denn wir Verbraucher können durch unser Kaufverhalten bekanntermaßen Einfluss auf das Gebaren von Unternehmen nehmen. Das ist keineswegs als Entschuldigung zu verstehen. Die Schuld liegt in diesem Fall ganz klar bei dem Wursthersteller, nicht bei seinen Kunden. Auch über wirksamere Kontrollmechanismen ist sicherlich nachzudenken. Doch der Skandal um keimbelastete Wurst sollte uns daran erinnern, bewusst einzukaufen.

Nicht jeder kann sich qualitativ hochwertige Wurst leisten. Allerdings greifen nicht nur Kunden mit schmalem Budget zu Billigware. Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Wir Verbraucher haben dazu beigetragen, dass Fleisch und Wurst in Deutschland zu Billigware verkommen sind. Diese lässt sich schwer unter angemessenen Bedingungen herstellen, die den Mitarbeitern, Tieren und Kunden gerecht werden. Tragen wir unseren Teil bei, dass sich der Trend umkehrt.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder